Fisch

Die Hauptbelastung der Allgemeinbevölkerung wird durch Freisetzung von Quecksilberdampf aus Amalgamfüllungen und den Konsum von Fisch hervorgerufen.

Dies geht aus Blut- und Urinproben hervor, die das Umweltbundesamt von mehreren Tausend Personen getestet hat. Aber wie kommt das Quecksilber in den Fisch? Fast alles freigesetzte Quecksilber landet früher oder später in Gewässern und schließlich im Meer. Mikroorganismen wandeln metallisches Quecksilber (Hg0) in organisches, sogenanntes Methylquecksilber (CH3Hg+) um. Methylquecksilber baut sich im Körper nur sehr langsam ab und reichert sich über die Nahrungskette an. Große, alte Fische, die im Laufe ihres Lebens viele kleinere Fische gefressen haben, haben den höchsten Gehalt von Methylquecksilber im Körper. Dies gilt natürlich auch für Meeressäuger (wie Wale und Delfine), Vögel (z.B. Kraniche) oder Menschen, die viel Fisch essen.

Besonders Kinder und Frauen die schwanger sind, die stillen oder die schwanger werden könnten (!) sollten keine großen Mengen von den am stärksten belasteten Sorten Fisch essen.

Für bestimmte Arten erlaubt die EU einen doppelt so hohen Grenzwert für Quecksilber wie bei allen anderen Fischen. Dies sind unter anderem: Schwertfisch, Hai, Thunfisch (Bonito), Barsch, Hecht, Marlin, Makrelen, Stör, Heilbutt, Rotbarsch, Dorsch, Seeteufel … Auch die Herkunft hat einen Einfluss: Mittelmeer und Ostsee sind relativ klein und haben einen geringen Wasseraustausch. Hier werden Giftstoffe im Wasser nur schwach verdünnt. Weniger belastet ist Fisch aus großen Ozeanen. Gesundheitlich und ökologisch sind Bio-Aquakulturen am besten.

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Einige Hintergrundartikel zur Quecksilberbelastung von Fisch in diesem Blog. Alle (auch hier nicht aufgeführte) Artikel zu dem Thema stehen in der Kategorie Fisch

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7 Responses to Fisch

  1. Unbestritten sollte die Quecksilberbelastung der Meere reduziert werden. Aber: hat man je von einem oder gar mehreren deutschen Menschen gelesen, die durch Quecksilber aus Fisch erkrankt wären? (Es gab vor vielen Jahren Erkrankungen in Minamata in Japan.) Wenn ja, dann wäre ich sehr an der Diagnostik und den Symptomen der chronischen Quecksilbervergiftung dieser Patienten interessiert. Dieses Problem wird, im Verhältnis zur Quecksilbervergiftung durch Amalgam, maßlos übertrieben. Auch die WHO hat festgestellt, dass die Quecksilberaufnahme aus Amalgam (von Amalgamträgern) um ein Vielfaches höher ist als aus der Nahrung einschl. Fisch. Hinzu kommt, dass Fische auch das vor Quecksilber schützende Selen enthalten.

  2. Florian sagt:

    Hallo Herr Lauer,
    in Minamata gab es nicht nur „Erkrankungen“, sondern etwa 3000 Tote und 17.000 schwer geschädigte Menschen! Chronische Quecksilbervergiftung wird seitdem auch „Minamata Krankheit“ (und nicht Amalgam-Krankheit!) genannt. Weitere Todesfälle gibt es noch heute bei Goldwäschern am Amazonas und in anderen Regionen, in denen Gold mit Quecksilber gewaschen wird und die Menschen sich von Fisch aus dem selben Fluss ernähren. Auch in Deutschland trägt Fischverzehr zur Quecksilberbelastung der Bevölkerung bei, auch wenn wohl niemand daran stirbt. Fisch enthält organisches Methylquecksilber, das besonders schädlich ist, ins Gehirn gelangt und den Fötus im Mutterleib schädigt.

    Ich finde es wirklich ärgerlich, dass Sie solche Problem relativieren. Meinen Sie wirklich, dass Amalgam-Geschädigten damit geholfen ist die gesundheitlichen Auswirkungen von Quecksilber klein zu reden? Wie Sie wissen sind die Symptome einer Hg-Vergiftung vielfältig. Im Umweltsurvey (http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/2922.pdf) können Sie es gerne noch einmal nachlesen.
    Viele Grüße,
    Florian Noto

  3. […] [2] Belastung von Fisch mit Quecksilber […]

  4. tobi sagt:

    …wobei Flüsse in denen „gequecksilbert“ wird, ökologisch & fischtechnisch tot sind.Bzw. erst in den Mündungsflüssen/Unterläufen ist die Konzentration niedrig genug, sodass Fische überleben. Und dann ab ins Meer damit.

    Aber Brasilien plant ja jetzt n super Staudamm…damit die lokale Bevölkerung und die Fische, die das „Umbaudesaster“ überleben, noch mehr von dem Zeug haben.

    cheers

  5. Ramin sagt:

    Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Artikel. Ich denke auch dass Quecksilberbelastungen nicht unterschätzt werden sollten. Auch wenn man durch Fischverzehr nicht an einer diagnostizierten Quecksilbervergiftung erkrankt – es ist eine zusätzliche Belastung für unseren Organismus und kann unsere Lebensqualität doch verringern.

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