Symbolik (13) – der King of Pop

26. Juni 2009

Michael Jackson ist tot. Endlich möchte man sagen, denn die letzten Jahre waren alles andere als glücklich für den King of Pop: das schönheitsoperierte Gesicht zerfallen, Gerichtsverfahren wegen Pädophilie in der Öffentlichkeit ausgetragen, musikalisch war nichts neues zu erwarten. Jackson glich auf tragische Weise dem King of Rock, Elvis, dessen hüftschwingende Jugend von einem aufgequollenem, medikamentenabhängigen Alter überschattet wird. Wie glücklich erscheinen dagegen Kurt Cobain, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jim Morrison und andere Mitglieder des Klub 27.

Doch in diesem Blog geht es nicht um Musik. Ihr ahnt wahrscheinlich schon was kommt. Die FAZ hat einen Nachruf auf Michael Jackson gedruckt, in dem steht:

Der große Filmregisseur Martin Scorsese, den Jackson für sein Video „Bad“ engagierte, erinnerte sich, wie beeindruckt er von Jacksons Meisterschaft des Tanzes und seiner Musik war: „Jeder seiner Schritte war absolut präzise und zugleich flüssig. Es war, als sähe man Quecksilber in Bewegung.“


Dear President Obama

11. Februar 2009

Open letter to:
President Barack Obama
The White House
1600 Pennsylvania Ave NW
Washington, DC 20500

Legally binding treaty to reduce mercury exposure

Dear President Obama,

We, the undersigned groups, strongly urge you to support an international agreement to control mercury pollution and reduce human exposure to mercury.

Mercury is a dangerous neurotoxin that can make its way up the food chain into humans, and poses an increased exposure risk to developing fetuses and young children, causing permanent learning disabilities. Mercury is also a persistent, bioaccumulative, transboundary pollutant. Emissions to and from the United States contaminate the earth’s air, soil, water and fish. Because of this global contamination, mercury pollution requires a coordinated international response.

Of high concern is mercury emissions from coal-fired power plants and other sources of unintentional emissions of mercury, and indeed these are important sources of mercury pollution in the United States and throughout the world. However, there are also intentional uses of mercury that can pollute the environment. As you know, mercury is also a commodity metal (like iron or copper), traded on the global market, and is used for many industrial and commercial purposes including over 1,000 tons per year in small scale gold mining.

As a result, the continued trade in mercury also contributes to global mercury pollution. Because of its toxic nature and increasingly available alternatives to its use, we have a unique opportunity and responsibility to address this contaminate through international regulation or ban of its trade. Since 2001, countries around the world have been discussing options to control mercury pollution and in 2003 agreed that enough was known to warrant immediate action to reduce global mercury pollution. Most countries now favor the negotiation of a legally binding international agreement as the most viable approach to deal with this problem. However, over the past six years, the Bush administration consistently opposed this position.

In mid-February, the world will take up this question again at the 25th meeting of the United Nations Environment Program Governing Council. At this meeting, the United States must change its current position on mercury and come prepared to support a legally binding agreement to reduce mercury exposure. The UNEP Governing Council meeting will provide your administration with its first opportunity on the world stage to demonstrate a real change in approach to international environmental issues, an approach that embraces cooperation and leadership, rather than obstruction and inaction. Therefore, we urge you to seize this opportunity for leadership, and support an international agreement to control this dangerous pollutant.

We welcome any questions or comments on our letter. Thank you.

Sincerely,

Unterzeichnet von 50 Organisationen aus den USA und weiteren 40 aus der ganzen Welt.


Bunker oder Kooperation? Erster Test für neue US-Regierung

6. Februar 2009

Vom 16. bis 20. Februar findet in Nairobi der UNEP Governing Council statt. Der GC ist ein Treffen der Umweltminister aller Regierungen beim Umweltprogramm der Vereinten Nationen. Auf der Tagesordnung steht ein Beschluss über ein Abkommen gegen Quecksilber.

Umwelt- und Gesundheitsverbände aus aller Welt fordern, dass es ein verbindliches Abkommen gibt, das wirksame Maßnahmen für jedes Land vorschreibt. Die Bush-Regierung stand solchen Abkommen bekanntermaßen sehr skeptisch gegenüber. Nicht nur beim Klimaschutz haben sie blockiert, wo es nur geht. Jetzt ist zwar Obama gewählter Präsident und es gibt einen neuen Umweltminister. Doch in der Verwaltung und auf der Verhandlungsebene sitzen noch immer die Bush-Leute mit der Bunkermentalität. Der UNEP GC  ist somit auch ein erster Test, ob die neue Regierung wirklich internationalen Kooperationen interessiert ist – und ob sie es schafft, diese Vorgaben schnell innerhalb der eigenen Administration durchzusetzen.

Nächste Woche werde ich einen offenenen Brief an Obama veröffentlichen, der vom Mercury Policy Project angeregt und von Organisationen aus aller Welt unterzeichnet wurde.


Symbolik (12) – Miami und Iggy Pop

27. November 2008

Quecksilber ist mehr als ein schnödes Element mit der Ordnungszahl 80. Das flüssige Metall umgibt in mancher Hinsicht eine gradezu mystische Aura. Es wird für vielerlei Sinnbilder verwendet, häufig dann, wenn ein Vergleich besonders literarisch sein soll. Der Nachrichtensender CNN hat Iggy Pop gefragt, was er von der Stadt Miami / Florida hält und ob Ähnlichkeiten bestünden. Iggy antwortet:

Miami ist absolut nicht wie ich. Deshalb muss ich auch hier sein – sie ist genau das Gegenteil. Ich bin sehr praktisch wobei dieser Ort launisch ist. Ich bin vom Wesen her eher stur, wobei es hier einen gewissen Feinsinn gibt. Ausserdem bin ich in einer Art materialistisch wo Miami absolut spirituell ist – die Stadt hat etwas von Quecksilber.

(via news.ch)


Unsere Zukunft – atomwaffenfrei!

29. August 2008

Weiß eigentlich jemand, dass in Deutschland noch Atomwaffen lagern? Atomwaffen! Die gruseligste Erfindung der Menschheit. Bomben mit denen 100.000 Menschen auf einen Schlag getötet werden können. Am Samstag gibt es in Büchel (Rheinland-Pfalz) eine Großdemo gegen die verbliebenen amerikanischen weapons of mass destruction, die noch hier lagern. Es wird Zeit, dass sie endlich aus Deutschland, Europa, und der ganzen Welt verschwinden. Infos unter www.atomwaffenfrei.de.


Saubere Solarenergie

11. März 2008

„Solarstrom zehnmal umweltfreundlicher als Normalstrom“ – diese Schlagzeile ging vor kurzem durch alle Medien. Amerikanische Forscher haben umfangreiche Ökobilanzen von verschiedenen Photovoltaik-Anlagen errechnet. Dabei haben sie neben Treibhausgasen auch Schwermetalle, Stickoxide und Schwefeldioxid bei der Produktion und dem Betrieb über 30 Jahren berücksichtigt. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen waren relativ klein im Vergleich zwischen Solarenergie und Energiegewinnung durch Kohlekraftwerke.

Am besten schnitten dünne Cadmium-Tellurid-Zellen ab. Über eine Dauer von 30 Jahren verursachen die Module beispielsweise bis zu 300 Mal weniger Cadmium pro Kilowattstunde als ein Kohlekraftwerk mit optimal funktionierenden Filtern.

Gleichzeitig berichtet „Spektrum der Wissenschaft“ über einen Masterplan für das Solarzeitalter, demzufolge Amerika bis 2050 unabhängig von Ölimporten werden könnte – durch Solarenergie. Der „verwegene Plan“ wird bei den Bloggern der Zeitschrift eifrig diskutiert. Reinhard Breuer (Forschern auf der Spur) ist „skeptisch und fasziniert“. Lars Fischer (Abgefischt) argumentiert stattdessen für dezentrale Energiegewinnung. „Die Herausforderung der Zukunft ist den gegenwärtigen Lebensstandard mit einem Bruchteil des gegenwärtigen Energieverbrauchs sicherzustellen.“


Frostblumen

27. Februar 2008

Die Katastrophe ist global: nicht nur dort, wo viel Quecksilber ausgestoßen wird, lässt sich das Schwermetall nieder. Wind, Wasser, belastete Vögel, Fische und andere wandernde Tierarten verteilen das Gift auf dem ganzen Planeten, bis in die entlegensten Winkeln der Welt.

Doch woher kommen die sehr hohen Quecksilber-Konzentrationen im arktischen Eis? Zum Teil sind die Böden hier stärker belastet als rund um Kohlekraftwerke. Offenbar unabhängig voneinander sind amerikanische Militärfoscher und ein deutsch-französisches Forscherteam der Sache nachgegangen. Während bei uns Schneeglöckchen als Frühlingsboten fungieren, bilden sich auf dem zart schmelzenden Frühlingseis in der Arktis sogenannte Frostblumen. Die Berliner Zeitung erklärt es recht anschaulich:

„Frostblumen entstehen auf gefrierendem Meereis. Das Salz gefriert nicht mit, sondern sammelt sich als konzentriertes Salzwasser unter anderem am Rande der jungen Eisschollen. Obenauf bildet es eine Pfütze. An Unebenheiten der Eisscholle kondensiert Wasserdampf aus der Luft und bildet Kristalle.“

Diese wenige Zentimeter großen Kristalle enthalten mehr als drei mal so viel Salz wie das Meerwasser, unter anderem Brom. Die Frostblumen verströmen keinen betörenden Duft, sondern Brom. Gegenüber der Welt erklärt ein deutscher Polarforscher:

„Im jeweiligen Frühjahr haben wir in der Arktis und Antarktis genau jene Sonnenintensität, die vermehrt etwa Brom- und Natriumsalze aus den Blumen heraus in die Atmosphäre befördert.“

Die Bromverbindungen zerstören bodennahes Ozon und verbindet sich mit Quecksilber zu stark giftigem Quecksilberbromid. Klar ist, dass das Quecksilber nicht ursprünglich aus dem Meer stammt. Das Metall kommt hier nicht natürlich vor. Es stammt aus Müll- und Kohleverbrennung, Chlorproduktion, Krematorien und anderen Industrieanlagen. Die amerikanischen Forscher fordern laut Spektrum der Wissenschaft, den Quecksilber-Ausstoß aus Kohlekraftwerken zu verringern. Ein Gesetz dafür ist in Arbeit: die Bush-Regierung hatte ein Handelssystem vorgeschlagen, nachdem jedes Kraftwerk Quecksilber-Zertifikate bekommen hätte. Ein Gericht hat dieses System Anfang Februar gekippt und strengere Maßnahmen gefordert.

(Danke für den Hinweis an Lars Fischer)