Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin

1. September 2009

… am nächsten Samstag (5. September) zur grooooßen Anti-Atom-Demo. Aus über 100 Städten in ganz Deutschland kommen Busse und Sonderzüge. Aus dem Wendland (Gorleben) ist schon am letzten Samstag ein Treck von Traktoren und Fahrrädern gestartet. Greenpeace und contrAtom bloggen täglich vom Treck, mit vielen Fotos.

Start der Demo am Samstag ist um 13 Uhr am Hauptbahnhof.


Globales Problem – globale Lösung?

24. November 2008

Wie versprochen, hier die Texte des Quecksilber-Themenheftes. Es fängt an mit einem Hintergrundartikel, den ich selber verfasst habe.

Globales Problem – globale Lösung?
Menschliche Aktivitäten haben den weltweiten Quecksilberpool bereits verdreifacht

Quecksilber gelangt in die entlegensten Winkel der Welt, auch dorthin, wo das Gift nie freigesetzt wurde. Siebzig Prozent der durch Menschen verursachten Quecksilberemissionen stammen aus der Kohleverbrennung. Die Vereinten Nationen und die Europäische Union fangen erst an, das Problem zu begreifen und zu bekämpfen berichtet FLORIAN NOTO vom DEUTSCHEN NATURSCHUTZRING (DNR).

Artikel als PDF lesen: Florian Noto: Quecksilber global


Amalgamstreit reloaded

18. September 2008

Über Amalgam als Zahnfüllung wird seit fast 200 Jahren leidenschaftlichen gestritten. „Am 4. April schien es für kurze Zeit so, als könnte ein Schlussstrich gezogen werden im Streit um die Gefahr von Amalgam“, schreibt der Stern in einem kürzlich veröffentlichten Artikel über den heißen Tanz um den hohlen Zahn. An diesem Tag wurde eine Großstudie veröffentlicht, die die Unbedenklichkeit von Quecksilber im Mund ein für alle Mal beweisen sollte. Dies wäre zumindest ein Beleg dafür, dass gesunder Menschenverstand und Wissenschaft nicht unbedingt zusammenpassen. Denn erstens sind Quecksilberdämpfe unbestritten hochgiftig und zweitens treten aus Amalgamfüllungen permanent Quecksilberdämpfe aus. Eins und zwei zusammengezählt wundert sich nicht nur Lieschen Müller, dass ausgerechnet die Dämpfe in ihrem Mund ungefährlich, bzw. unterhalb der Wirkungsgrenze sein sollen.

Nun gut, die jüngste Amalgamstudie und der Stern Artikel ziehen zwar genau diese Schlussfolgerung, aber der Artikel bietet auch einen guten Überblick über die Streitpunkte und Argumente beider seiten. Nicht beachtet wird in der Diskussion leider, dass Quecksilber in der Umwelt schädlich ist. Spätestens im Krematorien und erst recht auf dem Friedhof vergiften etliche Kilogramm Quecksilber die Böden und Gewässer. Einige skandinavische Länder haben mit dieser Begründung die Verwendung von Amalgam eingeschränkt.

Einer der größten Amalgamkritiker der Wissenschaft ist Joachim Mutter von der Uni Freiburg. Der Journalist Thorsten Engelbrecht hat ein langes Interviews mit ihm geführt, das in zwei Teilen veröffentlicht ist:
EU-Kommission erklärt Amalgam für gesundheitlich unbedenklich
, Teil 1 (PDF)
EU-Kommission erklärt Amalgam für gesundheitlich unbedenklich, Teil 2 (PDF)

Wer es kürzer mag, findet hier noch ein älteres Interview: Halbwertzeit von 18 Jahren (PDF)


Lieber spät als nie

23. Juni 2008

Es war im September letzten Jahres, als das Blacksmith Institute und Green Cross Schweiz eine Liste der zehn schmutzigsten Orte der Welt veröffentlicht hat. Darunter befinden sich einige Orte in denen Chlorfabriken reichlich Quecksilber abgeben, deswegen habe ich ausführlich berichtet. GMX und WEB.de (was ja bekanntlich fast das selbe ist) haben die Liste jetzt noch mal mit einigen Grusel-Bildern versehen und neben skurrilen Geschichten über Baummänner und siamesische Zwillinge auf die Startseite gestellt. Ich finde es nach wie vor lesenswert.


Hewlett-Packard ohne Quecksilber

11. Juni 2008

„HP hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2010 komplett auf den Einsatz von Quecksilber in seinem gesamten Notebook-Portfolio zu verzichten.“

Das ist doch mal ein gutes Ziel (via: Pressemitteilung von HP). Bei Philips dagegen stand gestern Greenpeace vor der Tür (bzw. hing an der Fassade) und forderte: „Stoppt Elektroschrott!“ Im „Guide to Greener Electronics“ von Greenpeace steht HP derzeit mit anderen an siebter Stelle, Philips an 17. Dahinter kommt nur noch weit abgeschlagen Nintendo. An der Spitze liegen zur Zeit Samsung und Toshiba.


Quecksilber in Pakistan

27. Mai 2008

Die acht deutschen Chlorwerke, die noch mit der veralteten Quecksilbertechnik arbeiten, gehören zu den größten Quellen des Schadstoffs in Deutschland. Sie geben etwa 100 bis 300 Kilogramm Quecksilber im Jahr an die Umwelt ab. Das ist viel, denn der Schadstoff wird weit verteilt und ist schon in sehr kleinen Mengen sehr schädlich. Wahrlich mit den Knie geschlottert habe ich aber, als ich über ein Chlorwerk in Pakistan gelesen habe. „Fabriken emittieren täglich Tonnen von Quecksilber“ lautet die Überschrift in der Daily Times aus Pakistan. Der Ingenieur eines Chlorwerks antwortet dem Journalisten, dass in seiner Fabrik täglich 50 Kilogramm Quecksilber eingesetzt werden. 50 Kilogramm – das wären 18 Tonnen im Jahr! Die Zahlen sind (hoffentlich) etwas übertrieben, aber das Problem ist unbestritten. Gewässer und Ackerland, Fische, Wasservögel und andere Tiere und natürlich Menschen sind vergiftet und gefährdet. Die pakistanische Umweltbehörde hat mit Hilfe der Vereinten Nationen zumindest Messgeräte angeschafft, um den Quecksilbergehalt in Luft und Wasser zu bestimmen. Ein Offizieller sagte:

“Mercury pollution is a very serious matter and should be dealt with on war footing.”

Die Zeitung erhebt schwere Vorwürfe gegen die Umweltbehörde. Der Behördenmitarbeiter meint, die teuren Geräte stehen verschlossen rum und würden nicht genutzt. Die Behörde habe auch den Auftrag, ein Fortbildungsprogramm für Fabrikbesitzer und Mitarbeiter zu entwickeln, nicht umgesetzt.


Stavros ist zufrieden

22. Mai 2008

„It is absolutely vital that this highly toxic chemical be banned for export and that the supply of mercury currently in circulation be safely stored. Let us set the example for other countries to follow in reducing emissions of this dangerous substance.“

(Ein Exportverbot für dieses hochgiftige Schwermetall ist absolut unerlässlich. Quecksilber, das bereits im Umlauf ist, muss sicher gelagert werden. Lasst uns ein Vorbild für andere Länder sein und die Emissionen dieses Schadstoffs reduzieren.)

EU-Umweltkomissar Stavros Dimas zum Exportverbot für Quecksilber (von euractiv.com, mit gutem Bericht und Links)