Symbolik (13) – der King of Pop

26. Juni 2009

Michael Jackson ist tot. Endlich möchte man sagen, denn die letzten Jahre waren alles andere als glücklich für den King of Pop: das schönheitsoperierte Gesicht zerfallen, Gerichtsverfahren wegen Pädophilie in der Öffentlichkeit ausgetragen, musikalisch war nichts neues zu erwarten. Jackson glich auf tragische Weise dem King of Rock, Elvis, dessen hüftschwingende Jugend von einem aufgequollenem, medikamentenabhängigen Alter überschattet wird. Wie glücklich erscheinen dagegen Kurt Cobain, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jim Morrison und andere Mitglieder des Klub 27.

Doch in diesem Blog geht es nicht um Musik. Ihr ahnt wahrscheinlich schon was kommt. Die FAZ hat einen Nachruf auf Michael Jackson gedruckt, in dem steht:

Der große Filmregisseur Martin Scorsese, den Jackson für sein Video „Bad“ engagierte, erinnerte sich, wie beeindruckt er von Jacksons Meisterschaft des Tanzes und seiner Musik war: „Jeder seiner Schritte war absolut präzise und zugleich flüssig. Es war, als sähe man Quecksilber in Bewegung.“

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Symbolik (12) – Miami und Iggy Pop

27. November 2008

Quecksilber ist mehr als ein schnödes Element mit der Ordnungszahl 80. Das flüssige Metall umgibt in mancher Hinsicht eine gradezu mystische Aura. Es wird für vielerlei Sinnbilder verwendet, häufig dann, wenn ein Vergleich besonders literarisch sein soll. Der Nachrichtensender CNN hat Iggy Pop gefragt, was er von der Stadt Miami / Florida hält und ob Ähnlichkeiten bestünden. Iggy antwortet:

Miami ist absolut nicht wie ich. Deshalb muss ich auch hier sein – sie ist genau das Gegenteil. Ich bin sehr praktisch wobei dieser Ort launisch ist. Ich bin vom Wesen her eher stur, wobei es hier einen gewissen Feinsinn gibt. Ausserdem bin ich in einer Art materialistisch wo Miami absolut spirituell ist – die Stadt hat etwas von Quecksilber.

(via news.ch)


Symbolik (11) – Bilder

29. August 2008

Wie verschüttetes Quecksilber, in ständigem Fluss und verführerisch irisierend, funkelt der Farbauftrag in Hanspeter Hofmanns neusten Werken.

Tatsächlich sehen die Bilder wie Quecksilber aus. Die Ankündigung der Ausstellung (in Zürich in der Schweiz), verrät auch, welche Technik der Künstler verwendet und was ihn bewegt:

Perlmuttfarben erzeugen einen raffinierten Changeant-Effekt, der je nach Standort und Lichteinfall zwischen warmen Rosa- und kühlen Blautönen wechselt – für einmal ist nicht nur geistige, sondern auch körperliche Beweglichkeit vor den Bildern gefragt […]

Und immer wieder verweisen aufgeklebte Zeitungsartikel, etwa über ein künstliches Rattenherz, auf Hofmanns Wurzeln: die Biotech- und Chemieforschung, in der er einst tätig war.


Symbolik (10) – Der Mob

9. Juni 2008

Quecksilber ist mehr als ein schnödes Element mit der Ordnungszahl 80. Das flüssige Metall umgibt in mancher Hinsicht eine gradezu mystische Aura. Es wird für vielerlei Sinnbilder verwendet, häufig dann, wenn ein Vergleich besonders literarisch sein soll.

Die SZ-Online – nein, nicht die Süddeutsche sondern die Sächsische Zeitung – berichtet in dem Protokoll einer Menschenverbrennung über ausländerfeindliche Pogrome in Südafrika.

Die Gewalt in Südafrika beginnt am 11. Mai, im Township Alexandra. Ein Mob attackiert afrikanische Ausländer, mindestens zwei Menschen sterben. […]

Rasende Männer, bewaffnet mit Macheten, Stöcken und Steinen. Der Mob wütet, bis ihn die Polizisten mit ihren Gummigeschossen auseinander sprengen. Dann hüpfen die Schläger über die Zäune oder flüchten zwischen die Häuser. „Es ist schwer, den Mob zu kontrollieren“, sagt Inspektorin Sasa Lengene. „Du sprengst ihn auseinander, aber Minuten später rottet er sich woanders wieder zusammen.“ Wie eine Kugel Quecksilber aus einem zerschlagenen Fieberthermometer. Sie ist nicht zu fassen. Tippt man sie an, zerspringt sie in viele Tröpfchen, die in alle Richtungen rollen.

56 Tote, 10.000 Menschen auf der Flucht – es ist so absurd, dass Menschen sich so etwas antun. Aber nicht nur in Südafrika, auch in Sachsen sind fremdenfeindliche Nationalisten auf dem Vormarsch.


Symbolik (9) – Akkordeonorchester

14. April 2008

Quecksilber ist mehr als ein schnödes Element mit der Ordnungszahl 80. Das flüssige Metall umgibt in mancher Hinsicht eine gradezu mystische Aura. Es wird für vielerlei Sinnbilder verwendet, häufig dann, wenn ein Vergleich besonders literarisch sein soll. Baden Online berichtet metapherreich über das Gutacher Jugend-Akkordeonorchester:

Victor Allmendinger, mit Pelzmütze auf dem Kopf und Quecksilber in den Fingern, leitete mit atemberaubenden Läufen solistisch über zur »Russischen Fantasie«.

Hach, so ein musikalischer Abend in der Provinz muss doch toll sein … In Akkordeons ist meines Wissens übrigens kein Quecksilber enthalten.


Symbolik (8) – Klimawandel-Barometer

10. April 2008

Quecksilber ist mehr als ein schnödes Element mit der Ordnungszahl 80. Das flüssige Metall umgibt in mancher Hinsicht eine gradezu mystische Aura. Es wird für vielerlei Sinnbilder verwendet, häufig dann, wenn ein Vergleich besonders literarisch sein soll. Pressetext Schweiz berichtet darüber, dass der Klimawandel indigene Völker (Ureinwohner) am stärksten trifft. Sie zitieren einen Wissenschaftler mit den Worten:

„Tatsächlich sehen sich auch die indigenen Völker selbst als das Quecksilber im Klimawandel-Barometer“

Aber Quecksilber-Barometer sind ja glücklicherweise in Zukunft verboten – ein kleiner Beitrag für die Reduzierung der globalen Quecksilber-Belastung und der Gesundheit (nicht nur) der indigenen Völker.


Schnee zu Ostern

26. März 2008

„Schnee zu Ostern“ war nicht nur verwirrende Realität der letzten Tage, sondern ist auch ein Titel eines 80er-Jahre Politsongs. Cochise haben es nie zu großem kommerziellen Erfolg geschafft – oder anders herum – sie haben es geschafft, sich nicht kommerziell ausnutzen zu lassen, währen Lieder von Ton Steine Scherben oder Rio Reiser noch heute als Werbemelodien gedudelt werden. Viele Texte von Cochise handeln von ökologischen Themen, so auch „Schnee zu Ostern“ vom 1984er Album „Die Erde war nicht immer so“. Ein Video oder mp3 habe ich leider nicht gefunden, nur den Text:

Der erste Tag dieser Reise
führte mich in die Vergangenheit
mit Bildern und Schildern
und toten Gesichtern
Zeichen der Vergessenheit
Der Sturm war kalt und der Regen nervte
ich warf einen letzten Blick
in die Runde einer längst vergangenen Zeit
Ich wußte, ich komm nie mehr zurück

Am zweiten Tag wars wies immer war
mit Dreck und Beton und Abgasen
Meine neue Heimat auf der Autobahn
kein Blick zurück und nur rasen
Die unendliche Schnur durch ein sterbendes Land
das emsig sein eigenes Grab aushebt
Über tote Flüsse und durch tote Wälder
wo der Modergeruch längst herweht

Schnee zu Ostern, Schnee zu Ostern
Panzer rollen durch ein Dorf
Kinder am Straßenrand winken
Häuser scheinen zu erzittern
Schnee zu Ostern, Schnee zu Ostern

Der dritte Tag führte ins Reservat
wo man glaubt, dass die Welt noch heil ist
wir schweben übers Wasser und leben den Traum
der Idylle, die längst nicht mehr da ist
Bussarde kreisen zwischen Bäumen und Himmel
ein Reiher steht einsam und wartet
wir atmen leicht im Rhythmus der Zeit
eine Ewigkeit, bis er dann startet.

Am vierten Tag
zur Startbahnmauer aus Beton
mit Steinen der Ohnmacht in den Händen
Ein verwüsteter Wald, ein zerrissenes Land,
mit Steckbrief und Parolen an den Wänden
Die Sonne schien heiß
und die Augen verbrannten
die Luft viel zu schwer von dem Giftgas
ein ätzender Nebel auf unserm Rückweg
weit weg fielen wir müde ins Gras

Schnee zu Ostern, Schnee zu Ostern
Wasserwerfer hinter der Mauer
Kinder heulen vom Tränengas
Bäume scheinen zu erzittern
Schnee zu Ostern, Schnee zu Ostern

Bei Youtube habe ich aber das Lied „Rauchzeichen“ gefunden, einen anderen 80er Öko-Hit von Cochise. Ich weiß, modern ist was anderes, das haut heute wahrscheinlich nur noch wenige Leute vom Hocker. Es ist halt ein Zeitdokument, bittesehr: