Energiesparlampen: Grenzwerte für Quecksilber senken!

12. November 2009

Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen haben ein Problem, zumal neun von zehn falsch entsorgt werden: giftiges Quecksilber. Soll die EU die Grenzwerte senken?

fragt Bernward Janzing heute in der taz. Ein guter Artikel! Darüber wird zur Zeit auf EU-Ebene verhandelt, der DNR hatte vor kurzem dazu eine Pressemitteilung verschickt. Klar ist aber auch, dass Energiesparlampen insgesamt die Umwelt von Quecksilber entlasten können, weil weniger Strom aus Kohle produziert werden muss.

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Quecksilber-Konferenz in Brüssel

16. Juni 2009

Juchu, ich darf mal wieder nach Brüssel fahren. Die Bahn hat leider die Nachtzugverbindung gestrichen, deswegen ist die Reise etwas anstrengend. Aber insgesamt bin ich doch gerne unterwegs, nicht nur wegen der guten belgischen Pralinen :-). Grund der Reise ist die Konferenz „EU Mercury phase out in measuring and control equipment„, bei der wir uns vor allem mit den Blutdruckmessgeräten beschäftigen werden. Am nächsten Tag gibt es ein Treffen von allen NGOs, die zu dem Thema arbeiten (siehe rechte Spalte bei „Zero Mercury Netzwerk“).


Dear President Obama

11. Februar 2009

Open letter to:
President Barack Obama
The White House
1600 Pennsylvania Ave NW
Washington, DC 20500

Legally binding treaty to reduce mercury exposure

Dear President Obama,

We, the undersigned groups, strongly urge you to support an international agreement to control mercury pollution and reduce human exposure to mercury.

Mercury is a dangerous neurotoxin that can make its way up the food chain into humans, and poses an increased exposure risk to developing fetuses and young children, causing permanent learning disabilities. Mercury is also a persistent, bioaccumulative, transboundary pollutant. Emissions to and from the United States contaminate the earth’s air, soil, water and fish. Because of this global contamination, mercury pollution requires a coordinated international response.

Of high concern is mercury emissions from coal-fired power plants and other sources of unintentional emissions of mercury, and indeed these are important sources of mercury pollution in the United States and throughout the world. However, there are also intentional uses of mercury that can pollute the environment. As you know, mercury is also a commodity metal (like iron or copper), traded on the global market, and is used for many industrial and commercial purposes including over 1,000 tons per year in small scale gold mining.

As a result, the continued trade in mercury also contributes to global mercury pollution. Because of its toxic nature and increasingly available alternatives to its use, we have a unique opportunity and responsibility to address this contaminate through international regulation or ban of its trade. Since 2001, countries around the world have been discussing options to control mercury pollution and in 2003 agreed that enough was known to warrant immediate action to reduce global mercury pollution. Most countries now favor the negotiation of a legally binding international agreement as the most viable approach to deal with this problem. However, over the past six years, the Bush administration consistently opposed this position.

In mid-February, the world will take up this question again at the 25th meeting of the United Nations Environment Program Governing Council. At this meeting, the United States must change its current position on mercury and come prepared to support a legally binding agreement to reduce mercury exposure. The UNEP Governing Council meeting will provide your administration with its first opportunity on the world stage to demonstrate a real change in approach to international environmental issues, an approach that embraces cooperation and leadership, rather than obstruction and inaction. Therefore, we urge you to seize this opportunity for leadership, and support an international agreement to control this dangerous pollutant.

We welcome any questions or comments on our letter. Thank you.

Sincerely,

Unterzeichnet von 50 Organisationen aus den USA und weiteren 40 aus der ganzen Welt.


Stromlücke zwischen den Ohren

24. April 2008

Wird Wolfgang Clement aus der SPD geschmissen? Zunächst ist er mit einer Rüge davon gekommen, doch vielen Ortsverbänden reicht dies nicht, berichtet SpOn. Vor der Landtagswahl in Hessen hat der ehemalige Ministerpräsident von NRW und ehemalige Bundeswirtschaftsminister vor der Wahl seiner Partei gewarnt, weil sich die Hessen-SPD gegen Atom- und Kohlekraftwerke engagiert. Es ist kein Zufall, dass Clement sich um diese Kraftwerke sorgt macht, schließlich wird er jetzt vom Energieriesen RWE bezahlt. Oder war er schon immer ein Lobbyist, der sich als Politiker verkleidet hat? Seiner eigenen Aussage zufolge schon:

Ich vertrete die Interessen der deutschen Industrie und der deutschen Energiewirtschaft. Das tue ich übrigens schon seit 40, 45 Jahren.

War der Amtseid dann gelogen? Immerhin hat Clement als Bundesminister auf die Verfassung geschworen, dass er seine „Kraft zum Wohle des deutschen Volkes“ einsetzen werde – nicht zum Wohle der Energiewirtschaft. Das mag im Einzelfall zusammen passen, aber häufig eben auch nicht. Jetzt ist der Ruf ohnehin ruiniert, er hält Vorträge zum Thema „Atomkraft? Ja bitte!“ und erzählt von der „Stromlücke“, mit der der Bau zahlreicher neuer Kohlekraftwerke gerechtfertigt werden soll.

Zur Ehrenrettung der SPD muss ich aber sagen, dass nicht nur die Genossen in Hessen gute Vorsätze für die Energiewende haben. Eine ganze Reihe von Bundestagsabgeordneten der SPD, Wissenschaftler und einige Chefs von Umweltverbänden haben den Aufruf Handlungslücke statt Stromlücke unterzeichnet. Sie fordern eine „grundlegende Neuorientierung in Wirtschaft und Gesellschaft“, die Wirtschafts-, Energie- und Umweltpolitik miteinander verbindet. Konkret solle bis 2020 der Stromverbrauch um 11% sinken sowie der Anteil von Kraft-Wärme-Kopplung auf 25% (jetzt 11,5%), der der erneuerbaren Energien auf 30% (jetzt 18%) der Stromproduktion steigen.

Fazit: Für eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Stromnutzung und Stromversorgung in Deutschland fehlen nicht die technischen Möglichkeiten. Sie sind seit vielen Jahren bekannt. Was fehlt, sind der Mut und die Bereitschaft, sie auch im Interesse von Wirtschaft, Beschäftigung und Klimaschutz zu nutzen.

Die Zitate von Clement stammen aus Spiegel TV, gerne zeige ich das Video auch ganz:


Masterplan der Energieversorgung

17. März 2008

Vor „tagelangen Stromausfällen“ warnt der RWE-Chef in der BILD, weil „Großkraftwerke fehlen“. Und der prominenteste Lobbyist des Konzerns, Wolfgang Clement, fällt seiner ehemaligen Partei mitten im hessischen Wahlkampf in den Rücken, weil sie Atom- und Kohlekraftwerke kritisiert. Die „industrielle Substanz“ sei gefährdet, so Clement. Weil sich überall Bürger für die Zukunft der Energieversorgung interessieren und mitreden wollen, spricht manch einer gar vom „Schweizer Bazillus“ der direkten Demokratie.

Typische Betonkopfrhetorik von überbezahlten Lobbyisten, könnte man meine. Dass der Energiekonzern RWE finanzielle Interesse und nicht das Gemeinwohl im Auge hat, ist kaum zu bestreiten. Aber ist die Frage nicht wenigstens ein bisschen berechtigt? Hat eigentlich mal jemand durchgerechnet, ob „wir“ nicht doch AKWs und Kohlekraftwerke brauchen? Ja hat. Der Masterplan für nachhaltige Energieversorgung wurde mehrfach durchdacht. Einige Links zu Studien mit konkreten Maßnahmen zur vollständigen Energiewende:

    Greenpeace meint: „Versorgungslücke? Nicht wenn man’s richtig macht!„und wirbt für den Klimaschutz Plan B – nationales Energiekonzept bis 2020.

    Eurosolar hat für eine Landesstudie für eine vollständige Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien in Hessen vorgelegt. Eckpunkte: 65% erneuerbare Energie in Hessen bis 2013, 100% bis 2025 durch Effizienzsteigerung, Speicherkapazitäten (Druckluft), dezentrale Energiegewinnung zum Erzeugerpreis von durchschnittlich 9 ct/kWh.

    Die Forschungsstelle für Umweltfragen (FU Berlin) hat im Dezember 2007 eine Studie zum zukünftigen Ausbau erneuerbarer Energieträger unter besonderer Berücksichtigung der Bundesländer im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellt. Hier bietet sich noch großes Potential.

    Wer es ganz wissenschaftlich mag, kann Gregor Czisch Dissertation lesen: „Szenarien zur zukünftigen Stromversorgung, kostenoptimierte Variationen zur Versorgung Europas und seiner Nachbarn mit Strom aus erneuerbaren Energien.“

    Kürzlich in Spektrum der Wissenschaft: Amerikas Weg ins solare Zeitalter und dazu der Kommentar von Lars Fischer: Das soll ein großer Plan sein?


    Shark Guardian Award für Quecksilbergegner

    4. Februar 2008

    Das SharkProjekt hat sich dem Schutz der Haie verschrieben. Jährlich verleihen sie die Titel Shark Enemy of the Year und Shark Guardian of the Year an die größten Hai-Feinde und Hai-Schützer des Jahres. Die Awards wurden in diesem Jahr auf der BOOT-Messe in Düsseldorf verliehen.

    1. Shark Enemy of the Year 2008
    Der Enemy-Award ging an Joan Clos, den spanischen Minister für Industrie, Tourismus und Handel. Er steht für den Zwiespalt des EU-Landes, das einerseits den Meerestourismus fördern möchte auf der anderen Seite zu den größten Haifängern der Welt gehört.

    2. Shark Guardian of the Year 2008
    Der Award bietet eine große Überraschung. Die beiden Kandidaten, Dirk Steffens und Achim Steiner von der UNEP haben bis auf wenige Stimmen ein identisches Ergebnis. Dies spiegelt so sehr auch die Arbeitsstrategie von SharkProject wieder, aufzuklären und die Themen Gesundheit und Ökologie zu forcieren, dass die Jury sich entschlossen hat, den Award zu teilen und beide Kandidaten als Shark Guardian des Jahres 2008 auszuzeichnen.

    Dirk Steffens, Moderator, Filmer und Autor, hat durch seine Fernseh- und Film-Arbeit entscheidend zur positiven Veränderung des Hai-Images beigetragen. 

    Achim Steiner hat als Generalsekretär der UNEP mit seiner Arbeit und der weltweiten Warnung der UNEP vor hochgiftigen organischen Quecksilber, das auch in Haifleisch enthalten ist, ein neues gewaltiges Argument für den Haischutz geschaffen. Dazu kommt der persönliche Einsatz des Generalsekretärs für den Schutz der Haie.


    „Wir machen so was“

    1. Februar 2008

    evonik2.jpg
    „Wer sagt eigentlich, dass Kohlekraft zu teuer ist? Wir machen so was!“ Zumindest hat Evonik / Steag jetzt entschieden, nicht mit dem Neubau des Kohlekraftwerk Herne 5 zu beginnen. „Die Basis für eine wirtschaftliche Realisierung des Projekts ist derzeit nicht gegeben„, begründete das Unternehmen den Rückzug gegenüber der Financial Times Deutschland. Und weiter: „Dies resultiert im Wesentlichen aus dem erhöhten Preisniveau für den Bau von Kraftwerksanlagen sowie aus der von der EU-Kommission vorgeschlagenen vollständigen Versteigerung von CO2-Zertifikaten auch für Neuanlagen nach 2012.“ (Pressemitteilung)

    Greenpeace ist zufrieden: „Bisher haben die Energiekonzerne die Zertifikate für ihre CO2-Schleudern praktisch hinterher geschmissen bekommen. Wenn die Zertifikate ab 2013 wirklich ersteigert werden müssen, wird der Betrieb von Kohlekraftwerken unwirtschaftlicher.“ Und Quecksilber wird auch nicht ausgestoßen.

    Foto: Screenshot von http://www.evonik.de