Energiesparlampen: Grenzwerte für Quecksilber senken!

12. November 2009

Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen haben ein Problem, zumal neun von zehn falsch entsorgt werden: giftiges Quecksilber. Soll die EU die Grenzwerte senken?

fragt Bernward Janzing heute in der taz. Ein guter Artikel! Darüber wird zur Zeit auf EU-Ebene verhandelt, der DNR hatte vor kurzem dazu eine Pressemitteilung verschickt. Klar ist aber auch, dass Energiesparlampen insgesamt die Umwelt von Quecksilber entlasten können, weil weniger Strom aus Kohle produziert werden muss.

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Was, wenn sie nicht auf meine Anmache reagiert?

29. Oktober 2009

Energiesparlampen richtig entsorgenDie Berliner Stadtreinigung (BSR) ist bekannt für ihre witzige Werbung. Mit der neuesten Kampagne werben die „Men in Orange“ dafür, durchgebrannte Energiesparlampen nicht in den Hausmüll zu werfen. Wenn „sie“ auf die Anmache nicht mehr reagiert, muss sie zu einem der 15 Recyclinghöfe in Berlin oder einer anderen Sammelstelle gebracht werden. Das gilt natürlich auch in anderen Städten! Zu der BSR-Kampagne gibt es eine Website (www.energiesparlampen-richtig-entsorgen.de), Gratis-Postkarten und einen Flyer mit Foto-Love-Story.


Deutscher Naturschutzring fordert weniger Quecksilber in Energiesparlampen

27. Oktober 2009

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat heute in Berlin die Bundesregierung aufgefordert, sich in der EU für niedrigere Quecksilber-Grenzwerte in Energiesparlampen und Leuchtröhren einzusetzen. Dies sei für einen massenhaften Einsatz der Energiesparlampen wichtig, die in geringem Umfang Quecksilber enthalten.

„Der bisherige Grenzwert von 5 Milligramm Quecksilber pro Energiesparlampe muss mindestens halbiert werden“, forderte DNR-Generalsekretär Dr. Helmut Röscheisen. Viele Hersteller kämen bereits mit weniger als 2 Milligramm pro Lampe aus. Dieser Wert solle verbindlich für Energiesparlampen bis 25 Watt festgelegt werden. „Die Bundesregierung muss sich bei der EU für die Einhaltung des technisch Möglichen einsetzen“, sagte Röscheisen.

Der DNR verwies darauf, dass die große Anzahl falsch entsorgter Lampen eine Belastung für die Umwelt darstelle. Ausgediente Energiesparlampen und -röhren müssen bei einer Recyclingstelle oder einem Händler abgegeben werden. Nach offiziellen Daten der EU kämen europaweit jährlich bis zu 15 Tonnen Quecksilber für die Beleuchtung zum Einsatz, die Hälfte davon in Energiesparlampen und Leuchtröhren. Etwa 90 Prozent der Energiesparlampen aus Privat-haushalten würden falsch entsorgt. Durch die Absenkung des Grenzwertes von 5 auf 2 Milligramm würde die Umwelt um einige Tonnen Quecksilber entlastet.

Die größte Menge Quecksilber gelangt in Deutschland durch Kohle-verbrennung in die Umwelt. Wird der Anfall von Quecksilber bei der Energieerzeugung auf den Stromverbrauch einer bisherigen 100Watt-Glühbirne umgerechnet, fallen in einem Jahr etwa ein Milligramm Quecksilber an. Bei einem niedrigeren Grenzwert von Quecksilber in Energiesparlampen und der richtigen Entsorgung sei die Quecksilberbelastung dort deutlich geringer.

In unbeschädigten Energiesparlampen ist das Quecksilber fest eingeschlossen und stellt keine Gesundheitsgefahr dar. Zudem befänden sich in alten Fieberthermometern einige hundert Mal so viel Quecksilber wie in einer Lampe. Für den Einzelnen besteht auch durch zerbrochene Energiesparlampen keine akute Gefahr, sofern die Scherben sofort gründlich beseitigt werden. Hierfür sollte man keinen Staubsauger, sondern sondern einen Handfeger verwenden und sehr gut lüften.

Zero Mercury: NGO’s Comments on the classification of CFLs and their mercury content (PDF)


Quecksilber: Energiesparlampe vs. Kohlestrom

30. September 2009

Inzwischen weiß es jeder und vor allem die Leuten die sich sonst kaum für Umweltschutz interessieren: Ja, in Energiesparlampen ist Quecksilber enthalten. Darum darf man sie nicht einfach in den Müll schmeißen, sondern muss sie recyceln lassen (Sammelstelle finden). Energiesparlampen sind vermutlich nur eine Übergangstechnologie und es ist gut, dass Lampenhersteller jetzt unter Druck stehen, energiesparende und quecksilberfreie Lampen weiterzuentwickeln. Wer sich jetzt eine gute Energiesparlampe mit langer Lebensdauer anschafft, braucht in 10 Jahren vielleicht keine neue mehr zu kaufen. Für manche Zwecke gibt es bereits jetzt LEDs oder Halogenstrahler, die viel weniger Energie als normale Glühbirnen benötigen.

Es ist aber auch klar, dass unser Strom nicht ohne Umweltschäden produziert wird. Wenn weniger Energie verbraucht wird, reduziert sich diese Umweltbelastung. Kernenergie verursacht Atommüll und Kohleverbrennung schadet nicht nur dem Klima, sondern dabei werden auch viele Gifte freigesetzt. Neben Quecksilber zählen dazu unter anderem Schwefeloxide, Stickoxide, Kohlenmonoxid, Feinstaub, Kupfer, Blei, Arsen. Auch wer Ökostrom bezieht, hängt technisch am ganz normalen Stromnetz. Und Windräder, Wasserkraftwerke und Solarzellen sind auch ein Eingriff in die Natur.

Bisher habe ich es nur behauptet, jetzt mal nachgerechnet. Wird die Menge Quecksilber in Energiesparlampen wirklich durch die Energieeinsparung ausgeglichen?

Daten hierfür liefert das europäische Schadstoff-Register EPER. Demnach wurden im Jahr 2004 insgesamt 5,35 Tonnen Quecksilber aus Verbrennungsanlagen ausgestoßen. Darin sind allerdings nur Großkraftwerke enthalten. Einzelne Großkraftwerke sind alleine für mehrere hundert Kilogramm Quecksilber verantwortlich. In Jahr 2004 wurden insgesamt 615,3 TWh Strom erzeugt (XLS-Datei). Dies ergibt 0,0087 Milligramm Quecksilber pro Kilowattstunde (5.350.000.000 Milligramm / 615.300.000.000 kWh). Das Öko-Institut kommt gar auf 0,0147 mg.

Eine Energiesparlampe mit 20 Watt (0,02 kW) ist ungefähr so hell wie eine Glübhirne mit 100 Watt (0,1 kW). Die Energiesparlampe hat eine angegebene Brenndauer von etwa 6.000 Stunden und darf maximal 5 Milligramm Quecksilber enthalten. Man rechnet also:

Energiesparlampe:
5 mg Hg + 0,02 kW * 6.000 h * 0,0087 mg Hg/kWh
= 5 mg Hg + 1,04 mg Hg = 6,0 mg Hg

Glühlampe:
0,1 kW * 6.000 h * 0,0087 mg Hg/kWh = 5,2 mg Hg

In diesem Vergleich schneiden die Energiesparlampe und die Glühlampe nach sechs Jahren etwa gleich ab. Bei der Stromerzeugung fallen neben Quecksilber aber noch andere Schadstoffe an, nicht zuletzt Atommüll. Und das Quecksilber in der Energiesparlampe ist nicht in der Umwelt verteilt, sondern kann recycelt werden. An den Quecksilberemissionen aus der Kohleverbrennung lässt sich kurzfristig wenig ändern. Gute Energiesparlampen halten nach meiner Erfahrung sogar länger als 6.000 Stunden. In einer Langzeituntersuchung von Stiftung Warentest haben Lampen von Osram, Philips, Megaman und GE über 19.000 Stunden ausgehalten. Auch der Grenzwert von 5 Milligramm Quecksilber wird von vielen Herstellern weit unterschritten. Die Osram Dulux EL Longlife enthält 2,5 mg, Megaman Energiesparlampen enthalten im Durchschnitt weniger als 2 Milligramm Quecksilber. Damit ergibt sich:

Energiesparlampe:
2 mg Hg + 0,02 kW * 10.000 h * 0,0087 mg Hg/kWh
= 2 mg Hg + 1,74 mg Hg = 3,7 mg Hg

Glühlampe:
0,1 kW * 10.000 h * 0,00869 mg Hg/kWh = 8,7 mg Hg

Eine gute Energiesparlampe verursacht also weniger als die Hälfte Quecksilber einer vergleichbaren Glühlampe!

CC-BY-NC: Wolfgang Staudt (flickr)
Foto CC-BY-NC: Wolfgang Staudt, flickr


Klimawandel wird schrecklich

31. August 2009

Die Schrecken des Klimawandels:

  • Dürren in Afrika
  • Orkane in den USA
  • Überschwemmungen in Asien
  • Abschmelzen der Gletscher und der Pole
  • Glühbirnenverbot in Europa

Creative Commons BY-NC-SA: burnt out Impurities

Ach ja, die Welt ist wirklich ungerecht. Damit die Trennung von der Glühbirne nicht so schwer fällt, hier einige Links mit guten Infos über Energiesparlampen und ihre fachgerechte Entsorgung:

Nabu: Gerüchte um die giftige Birne. Was Sie über Energiesparlampen wissen sollten

Stiftung Warentest: Energiesparlampen-Test 2006 (abruf kostenlos, neuerer Test erhältlich) Testsieger: Osram Dulux EL Longlife

Lichtzeichen: Energiesparlampen nutzen und richtig entsorgen (nicht wegwerfen, sondern beim Recyclinghof oder Händler abgeben)

Ökostrom: Atomausstieg selber machen (ob mit oder ohne Energiesparlampe)

Foto: burnt out Impurities (Creative Commons BY-NC-SA)


Aus für die Leuchtheizung

10. Dezember 2008
Glühbirne

CC by beatkueng / flickr.com

Glühbirnen sind eine fantastische Erfindung! Man leitet Strom durch einen dünnen Draht, der sich sehr stark erhitzt und anfängt zu glühen. Wenn man richtig viel Energie reinsteckt und die Temperatur auf über 2000 °C steigt, glüht der Draht auch einigermaßen hell, so dass man damit ein Zimmer beleuchten kann. Über Jahrzehnte war dies die einzige Alternative zu Kerzen, Öllampen oder schlafen gehen nach Sonnenuntergang. 95 Prozent der eingesetzten Energie in Glühbirnen wird jedoch als Wärme abgegeben, nur 5 Prozent in Form von sichtbarem Licht. Die meiste Zeit des Jahres benötigt man keine Heizung an der Decke, zudem ist heizen mit Strom sehr unwirtschaftlich – schon im Kraftwerk gehen 60-70 Prozent der Energie verloren. Die besonders ineffizienten Mini-Heizungen mit Leuchtfunktion sollen jetzt in der EU schrittweise aus dem Verkehr gezogen werden.

Denn längst gibt es Halogenlampen, Energiesparlampen oder LEDs, die kaum Wärme produzieren, dafür um so mehr Licht pro eingesetzter Energie. In Fachgeschäften (Baumarkt, Elektro-Ketten etc.) findet man viele unterschiedliche Farben und Formen. Meistens lohnt sich bei Energiesparlampen der Griff zur Markenware, rät die Stiftung Warentest. Es lohnt sich in jedem Fall sich kurz zu informieren. Die Ergebnisse von 2006 kann man kostenlos herunterladen, die von diesem Jahr sind für einen Euro zu haben. Mit „stinkenden“ Birnen und solchen zum dimmen hat sich TEST im letzten Monat beschäftigt.

Und das Quecksilber?

Aufmerksame LeserInnen wissen es längst: in den Energiesparlampen ist zwar Quecksilber drin, aber bei der Energiegewinnung durch Kohleverbrennung wird das Schwermetall auch freigesetzt – neben vielen anderen Schadstoffe und klimaschädlichem Kohlendioxid. Energieverschwendung verursacht somit mehr Quecksilber in der Umwelt als die sparsamen, quecksilberhaltigen Lampen. Dennoch ist es wichtig, Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren nicht einfach in den Hausmüll zu schmeißen, sondern getrennt zu entsorgen. Die Deutsche Umwelthilfe beschäftigt sich intensiv damit und fordert: Dem EU-Glühbirnenverbot muss eine umweltgerechte Entsorgung von Energiesparlampen folgen.

Nachtrag: Norbert Lossau macht in einem Kommentar in der WELT einen ganz interessanten Vorschlag: Pfand auf Energiesparlampen. Wer sich gruseln will, kann auch die Kommentare lesen.


„Da ist aber Quecksilber drin“

27. November 2008

Teil 4 des Quecksilber-Heftes

„Da ist aber Quecksilber drin“
Energiesparlampen sind wertvoll für den Klimaschutz und zu wertvoll für den Müll

Über Energiesparlampen existieren viele Vorurteile. Tatsächlich enthalten die kompakten Klimaschützer kleinere Mengen Quecksilber und dürfen daher nicht im Hausmüll entsorgt werden. Warum sie trotzdem gut für die Umwelt und das Klima sind verrät MARIA ELANDER von der DEUTSCHEN UMWELTHILFE (DUH).

Artikel als PDF lesen: Maria Elander: Quecksilber in Energiesparlampen