Hewlett-Packard ohne Quecksilber

11. Juni 2008

„HP hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2010 komplett auf den Einsatz von Quecksilber in seinem gesamten Notebook-Portfolio zu verzichten.“

Das ist doch mal ein gutes Ziel (via: Pressemitteilung von HP). Bei Philips dagegen stand gestern Greenpeace vor der Tür (bzw. hing an der Fassade) und forderte: „Stoppt Elektroschrott!“ Im „Guide to Greener Electronics“ von Greenpeace steht HP derzeit mit anderen an siebter Stelle, Philips an 17. Dahinter kommt nur noch weit abgeschlagen Nintendo. An der Spitze liegen zur Zeit Samsung und Toshiba.

Advertisements

Grüne CeBIT

6. März 2008

Umweltschutz ist angesagt, daher haben die Organisatoren der größten Computermesse der Welt dieses Jahr greenIT zu einem Schwerpunkt der CeBIT gemacht, es geht hauptsächlich um Energieeffizienz und Stromsparen. Das ist schön und lohnt sich natürlich auch finanziell. Am besten achtet man gleich bei der Anschaffung auf den Strombedarf der Geräte. Kritisch sind große Grafikkarten, Röhren-Monitore und schlechte Netzteile. Im Fachhandel bekommt man meist bessere Auskünfte (und häufig auch bessere Preise) als bei den Elektronik-Handelsketten.
Mein Tipp für jeden (Windows-) Computer: „Start“ klicken, dann „Systemsteuerung“ und dann „Energieoptionen“ (ggf. vorher Kategorie „Leistung und Wartung“). Hier unter „Monitor ausschalten“ eine möglichst kurze Zeit (z.B. 5 oder 10 min) auswählen. Der Monitor braucht in der Regel nur wenige Sekunden um wieder anzuspringen, ist aber einer der gierigsten Energieverbraucher.

Anders als beim Stromsparen sind umweltfreundliche Materialien und Recycling nicht unbedingt ein Gewinn für alle Seiten. Hier passiert zwar auch einiges, aber aufs Tempo drücken meist nicht die Hersteller selber, sondern Gesetze oder Umweltorganisationen. Greenpeace ist mit einem Stand und einem Blog vertreten und gibt ein gemischtes Urteil ab: Die greenIT-Welt ist zwar „wunderbar“, aber „erstens sehr klein und zweitens existiert sie bisher fast nur in der Gedankenwelt.“


Ist der grüne Apfel jetzt reif?

19. Januar 2008

Greenpeace: Apple „nicht grün genug“ titelt Der Standard aus Wien. Ganz anders dagegen schreiben die MacTechNews.de: Greenpeace hocherfreut über Apples Umweltstrategie. Es geht natürlich ums neue, hauchdünne MacBook Air, das Apple-Chef Steve Jobs grade persönlich vorgestellt hat. Das luftige Laptop kommt ohne Quecksilber und Arsen aus, verwendet weniger PVC und bromierte Flammschutzmittel und hat ein recyclebares Aluminiumgehäuse. Und wie bewerten es die Umweltaktivisten nun tatsächlich?

Green apple not quite ripe?
Steve is on the right path for a green Apple. The MacBook Air is a strong entry in the race to build a green PC. […] It raises the bar for the rest of the industry. […] With their product design on the right track Apple needs to make environmental leadership the theme of all its products – old and new. That means green design as standard right through the product line and a real global commitment to take back and recycling.

Also es gibt einiges Lob, aber noch sind ein paar Aufgaben zu erledigen, vor allem bei älteren Produktlinien und der Rücknahme und dem Recycling von Geräten. Dabei hatte schon der allererste Apple von 1976 ein voll recyclefähiges Gehäuse aus Holz:

Apple I

Die technische Bewertung über das neueste Apple-Produkt fällt dagegen überwiegend negativ aus. Die Netzeitung schreibt: Apples MacBook Air in der Luft zerrissen. Kritisiert wird vor allem, dass es keinen DVD-Spieler gibt, nur einen einzigen USB-Anschluss und eine Netzwerkverbindung nur über WLAN hergestellt werden kann.

Foto: rebelpilot auf flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA-2.0


Elektroschrott und Kinderschuhe

28. Dezember 2007

sondermuell.gifNa, zu Weihnachten einen neuen Flachbildschirm / Waschmaschine / Rasierer / MP3-Spieler bekommen? Wohin jetzt mit dem alten Gerät? Im Deutschlandfunk habe ich grade (mal wieder) etwas über die schlechten Recyclingquoten von Elektroschrott in der EU gehört. Den Beitrag „Recycling von Elektroschrott steckt noch in den Kinderschuhen“ gibt es auch zum Nachhören als mp3. Die in ganz Europa im Jahr verkauften 660 Millionen  Energiesparlampen enthalten 4,3 Tonnen Quecksilber. Alle LCD-Bildschirme bringen es auf eine Menge von 2,8 Tonnen. In anderen Geräten ist Quecksilber erst seit kurzem verboten, sie enthalten aber weiterhin jede Menge anderer Schadstoffe. Wer Elektrogeräte in die Mülltonne wirft statt sie recyceln zu lassen, begeht übrigens eine Ordnungswidrigkeit. Was im Restmüll landet wird verbrannt und die Giftstoffe freigesetzt. Private Müllsammler nehmen zwar manchmal alte Geräte vom Straßenrand mit, entnehmen aber nur die wertvollen und leicht erreichbaren Stoffe und kümmern sich nicht um den Rest. Und die Waschmaschine in den Wald zu bringen ist einfach hirnrissig, denn Recyclinghöfe nehmen allen Elektroschrott kostenlos entgegen.  Manche Händler bieten diesen Service freiwillig an. Beim Lampenrecycling werden Quecksilber, Lampenglas, Plastik und andere Stoffe vollständig zurückgewonnen. Bei manchen anderen Geräten funktioniert dies leider nicht:

„Es gibt kein automatisiertes Verfahren um Flachbildschirme zu zerlegen.“

heißt es in dem Beitrag. Sprich: viele Geräte sind so designt, dass man sie mit vorhandenen Mitteln gar nicht zu vernünftigen Kosten recyceln kann. Was ansonsten damit passiert, wurde in dem Beitrag nicht gesagt. Also am besten schon bei der Anschaffung fragen: brauche ich das wirklich?


„Digitale Handarbeit“

3. Dezember 2007

Über Elektroschrott, der illegal in Asien oder Afrika entsorgt wird, habe ich schon mehrfach geschrieben. Ebenso über giftige Inhaltsstoffe, denen Greenpeace auf der Spur ist. Aber auch am Anfang des Lebenszyklus von Computern, Stereoanlagen, Küchengeräten und iProdukten gibt es dunkle Seiten. Der 30-minütige Dokumentarfilm „Digitale Handarbeit – Chinas Weltmarktfabrik für Computer“ von Alexandra Weltz berichtet über die Zustände bei der Produktion von solchen Geräten wie ich es grade benutze. Dabei geht es vor allem um die sozialen Folgen. „Einen sozialen, fair produzierten oder ökologischen Computer gibt es bis heute nicht“, so Sarah Bohrmann von WEED.

Der Film ist Teil der Kampagne PC-Global der Organisation WEED, die mir für recht sachlichen Publikationen bekannt sind. Eine positive Kritik über den Film steht bei Telepolis. Die DVD, Material für Schulen und Hintergrundberichte kann man bei WEED bestellen.


Sind Festplatten Sonderabfall?

30. Oktober 2007

Ich kann ja sehen, mit welchen Suchbegriffen jemand auf dieser Seite landet. Der Titel der Überschrift führt hier her, aber die Informationen sind dann etwas verteilt. Deswegen hier noch mal eindeutig:sondermuell.gif

Aller Elektroschrott ist Sondermüll und muss als solcher entsorgt werden. Man erkennt es meistens an der durchgestrichenen Mülltonne auf der Packung. Dies gilt auch für Kleingeräte, wie iPods, Handys, Toaster, Föne, Rasierer, Fernseher, Energiesparlampen oder eben Festplatten und andere Computerteile. Bei Waschmaschinen, Kühlschränken und andere großen Geräten ist es selbstverständlich.

In einigen Gemeinden gibt es ein Schadstoff-Sammelmobil, bei dem man diese Dinge abgeben kann oder die es sogar bei Bedarf abholen. In anderen muss man sie zum Recyclinghof des städtischen Müllentsorgers bringen. Wenn es wirklich nur ein kleines Gerät ist, kann man vielleicht auch den Müllmann freundlich fragen, ob er es (für ein Lächeln und ein kleines Trinkgeld) mitnehmen kann. In Leipzig läuft ein Versuch mit einer „Gelben Tonne Plus„, in die man alle Kunststoffe, Metalle und Elektro-Kleingeräte entsorgen kann. Auch einige Händlern nehmen alte Elektrogeräte an, bei Batterien ist das sogar vorgeschrieben.

Weitere Dinge, die nicht im Hausmüll entsorgt werden dürfen sind: Altöl, Altreifen, Asbest, Chemikalien und Lösungsmittel, Batterien (Abgabe bei Verkaufsstellen) und Autobatterien, Quecksilber-Thermometer, -Barometer und -Blutdruckmesser (mit metallischer Flüssigkeit, nicht blau oder rot), flüssige Farbreste und Lacke, jede Art von Elektroschrott, behandeltes Holz, Medikamente (Abgabe bei Apotheken)

Außerdem gesammelt werden können: CDs, Baum- und Strauchschnitt (nicht verbrennen), Naturkork, Metalle, Holz, Altkleidung und natürlich Glas, Papier und Verpackungen.

Bei der Berliner Stadtreinigung gibt es eine gute Übersicht hierüber.


Mal gute Nachrichten von Apple

26. Oktober 2007

Schon bevor Greenpeace dieses neue Apple-Produkt auseinander nehmen kann steht fest: hier sind kein Quecksilber, Blei, Cadmium, bromierte Flamschutzmittel, PVC, Weichmacher oder andere umwelt- und gesundheitsschädigende Stoffe enthalten. Es ist ja auch Software, das neue Betriebssystem „Leopard“. Schön wäre es dann, wenn die Hardware, auf der das neue OS 10.5 laufen soll, demnächst genau so wenig Schadstoffe enthält. Genau wie bei Windows Vista müssen viele Anwender wohl aufrüsten, um den Leoparden richtig springen zu lassen. Meinem alten iBook G4 will ich es jedenfalls nicht zumuten, da schnurrt immer noch der Panther.