Aus für die Leuchtheizung

Glühbirne

CC by beatkueng / flickr.com

Glühbirnen sind eine fantastische Erfindung! Man leitet Strom durch einen dünnen Draht, der sich sehr stark erhitzt und anfängt zu glühen. Wenn man richtig viel Energie reinsteckt und die Temperatur auf über 2000 °C steigt, glüht der Draht auch einigermaßen hell, so dass man damit ein Zimmer beleuchten kann. Über Jahrzehnte war dies die einzige Alternative zu Kerzen, Öllampen oder schlafen gehen nach Sonnenuntergang. 95 Prozent der eingesetzten Energie in Glühbirnen wird jedoch als Wärme abgegeben, nur 5 Prozent in Form von sichtbarem Licht. Die meiste Zeit des Jahres benötigt man keine Heizung an der Decke, zudem ist heizen mit Strom sehr unwirtschaftlich – schon im Kraftwerk gehen 60-70 Prozent der Energie verloren. Die besonders ineffizienten Mini-Heizungen mit Leuchtfunktion sollen jetzt in der EU schrittweise aus dem Verkehr gezogen werden.

Denn längst gibt es Halogenlampen, Energiesparlampen oder LEDs, die kaum Wärme produzieren, dafür um so mehr Licht pro eingesetzter Energie. In Fachgeschäften (Baumarkt, Elektro-Ketten etc.) findet man viele unterschiedliche Farben und Formen. Meistens lohnt sich bei Energiesparlampen der Griff zur Markenware, rät die Stiftung Warentest. Es lohnt sich in jedem Fall sich kurz zu informieren. Die Ergebnisse von 2006 kann man kostenlos herunterladen, die von diesem Jahr sind für einen Euro zu haben. Mit „stinkenden“ Birnen und solchen zum dimmen hat sich TEST im letzten Monat beschäftigt.

Und das Quecksilber?

Aufmerksame LeserInnen wissen es längst: in den Energiesparlampen ist zwar Quecksilber drin, aber bei der Energiegewinnung durch Kohleverbrennung wird das Schwermetall auch freigesetzt – neben vielen anderen Schadstoffe und klimaschädlichem Kohlendioxid. Energieverschwendung verursacht somit mehr Quecksilber in der Umwelt als die sparsamen, quecksilberhaltigen Lampen. Dennoch ist es wichtig, Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren nicht einfach in den Hausmüll zu schmeißen, sondern getrennt zu entsorgen. Die Deutsche Umwelthilfe beschäftigt sich intensiv damit und fordert: Dem EU-Glühbirnenverbot muss eine umweltgerechte Entsorgung von Energiesparlampen folgen.

Nachtrag: Norbert Lossau macht in einem Kommentar in der WELT einen ganz interessanten Vorschlag: Pfand auf Energiesparlampen. Wer sich gruseln will, kann auch die Kommentare lesen.

9 Antworten zu Aus für die Leuchtheizung

  1. daburna sagt:

    Haha die Kommentare sind echt herrlich! Naja mit solchen Anti-Alles-Kommentaren müssen sich Medien mit vielen Lesenden immer herum plagen. Wie baut man aber bei diesen Leuten das Informationsdefizit ab?
    Daß du die ausgebrannte Birne übernommen hast, nehm ich jetzt mal als Kompliment für meine Bildauswahl.

  2. Florian sagt:

    Das Bild ist großartig! Hm, irgendwie habe ich aber erst beim dritten Mal gecheckt, dass es selbe wie bei dir ist. Ich habe es wirklich bei der flickr-Suche nach Glübirne / CreativeCommons gefunden. Du wahrscheinlich auch, oder? :)
    failure

    Alternative hätte ich eine explodierende Birne genommen (z.B. http://flickr.com/photos/eqqman/78783822/), aber das hätte nicht zur Heizung gepasst.

  3. daburna sagt:

    Ja, da haben wir beide das gleiche Bild für gut befunden :-P Bei mir steht sie für das letzte Aufglühen und bei dir für die Heizung. So lassen sich Bilder interpretieren. Die Sache mit CC kannst du einfacher haben: http://search.creativecommons.org/ Ist ein Tip von meinem Chefredakteur vom Studentenmagazin.

  4. Fischblog sagt:

    Energiesparlampen: Vorsicht vor den Krankrednern…

    Jetzt ist sie also auch verboten, die gute alte Glühbirne, in Acht und Bann geschlagen wegen Energieverschwendung. Nicht unbedingt ein Fall für den Gesetzgeber, sollte man meinen. Aber an und für sich sind Energiesparlampen, genauer gesagt Kompaktle…

  5. merkel sagt:

    das entscheidende ist die resorption von hg. wenn man sich vorstellt, wie viele hg birnen in den nächsten jahrzehnten in haushalten zerbrechen, ohne dass die menschen um die gefahr wissen, … das kann man nicht einfach mit emmissionen aus kraftwerken vergleichen, die nicht direkt in schlafzimmer eingeleitet werden. das ist genau derselbe unterschied wie beim zahnarzt, der einen halben meter weiter weg ist und nicht den staub einatmet wie der patient.

    ich empfehle:

    http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/eine-tickende-zeitplombe/?src=SE&cHash=9da0bd9f7f

  6. Florian sagt:

    Die Birnen zerplatzen nicht einfach so, damit ist man doch vorsichtig. Und da ja nun jede Innovation zerredet wird sobald sie einen kleinen Nutzen für die Umwelt bringen könnte, weiß mittlerweile wohl auch jeder Depp wie kreuzgefährlich diese Energiesparlampen angeblich sind. Heute steht auf der Titelseite der B.Z. (Berliner BILD-Verschnitt) eine große Geschichte über angebliche „Ökolügen“, die quecksilberhaltigen Energiesparlampen sind natürlich dabei.

    Wer wirklich Angst um seine Gesundheit hat sollte
    1. aufhören zu rauchen
    2. sich gesund ernähren (z.B. quecksilberbelasteten Fisch vermeiden)
    3. sich mehr bewegen
    4. Quecksilberthermometer aus dem Haushalt verbannen
    5. Amalgamplomben entfernen

    x. kann man dann Energiesparlampen mit einer Abdeckung verwenden (z.B. damit sie aussehen wie eine Glühbirne), bei denen die Röhre nicht frei liegt. Das schützt etwas vor Bruch. Megaman und vielleicht auch andere Hersteller bieten zudem Energiesparlampen an, bei denen im ausgeschalteten Zustand das Quecksilber in einem Amalgam gebunden und nicht flüssig ist. Wenn man Kinder hat die wild rumtoben sind solche Lampen wirklich sinnvoll.

  7. gegenan sagt:

    Neues von der gefahr der energiesparlampe.
    Ausserdem sind die 10 mal teurer leuchten nur halb so stark wie eine vergleichbare glühbirne und gehen auch genausoschnell kaputt.
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,644215,00.html

  8. energieschleuder sagt:

    dieser Beitrag, verfolgt den Weg der zu recycelnden Energiesparlampen, bzw. das was nach langen Wegen und vielen Stationen zum recyceln übrigbleibt.
    Eine Energiebilanz der ESL incl.Herstellung und Entsorgung existiert übrigens nicht.

    http://www3.ndr.de/media/gluehbirne114.html

    betrifft gesundheitliche Aspekte,
    freigesetztes Gift in der Umwelt, Lichtqualität
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/916236/nachtstudio-vom-6.-Dezember-2009#/beitrag/video/916236/nachtstudio-vom-6.-Dezember-2009

    in vielen Fällen können ESL sinnvoll sein, diese Verordnung per Gesetz ist aber blinder Aktionismus bzw. Lobbyismus.

    Mein Energieverbrauch beträgt trotz Glühlampen (+1ESL) weniger als die Hälfte als des Durchschnitts der dt.Singlehaushalte.
    Habe mich mit Gühlampen eingedeckt, auch mit 25W, für ein Licht, bei dem nicht gearbeitet wird- das ist schöner, gesünder, umweltschonender …

  9. Florian sagt:

    Es gibt keine „Verordnung per Gesetz“ pro Energiesparlampe! Jeder kann sein Haus beleuchten womit er will. Nur dürfen Glühlampen nicht mehr verkauft werden.

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