Giftiges Gemüse und verpestete Früchte

Lebensmittel Monitoring 2007

Lebensmittel Monitoring 2007

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit überprüft in Stichproben, ob die zulässigen Grenzwerte für Pestizide, Schadstoffe, Umweltgifte und ähnliche unangenehme Zutaten in Lebensmitteln eingehalten werden. Es geht hier um ganz normale Lebensmittel die man im Supermarkt kaufen kann. Und es geht nicht um irgendwelche Geschmacksfragen, sondern um Giftstoffe, die in höherer Konzentration nachweislich die Gesundheit schädigen. Manche Grenzwerte haben sicher noch einen „Puffer“ und sind eher vorsichtig festgelegt, andere sind dafür bereits über dem medizinisch verträglichen – einfach weil es keine unbelastete Ware gibt. Überhaupt nicht berücksichtigt wird, wenn verschiedene Gifte an den Lebensmitteln kleben. Für jeden einzelnen gilt ein Grenzwert, die Kombinationswirkung eines „Giftcocktails“ spielt bei den rechtlichen Vorgaben (noch) keine Rolle.

Ein gesunder Erwachsener sollte keine Probleme bekommen wenn die Grenzwerte eingehalten sind. Kinder, Alte und besonders sensible Menschen kaufen natürlich auch im Supermarkt ein und sind besonders bedroht, wenn Grenzwerte überschritten werden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden einmal im Jahr im Lebensmittel-Monitoring veröffentlicht. Jetzt war es wieder so weit und die Ergebnisse sind alarmierend. In der Pressemitteilung zum Lebensmittel Monitoring 2007 heißt es:

In Kopfsalat, Äpfeln, Zuchtchampignons sowie Grün- und Wirsingkohl wurden 2007 häufig die gesetzlichen Höchstmengen für Pflanzenschutzmittelrückstände überschritten. Bei einigen Proben von Kopfsalat, Grünkohl, Austernseitlingen und Tomaten lag die Belastung so hoch, dass bei einmaligem Verzehr gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auszuschließen sind. „Die Anstrengungen des Handels und der Erzeuger zur Reduzierung der Rückstände von Pflanzenschutzmitteln reichen bei einigen Obst- und Gemüsearten offenbar nicht aus“, kritisierte der Leiter des BVL, Dr. Helmut Tschiersky-Schöneburg.

Wohlgemerkt, dies schreibt nicht vermeintliche Panikmacher von Verbraucherorganisationen, sondern eine staatliche Behörde. Eine „gesundheitliche Beeinträchtigung bei einmaligem Verzehr“ bedeutet: einmal gegessen, gleich geht es dir dreckig.

Im vergangenen Jahr war ein Schwerpunkt der Untersuchung Schwermetalle in Schwertfisch, Thunfisch und Hai. Die Ergebnisse haben wirklich den Appetit verdorben: bei jeder dritten Haifischprobe (35 %) und bei jedem vierten Schwertfisch (27 %) wurde einen Quecksilbergehalt über dem zulässigen Höchstwert von 1 mg/kg gefunden. Auch der Grenzwert für Cadmium war bei 43% der Schwertfisch-Proben über dem zulässigen Grenzwert.

Quecksilber und andere Schwermetalle wurden diesmal auch untersucht, allerdings nicht in Fisch. In Rindfleisch, Wildschwein und getrocknetem Schinken konnte zwar in bis zu einem Drittel der Proben Quecksilber nachgewiesen werden. Die Mengen waren jedoch jeweils sehr gering und betrugen selten mehr als ein Prozent der Menge in Fisch.

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