„Öko“-Test irrt

Die Zeitschrift Ökotest hat in der Oktober-Ausgabe noch einmal alle Vorurteile über Energiesparlampen gesammelt und gemeint sie bestätigen zu müssen. Die Autorin stellt so wilde Thesen auf wie die, dass das „schlechte Licht“ der Lampen Krebs verursache. Über Quecksilber lassen sie sich natürlich auch aus:

Emittiert die Glühbirne mehr Quecksilber als die Energiesparlampe?

Um diese Frage zu beantworten, muss man zunächst wissen, dass bei der Stromerzeugung in Steinkohlekraftwerken Quecksilber und Quecksilberverbindungen freigesetzt werden. Kritiker der Glühbirne rechnen hoch, dass diese Lampen ja mehr Strom verbrauchen als Energiesparlampen und dadurch mehr Quecksilber freisetzen.

Aufmerksame LeserInnen dieses Blogs wissen, dass das stimmt. Aber es ist nur die halbe Wahrheit, denn Braunkohle enthält natürlich auch Quecksilber! Der Gehalt in der Braunkohle ist nicht unbedingt niedriger als der in der Steinkohle, sondern es gibt bei beiden vor allem regional große Unterschiede. Ökotest aber rechnet munter mit 27 Prozent Steinkohle im deutschen Strommix vor, dass „zumindest ein Drittel der Energiesparlampen im Test deutlich mehr Quecksilber in die Umwelt ab[geben] als die Glühbirne“. So weit, so falsch. Zudem geht Öko-Test davon aus, dass alle Lampen nicht recycelt werden. Das ist zwar leider nah an der Wahrheit, doch aus Privathaushalten werden immerhin 10 Prozent der Lampen korrekt entsorgt, was in der Berechnung nicht berücksichtigt wurde. Geht man zudem hoffnungsvoll davon aus, dass die Recyclingquote in den nächsten Jahren steigt, muss man dies bei einer heute gekauften Lampe meines Erachtens auch berücksichtigen. Schließlich ist die Fragen doch: soll man heute eine Energiesparlampe kaufen? Meine Antwortet lautet eindeutig: ja (und wenn sie kaputt ist, natürlich auch recyceln)!

3 Antworten zu „Öko“-Test irrt

  1. daburna sagt:

    Der SPIEGEL hat sogar diese „Test“ergebnisse im letzten Heft aufgegriffen und weiterverbreitet.

    Offtopic: Ist meine Mail bezüglich DVD zum SKW Lubmin angekommen?

  2. „Schön“, dass auch Kohlekraftwerke auch aufgrund Ihrer Quecksilberemissionen immer mehr in den Fokus rücken. Es zeigt sich immer mehr, dass wir schnellstmöglich 100% erneuerbare Energien benötigen und das ist auch realistisch!

  3. Peter sagt:

    also ich krieg kopfweh, wenn ich mich in der nähe einer energiesparlampe befinde, bei einer glühbirne eben nicht.

    lösung : umweltfreundlichere stromerzeugung
    wie z.b. kleinwasserkraftwerke

%d Bloggern gefällt das: