Giftiges Gemüse und verpestete Früchte

14. Oktober 2008
Lebensmittel Monitoring 2007

Lebensmittel Monitoring 2007

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit überprüft in Stichproben, ob die zulässigen Grenzwerte für Pestizide, Schadstoffe, Umweltgifte und ähnliche unangenehme Zutaten in Lebensmitteln eingehalten werden. Es geht hier um ganz normale Lebensmittel die man im Supermarkt kaufen kann. Und es geht nicht um irgendwelche Geschmacksfragen, sondern um Giftstoffe, die in höherer Konzentration nachweislich die Gesundheit schädigen. Manche Grenzwerte haben sicher noch einen „Puffer“ und sind eher vorsichtig festgelegt, andere sind dafür bereits über dem medizinisch verträglichen – einfach weil es keine unbelastete Ware gibt. Überhaupt nicht berücksichtigt wird, wenn verschiedene Gifte an den Lebensmitteln kleben. Für jeden einzelnen gilt ein Grenzwert, die Kombinationswirkung eines „Giftcocktails“ spielt bei den rechtlichen Vorgaben (noch) keine Rolle.

Ein gesunder Erwachsener sollte keine Probleme bekommen wenn die Grenzwerte eingehalten sind. Kinder, Alte und besonders sensible Menschen kaufen natürlich auch im Supermarkt ein und sind besonders bedroht, wenn Grenzwerte überschritten werden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden einmal im Jahr im Lebensmittel-Monitoring veröffentlicht. Jetzt war es wieder so weit und die Ergebnisse sind alarmierend. In der Pressemitteilung zum Lebensmittel Monitoring 2007 heißt es:

In Kopfsalat, Äpfeln, Zuchtchampignons sowie Grün- und Wirsingkohl wurden 2007 häufig die gesetzlichen Höchstmengen für Pflanzenschutzmittelrückstände überschritten. Bei einigen Proben von Kopfsalat, Grünkohl, Austernseitlingen und Tomaten lag die Belastung so hoch, dass bei einmaligem Verzehr gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auszuschließen sind. „Die Anstrengungen des Handels und der Erzeuger zur Reduzierung der Rückstände von Pflanzenschutzmitteln reichen bei einigen Obst- und Gemüsearten offenbar nicht aus“, kritisierte der Leiter des BVL, Dr. Helmut Tschiersky-Schöneburg.

Wohlgemerkt, dies schreibt nicht vermeintliche Panikmacher von Verbraucherorganisationen, sondern eine staatliche Behörde. Eine „gesundheitliche Beeinträchtigung bei einmaligem Verzehr“ bedeutet: einmal gegessen, gleich geht es dir dreckig.

Im vergangenen Jahr war ein Schwerpunkt der Untersuchung Schwermetalle in Schwertfisch, Thunfisch und Hai. Die Ergebnisse haben wirklich den Appetit verdorben: bei jeder dritten Haifischprobe (35 %) und bei jedem vierten Schwertfisch (27 %) wurde einen Quecksilbergehalt über dem zulässigen Höchstwert von 1 mg/kg gefunden. Auch der Grenzwert für Cadmium war bei 43% der Schwertfisch-Proben über dem zulässigen Grenzwert.

Quecksilber und andere Schwermetalle wurden diesmal auch untersucht, allerdings nicht in Fisch. In Rindfleisch, Wildschwein und getrocknetem Schinken konnte zwar in bis zu einem Drittel der Proben Quecksilber nachgewiesen werden. Die Mengen waren jedoch jeweils sehr gering und betrugen selten mehr als ein Prozent der Menge in Fisch.

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„Öko“-Test irrt

13. Oktober 2008

Die Zeitschrift Ökotest hat in der Oktober-Ausgabe noch einmal alle Vorurteile über Energiesparlampen gesammelt und gemeint sie bestätigen zu müssen. Die Autorin stellt so wilde Thesen auf wie die, dass das „schlechte Licht“ der Lampen Krebs verursache. Über Quecksilber lassen sie sich natürlich auch aus:

Emittiert die Glühbirne mehr Quecksilber als die Energiesparlampe?

Um diese Frage zu beantworten, muss man zunächst wissen, dass bei der Stromerzeugung in Steinkohlekraftwerken Quecksilber und Quecksilberverbindungen freigesetzt werden. Kritiker der Glühbirne rechnen hoch, dass diese Lampen ja mehr Strom verbrauchen als Energiesparlampen und dadurch mehr Quecksilber freisetzen.

Aufmerksame LeserInnen dieses Blogs wissen, dass das stimmt. Aber es ist nur die halbe Wahrheit, denn Braunkohle enthält natürlich auch Quecksilber! Der Gehalt in der Braunkohle ist nicht unbedingt niedriger als der in der Steinkohle, sondern es gibt bei beiden vor allem regional große Unterschiede. Ökotest aber rechnet munter mit 27 Prozent Steinkohle im deutschen Strommix vor, dass „zumindest ein Drittel der Energiesparlampen im Test deutlich mehr Quecksilber in die Umwelt ab[geben] als die Glühbirne“. So weit, so falsch. Zudem geht Öko-Test davon aus, dass alle Lampen nicht recycelt werden. Das ist zwar leider nah an der Wahrheit, doch aus Privathaushalten werden immerhin 10 Prozent der Lampen korrekt entsorgt, was in der Berechnung nicht berücksichtigt wurde. Geht man zudem hoffnungsvoll davon aus, dass die Recyclingquote in den nächsten Jahren steigt, muss man dies bei einer heute gekauften Lampe meines Erachtens auch berücksichtigen. Schließlich ist die Fragen doch: soll man heute eine Energiesparlampe kaufen? Meine Antwortet lautet eindeutig: ja (und wenn sie kaputt ist, natürlich auch recyceln)!


Thermometertausch gestartet!!!

6. Oktober 2008

Ab heute, noch die ganze Woche, kann man in vielen Apotheken in ganz Deutschland sein Quecksilber-Thermometer abgeben und bekommt als Anreiz günstig ein digitales neues. Macht mit!