Händler nehmen Energiesparlampen nicht zurück

25. September 2008

Schlechten Service attestiert die Verbraucherzentrale NRW den meisten Verkäufern von Energiesparlampen. Sie hat 37 namhafte Handelsketten gefragt, ob in den Filialen ausgedienten Energiesparlampen der Kunden zurückgenommen werden. 16 Ketten haben überhaupt nicht geantwortet. Vorbildlich verhalten sich Edeka Rhein/Ruhr, Hornbach, Karstadt, Obi, Praktiker und Toom. Sie nehmen in allen Filialen Energiesparlampen zurück, zum Teil allerdings nur beim Neukauf einer Lampe. Manche Händler weisen Kunden schon beim Kauf der Lampen mit Plakaten und Flugblättern auf die Recycling-Pflicht hin. Bei vier weiteren Unternehmen kann man zumindest in einigen Filialen die quecksilberhaltigen Lampen abgeben.

„Die zurückhaltende Reaktion auf unsere Anfrage und das mangelnde Engagement zeigen, der politische Appell an die Händler, alte Energiesparlampen freiwillig zurückzunehmen, ist gescheitert „, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Als Konsequenz fordert sie vom Gesetzgeber, „neben den Verbrauchern zumindest auch Handelsstätten mit Verkaufsflächen über 1000 Quadratmeter in punkto Rücknahme und Rückgabe von Energiesparlampen gleichermaßen in die Pflicht zu nehmen“.

Umfrage zur Rücknahme von Energiesparlampen im Handel und zur Information der Verbraucher (PDF)

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Frau Lembke

22. September 2008

Frau Lembke ist eine aufgeklärte Verbraucherin. Deswegen fragt sie beim Zahnarzt auch kritisch nach, als er ihr Amalgam in den Mund tun will. Als sie es schließlich verweigert, muss das bereits angerührte Amalgam (das eben noch in ihren Zahn gefüllt werden sollte) als gefährlicher Sondermüll entsorgt werden. „Frau Lembke will kein Amalgam“ ist eine kurze Comic-Geschichte, die im schicken Siebdruck als „Flottes Heft“ und in limitierter Auflage in der Edition Hammeraue bei Eigenhufe erschienen ist. In ganz wenigen Läden gibt es das zu kaufen, man kann es aber auch bestellen.

Und ganz vielleicht drucke ich die Hefte nach … Aber sicher kein Siebdruck, also greift besser zu bevor sie vergriffen sind.


Amalgamstreit reloaded

18. September 2008

Über Amalgam als Zahnfüllung wird seit fast 200 Jahren leidenschaftlichen gestritten. „Am 4. April schien es für kurze Zeit so, als könnte ein Schlussstrich gezogen werden im Streit um die Gefahr von Amalgam“, schreibt der Stern in einem kürzlich veröffentlichten Artikel über den heißen Tanz um den hohlen Zahn. An diesem Tag wurde eine Großstudie veröffentlicht, die die Unbedenklichkeit von Quecksilber im Mund ein für alle Mal beweisen sollte. Dies wäre zumindest ein Beleg dafür, dass gesunder Menschenverstand und Wissenschaft nicht unbedingt zusammenpassen. Denn erstens sind Quecksilberdämpfe unbestritten hochgiftig und zweitens treten aus Amalgamfüllungen permanent Quecksilberdämpfe aus. Eins und zwei zusammengezählt wundert sich nicht nur Lieschen Müller, dass ausgerechnet die Dämpfe in ihrem Mund ungefährlich, bzw. unterhalb der Wirkungsgrenze sein sollen.

Nun gut, die jüngste Amalgamstudie und der Stern Artikel ziehen zwar genau diese Schlussfolgerung, aber der Artikel bietet auch einen guten Überblick über die Streitpunkte und Argumente beider seiten. Nicht beachtet wird in der Diskussion leider, dass Quecksilber in der Umwelt schädlich ist. Spätestens im Krematorien und erst recht auf dem Friedhof vergiften etliche Kilogramm Quecksilber die Böden und Gewässer. Einige skandinavische Länder haben mit dieser Begründung die Verwendung von Amalgam eingeschränkt.

Einer der größten Amalgamkritiker der Wissenschaft ist Joachim Mutter von der Uni Freiburg. Der Journalist Thorsten Engelbrecht hat ein langes Interviews mit ihm geführt, das in zwei Teilen veröffentlicht ist:
EU-Kommission erklärt Amalgam für gesundheitlich unbedenklich
, Teil 1 (PDF)
EU-Kommission erklärt Amalgam für gesundheitlich unbedenklich, Teil 2 (PDF)

Wer es kürzer mag, findet hier noch ein älteres Interview: Halbwertzeit von 18 Jahren (PDF)