Tödliche Farbstoffe

29. Juli 2008

Farbstoffe, Aromen, Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel und ähnliche Dinge haben heute ja keinen besonders guten Ruf. In Hamburg informiert, durchaus kritisch, das Deutsche Zusatzstoff-Museum über all die Dinge, die unsere Lebensmittel „bereichern“. Das Hamburger Abendblatt berichtet darüber:

Das Thema hat die Menschheit schon immer begleitet. Zunächst ging es nur darum, Lebensmittel zu konservieren, um die Zeit zwischen den Ernten zu überbrücken. Doch schon bald wurden Fremdstoffe genutzt, um beispielsweise den Geschmack von Lebensmitteln zu verändern. So setzten die Römer dem Wein Bleizucker zu, ein Bleisalz der Essigsäure, das süß schmeckte und in Wasser gut löslich ist. „Die Folgen für den Adel könnten verheerend gewesen sein. Denn Blei zerstört das Nervensystem so langsam, dass ihre Vorkoster die Adeligen vor diesen Folgen nicht schützen konnten“, erzählt Friederike Ahlers. Mozart könnte – so er denn Pralinen verzehrte – einer künstlichen Verfeinerung von Schokolade seinen frühen Tod schulden. Zu seiner Zeit war es gerade in Mode, Pralinen mit Schwermetallen wie Arsen, Quecksilber oder Blei zu färben.


Ideen für den Mülleimer (3): die Einweg-DVD

28. Juli 2008

Manche Ideen sind einfach für den Mülleimer. Leider landen sie dort nicht als Entwurf, sondern als fertiges Produkt. So wie die Einweg-DVD, die sich 48 Stunden nach dem ersten ansehen selber zerstört. Klingt wie in einem schlechten Agentenfilm? Ist es auch. 3,99 Euro kostet der Quatsch, also wesentlich mehr als die übliche Leihgebühr in einer Videothek. Die Stifung Warentest urteilt:

Unter Umweltgesichtspunkten ist die Wegwerf-DVD sehr fragwürdig. Und die versprochene Haltbarkeit von 48 Stunden nach dem ersten Abspielen wird nicht eingehalten. Stattdessen ließen sich die DVDs schon nach weniger als einem Tag nicht mehr fehlerfrei abspielen.

Und die Süddeutsche Zeitung weiß:

Das Prinzip der Wegwerf-DVD ist nicht neu: Bereits Mitte der Neunziger Jahre konnten sich die Formate „Flexplay DVD“ und die „Time Limited DVD-ROM“ nicht auf dem Markt etablieren. 2004 bot der Medienkonzern Disney Einmal-DVDs an […] Doch in den USA wollte keiner diese DVD mit Haltbarkeitsdatum kaufen.


Klima schützen – Quecksilber stoppen!

27. Juli 2008

In letzter Zeit komme ich nicht mehr regelmäßig dazu, die Diskussion um neue Kohlekraftwerke hier intensiv zu kommentieren. Mittlerweile dürfte meine Message aber wohl angekommen sein: Kohlekraftwerke sind, in Deutschland und weltweit, die größte Quelle von Quecksilber. Der (notwendige!) Klimaschutz hat nun den positiven Nebeneffekt, dass der Neubau von Kohlekraftwerken in Deutschland nicht mehr einfach so hingenommen wird, sondern an fast jedem geplanten Standort Bürgerinitiativen und Umweltverbände die Pläne der Energiekonzerne kritisch hinterfragen. In den nächsten Monaten sind gleich drei Demonstrationen an Kohlekraftwerken geplant, zu denen bundesweit mobilisiert wird:

Vom 15. bis 24. August findet in Hamburg das Klimacamp statt. Am 23. August in Hamburg wollen einige TeilnehmerInnen des Camps die Baustelle des Kraftwerks Moorburg besetzen.

Am 13. September plant die Klima-Allianz (ein Bündnis von 100 Umwelt-, Sozial- und kirchlichen Gruppen) gleich zwei Demos. Am Kraftwerk Jänschwalde bei Cottbus in Brandenburg und am Kraftwerke Staudinger bei Hanau in Hessen.


Angebot und Nachfrage

17. Juli 2008

Womit verdient eigentlich Toshiba sein Geld? Auf der einen Seite verkaufen sie zum Beispiel DVD-Spieler, die immer auf Stand-By stehen müssen. Ansonsten passiert, was Konrad Lischka im Spiegel beschreibt:

Mein HD-DVD-Player protestiert gegen Umweltschutz. Wenn der Toshiba-Abspieler ein paar Stunden vom Stromnetz getrennt war (Energie sparen!), motzt er beim Start immer so: Ein verärgertes Piepsen, ein blauer Startbildschirm mit dem Kommando „Uhr einstellen“. Dann braucht man mindestens fünf Klicks mit der Fernbedienung, um sich durch das eingeblendete Einstellungsmenü für Zeitzone, Jahr, Monat, Tag und Zeit bis zum OK-Knopf zu hangeln.

… Seit 1923 gibt es auf diesem Planeten Automatikuhren – da kann man doch erwarten, dass eine immer funktionierende Uhr in einem 300 Euro teuren HD-DVD-Player steckt. Aber nein – wer seinen Toshiba HD-EP10 nicht ständig laufen lässt, wird bei jedem Start aufgefordert, die Zeit neu einzustellen. Der Hersteller hat sich offensichtlich den Miniakku für die Zeitpufferung gespart.

Gespart? Wohl kaum, denn Toshiba verdient auch im Kraftwerksgeschäft. Sie sind vor Areva-Siemens „die Nummer Eins“ im Bau von Atomkraftwerken. Irgendwo muss der Strom für ihren Elektroschrott ja herkommen – das Angebot schafft seine Nachfrage, und der Stromkunde darf die Rechnung zahlen. Da hilft wirklich nur Atomausstieg selber machen.


Ideen für den Mülleimer (2): Wegwerfhandy

15. Juli 2008

Es gibt Doofe, Faule und Böse.“ schreibt Burkhard Strassmann in der ZEIT. „Darum, sagt sich der für seine Einwegfeuerzeuge bekannte Wegwerfspezialist BIC, gibt es auch einen Markt für Wegwerfhandys.“

Über dieses „praktische“ Gerät habe ich vor einiger Zeit schon mal berichtet. Jetzt hat BIC das Ding in Frankreich wirklich auf den Markt gebracht. Wie ich schon sagte: manche Ideen sind einfach für den Mülleimer. Leider landen sie dort nicht als Entwurf, sondern als fertiges Produkt. Herr Strassmann wird noch deutlicher: „Wenn das Bicphone in Frankreich ein Erfolg wird, soll sich die Pest über ganz Europa verbreiten. Ende 2008 wissen wir also Genaueres zur Frage, wie verbreitet sie hierzulande sind: die Doofen, die Faulen und die Bösen.“


Zu blass! Zu dunkel!

14. Juli 2008

Schönheit ist ein Ideal, das ist nicht erst in unserem Zeitalter so. Was „schön“ ist, ist von Jahrzehnt zu Jahrzehnt und zwischen den Kulturkreisen jedoch sehr unterschiedlich. So gibt es bei uns Sonnenstudios zum bräunen, in Asien dagegen Bleichcreme für die Haut. Darüber schreibt Die Presse aus Wien:

In China soll die Haut „PiFu“ sein, „weiß wie Schnee“. So wird gebleicht, was die Tiegel hergeben, jede zweite Frau in Hongkong hellt ihre Haut, 2002 füllten sich die Kliniken, weil das giftige Quecksilber besonders gut bleicht und viele Hersteller zu viel in die Tiegel warfen. Darüber kann man doch nur den Kopf schütteln! Man weiß ja spätestens seit „Alice im Wunderland“, dass Quecksilber gefährlich ist: „Mad Hatter“, der Hutmacher, ist, wie viele andere seiner Zunft, vom Quecksilber verrückt geworden!

Derartige Giftcremes, mit bis zu 5 Prozent Quecksilber, gelangen auch auf den europäischen Markt. Die wenigsten werden bei Kontrollen gefunden und aus dem Verkehr gezogen.