Goldwäsche mit Euro-Quecksilber

Der Madre de Dios ist ein großer Fluss in Peru, nach dem sogar eine Region benannt ist. Er fließt in den Río Beni und dieser in den Rio Madeira, einem der wichtigsten Zuläufe des Amazonas. Der Amazonas bringt gigantische Mengen Wasser in den Atlantischen Ozean, mehr als jeder andere Fluss auf der Welt. Doch das Wasser des Amazonas ist vergiftet. In seinen Zuläufen wird mit archaischen Methoden Gold gewonnen. Schatzsucher leiten jedes Jahr hunderte Tonnen Quecksilber in den Amazonas, um mit dem flüssigen Metall Gold zu binden. Vom Madre de Dios, über den Beni, den Madeira und den Amazonas landet es im Ozean. Es wird von Mikrobakterien in organisches, sogenanntes Methylquecksilber umgewandelt. Über die Nahrungskette reichert es sich im Fisch an und landet am Ende auch in Europa auf dem Teller.

Die katastrophalen Auswirkung der handwerklichen Goldgewinnung mit Quecksilber sind seit langem bekannt. Aus Europa ist der Verkauf von Quecksilber eigentlich nur noch erlaubt, wenn es für einen „legitimen Zweck“ verwendet wird. Ein befreundeter Wissenschaftler hat mir ein Foto aus einem Laden für Goldwäscher am Madre de Dios in Peru geschickt, das belegt, dass weiterhin Gold aus Europa für die Goldwäsche eingesetzt wird.

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In Almaden in Spanien befinden sich die wichtigsten Quecksilberminen der Welt. Diese sind mittlerweile stillgelegt, aber das leitende Unternehmen Mayasa (Minas de Almadén Y Arrayanes) verkauft aber weiterhin überschüssiges Quecksilber aus Chlorwerken in ganz Europa auf den Weltmarkt – für einen „legitimen Zweck“. „Mercurio Metalico 99,99%“ heißt, dass es hochreines Quecksilber ist und „Espana“ ist Spanien. Wenn die Goldwäscher nicht fürchterlich schlechte Zähne haben und mit dem Zeug die Löcher stopfen wollen (was schlimm genug wäre), landet das spanische Quecksilber demnächst im Madre de Dios.

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