Weniger „Karies-Erfahrung“

30. April 2008

ZähneIch war neulich seit Jahren mal wieder beim Zahnarzt meines Vertrauens. Ich hatte mich schon auf das schlimmste eingestellt. Aber – es war nichts! Und das tollste war seine Aussage, dass wenn ich mit meinen 30 Jahren so gute Zähne habe, ich wohl auch in Zukunft mit wenigen großen Problemen rechnen muss, sofern ich meine Gewohnheiten von Ernährung und Zahnhygiene nicht ändere. Das einzige, worauf ich aufpassen muss sei, dass ich mir nicht das Zahnfleisch wegschrubbe. Lieber eine weiche Zahnbürste mit kleinem Kopf nehmen, als einen großen, harten Schrubber.

Mit meinen guten Zähnen liege ich wohl im Trend. Die „Karies-Erfahrung“ in Deutschland nimmt ab. Der Deutschen Mundgesundheitsstudie 2006 zufolge hatte ein 40-jähriger im Durchschnitt „nur“ noch 2,7 Zähne verloren, während es 1996 noch 4,2 Zähne waren (via: ddp-direkt, die Werbung bitte ignorieren). Das freut mich dann nicht nur unmittelbar für meine Mitmenschen, sondern bedeutet hoffentlich auch, dass weniger Zahnfüllungen aus Quecksilber-Amalgam gelegt werden. Und weniger Quecksilber in den Zähnen und in der Umwelt ist immer gut :-)

Bild: pixelio.de


Quecksilber zur Schädlingsbekämpfung

29. April 2008

Quecksilber ist hochgiftig. Das wusste man auch schon früher – und hat es zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Heute gibt es glücklicherweise sanftere und zielgerichtetere Produkte, doch die Nachwirkungen sind noch spürbar. Die Welt berichtet über Quecksilber, das vor 80 Jahren vergessenen wurde und jetzt auf unangenehme Weise zum Vorschein kam:

Bei Renovierungsarbeiten […] tropfte plötzlich Quecksilber zwei Arbeitern auf Arme und Hände. Beide Männer kamen mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus. Feuerwehrleute holten etwa eineinhalb Kilo des giftigen, flüssigen Schwermetalls aus einer Gipsdecke. Vermutlich wurde laut Feuerwehr das Quecksilber in dem 1929 gebauten Haus zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Danach hatte man es offenbar einfach in der Decke vergessen.


4000 Quecksilber-Thermometer weniger

29. April 2008

Erfreuliche Nachrichten aus der Region Nordrhein: in Düsseldorf, Mönchengladbach, Duisburg, Krefeld, Kleve und weiteren Städten haben 38 Apotheken innerhalb von zwei Wochen über 4000 Quecksilber-Thermometer gesammelt. Die Apotheken der Kooperation „Gesund ist bunt“ Nordrhein boten ihren Kunden im Austausch für ein altes Quecksilber-Thermometer einen neuen digitalen Fiebermesser zum Preis von nur einem Euro an. Die beteiligten Apotheker zeigten sich „sehr zufrieden“ mit der Aktion und ich bin es auch :)

Pressemitteilung: Gesund-ist-bunt-Apotheken tauschen in nur zwei Wochen über 4.000 alte Quecksilber-Fieberthermometer um


Stromlücke zwischen den Ohren

24. April 2008

Wird Wolfgang Clement aus der SPD geschmissen? Zunächst ist er mit einer Rüge davon gekommen, doch vielen Ortsverbänden reicht dies nicht, berichtet SpOn. Vor der Landtagswahl in Hessen hat der ehemalige Ministerpräsident von NRW und ehemalige Bundeswirtschaftsminister vor der Wahl seiner Partei gewarnt, weil sich die Hessen-SPD gegen Atom- und Kohlekraftwerke engagiert. Es ist kein Zufall, dass Clement sich um diese Kraftwerke sorgt macht, schließlich wird er jetzt vom Energieriesen RWE bezahlt. Oder war er schon immer ein Lobbyist, der sich als Politiker verkleidet hat? Seiner eigenen Aussage zufolge schon:

Ich vertrete die Interessen der deutschen Industrie und der deutschen Energiewirtschaft. Das tue ich übrigens schon seit 40, 45 Jahren.

War der Amtseid dann gelogen? Immerhin hat Clement als Bundesminister auf die Verfassung geschworen, dass er seine „Kraft zum Wohle des deutschen Volkes“ einsetzen werde – nicht zum Wohle der Energiewirtschaft. Das mag im Einzelfall zusammen passen, aber häufig eben auch nicht. Jetzt ist der Ruf ohnehin ruiniert, er hält Vorträge zum Thema „Atomkraft? Ja bitte!“ und erzählt von der „Stromlücke“, mit der der Bau zahlreicher neuer Kohlekraftwerke gerechtfertigt werden soll.

Zur Ehrenrettung der SPD muss ich aber sagen, dass nicht nur die Genossen in Hessen gute Vorsätze für die Energiewende haben. Eine ganze Reihe von Bundestagsabgeordneten der SPD, Wissenschaftler und einige Chefs von Umweltverbänden haben den Aufruf Handlungslücke statt Stromlücke unterzeichnet. Sie fordern eine „grundlegende Neuorientierung in Wirtschaft und Gesellschaft“, die Wirtschafts-, Energie- und Umweltpolitik miteinander verbindet. Konkret solle bis 2020 der Stromverbrauch um 11% sinken sowie der Anteil von Kraft-Wärme-Kopplung auf 25% (jetzt 11,5%), der der erneuerbaren Energien auf 30% (jetzt 18%) der Stromproduktion steigen.

Fazit: Für eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Stromnutzung und Stromversorgung in Deutschland fehlen nicht die technischen Möglichkeiten. Sie sind seit vielen Jahren bekannt. Was fehlt, sind der Mut und die Bereitschaft, sie auch im Interesse von Wirtschaft, Beschäftigung und Klimaschutz zu nutzen.

Die Zitate von Clement stammen aus Spiegel TV, gerne zeige ich das Video auch ganz:


Link ohne Link

21. April 2008

Ich bin mal wieder in der Energie- und Klimawochenschau von Telepolis erwähnt, allerdings (leider) nur als Text, ohne Link. Trotzdem schön :). Darum geht’s:

Die Verbrennung von Kohle ist weltweit mit Abstand die größte Quelle von Quecksilber Treibhausgasen … Da sollte man doch meinen, dass Bundesumweltminister Sigmar Gabriel ganz vorne steht, wenn es um die Verhinderung neuer Kraftwerksbauten geht, wie sie derzeit zu Dutzenden (https://quecksilber.wordpress.com/kohle/) im Gespräch sind. Doch …


Sechs, setzen

21. April 2008

Das verschwundene Quecksilber in Essen ist wieder aufgetaucht. Die Polizei hat mehreren Schülern einen Besuch abgestattet und es bei einem 15-Jährigen im Badezimmerschrank gefunden. Junge, Junge, da biste grade noch mal glimpflich davon gekommen. Kommentar einer Mitschülerin:

Der Typ is bei mir inne Parallelklasse und der macht immer sowas der bastelt rauchbomben oder sprüht mit tränengras rum aber aufgeklärt werden wir erst in der 9.

Auch in München gab es Probleme mit Quecksilber in der Schule. Ein Putzmann am Donnerstag ein Quecksilber-Barometer versehentlich zerbrochen und die Reste einfach in den Mülleimer getan. Ein Lehrer hat den gefährlichen Sondermüll am Freitag Morgen vor dem Unterricht entdeckt und den betroffenen Physiksaal gesperrt. Die Feuerwehr hat alles erreichbare Quecksilber aufgenommen und als Sondermüll entsorgt. Eine Spezialfirma soll jetzt den Raum vollständig dekontaminieren. Viel schlimmer wäre es natürlich gewesen, wenn vielleicht erst Monate später jemand bemerkt hätte, dass das Barometer nicht mehr da ist …

Liebe Lehrer: sorgen Sie doch bitte dafür, dass in Ihrer Schule keine Quecksilber-Geräte mehr stehen oder auf jeden Fall für Lausbuben und Tolpatsche unerreichbar sind.


Mongolei verbietet Quecksilber

21. April 2008

Berichte aus der Mongolei sind selten. Zu dem dünnbesiedelten Land in Zentralasien fällt mir ehrlich gesagt auch nicht viel mehr ein als Dshingis Khan und die mongolischen Reiter, dessen Weltherrschaft vor einigen Jahrhunderten beendet wurde. Heute ist mir eine erfreuliche Meldung aus der Mongolei ins E-Mail-Postfach geflattert. Umweltminister G. Shiilegdamba hat per Dekret den Einsatz von Quecksilber bei der Goldgewinnung verboten. Vor einigen Tage wurden große Mengen Quecksilber in einer dichtbesiedelten Region der Hauptstadt Ulan Bator entdeckt, in der chinesische Firmen tätig sind. In den nächsten Tagen will das Umweltministerium zudem eine Liste mit Chemikalien an das Sekretariat des Rotterdamer Übereinkommens übermitteln, deren Einsatz in der Mongolei verboten ist. Bleibt zu hoffen, dass die guten Pläne auch umgesetzt werden.