Kingklip

Schon mal was von Kingklip gehört? Dieser Schlangenfisch ist wohl eine der Arten, die jetzt auf den Tisch kommen, weil die üblichen Speisefisch-Spezies hoffnungslos überfischt sind. Bei Wikipedia spekuliert man noch, ob es sich um eine oder zwei Arten handelt. Tunfisch, Kabeljau und andere Spezies stehen vor der Ausrottung, dann darf es auch etwas ausgefallener sein. Fischfabrikanten loben den „einzigartigen Geschmack“ des hässlichen Wesens – soll heißen er schmeckt irgendwie seltsam, was man sich dann schön reden kann. Noch ist er ein „Geheimtipp auf den Menükarten“, aber in Spanien wird Kingklip schon „seit Jahren“ angeboten. Einige Jahre reichen, um eine“Tradition“ daraus zu machen. Das Fischsterben geht schnell voran.

Die EU leistet dem jetzt Vorschub. Bisher gilt für Kingklip der allgemeine Grenzwert für Quecksilber in Fisch. Dieser liegt bei 0,5 Milligramm Methylquecksilber pro Kilogramm Muskelfleisch. Jetzt soll eine Änderung des Anhangs der Verordnung 1881/2006 über Schadstoffe in Lebensmitteln den Kingklip in die Liste der Ausnahmen aufnehmen. Damit wäre ein doppelt so hoher Quecksilbergehalt zulässig. Dieser gilt bereits für Tunfisch und Bonito, Hai, Hecht und Heilbutt, Barsche und Aale, Rochen, Störe, Makrelen, Schwertfische und eine Reihe anderer Raubfische, die am Ende der Nahrungskette stehen.

Neben dem Kingklip geht es auch um einen viel bekannteren Fisch. Der Cadmium-Grenzwert für Sardellen (Anchovies) soll verdreifacht werden. Ist Cadmium plötzlich weniger schädlich? Oder gibt es einfach keine unbelasteten Sardellen mehr?

Deutschland will den Entwurf dem Kommission nicht zustimmen, aber vermutlich werden die Fischereinationen die Erhöhung der Grenzwerte trotzdem durchsetzen können.

3 Antworten zu Kingklip

  1. W. Gragl sagt:

    … haben Sie schon einmal Kingklip gegessen ? oder einen Nachweis über die Quecksilberbelastung von Kingklip ? Einem Fisch, der in (noch) sauberen Gewässern an der Küste Südafrikas in einer Tiefe bis 500m lebt ?
    Na denn viel Spaß mit den sauberen Lebensmitteln … aus dem EU-Raum.

  2. Florian sagt:

    Woher haben Sie denn Ihr Wissen? Der Grenzwert für Quecksilber in Kingklip wurde sicher nicht verdoppelt, weil das so gesund ist, sondern weil der normale Grenzwert nicht mehr eingehalten werden kann. Die Fischereilobby hat sich mal wieder gegen den Gesundheitsschutz durchgesetzt.

    Die Verordnung 1881/2006 wurde am 2. Juli 2008 tatsächlich dementsprechende geändert, die Arten Kingklip (Genypterus capensis) und Rosa Kingklip (Genypterus blacodes) dürfen jetzt 1 mg/kg Hg enthalten. Sardelle (Engraulis species) dürfen jetzt drei Mal so viel Cadmium enthalten, wie vorher.

    Quecksilber breitet sich weltweit aus, auch dort wo es gar nicht freigesetzt wird. In den Fisch gelangt es über die Nahrungskette, da kann er auch 500 Meter tief schwimmen. Im übrigen wird in (Süd-)Afrika Bergbau betrieben, wodurch große Mengen Schadstoffe freigesetzt werden, was bei uns undenkbar ist.

  3. Herbert sagt:

    Unabhängig von diesem Artikel finde ich es immer wieder traurig wie selbstverliebt die Menschen sind und sich Sachen nehmen, obwohl sie wissen dass es ihnen eigentlich gar nicht zusteht. Fleisch, Energie, Aufmerksamkeit, …

    Tja Bescheidenheit ist eine Tugend, die hoffentlich von späteren Generationen wieder enteckt wird.

    Ich für meinen Teil halte es so, dass ich von allem Esse. Aber halt in Maßen. Beim Fisch eben nur wenn ich an den Profiten der Konzerne vorbei etwas kaufen kann. Das ist leider nicht oft. Und was solls!

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