Saubere Solarenergie

„Solarstrom zehnmal umweltfreundlicher als Normalstrom“ – diese Schlagzeile ging vor kurzem durch alle Medien. Amerikanische Forscher haben umfangreiche Ökobilanzen von verschiedenen Photovoltaik-Anlagen errechnet. Dabei haben sie neben Treibhausgasen auch Schwermetalle, Stickoxide und Schwefeldioxid bei der Produktion und dem Betrieb über 30 Jahren berücksichtigt. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen waren relativ klein im Vergleich zwischen Solarenergie und Energiegewinnung durch Kohlekraftwerke.

Am besten schnitten dünne Cadmium-Tellurid-Zellen ab. Über eine Dauer von 30 Jahren verursachen die Module beispielsweise bis zu 300 Mal weniger Cadmium pro Kilowattstunde als ein Kohlekraftwerk mit optimal funktionierenden Filtern.

Gleichzeitig berichtet „Spektrum der Wissenschaft“ über einen Masterplan für das Solarzeitalter, demzufolge Amerika bis 2050 unabhängig von Ölimporten werden könnte – durch Solarenergie. Der „verwegene Plan“ wird bei den Bloggern der Zeitschrift eifrig diskutiert. Reinhard Breuer (Forschern auf der Spur) ist „skeptisch und fasziniert“. Lars Fischer (Abgefischt) argumentiert stattdessen für dezentrale Energiegewinnung. „Die Herausforderung der Zukunft ist den gegenwärtigen Lebensstandard mit einem Bruchteil des gegenwärtigen Energieverbrauchs sicherzustellen.“

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9 Responses to Saubere Solarenergie

  1. Andy sagt:

    Solarenergie ist von der Natur her sowieso besser für dezentrale Kraftwerke, als für große zentrale Kraftwerke geeignet. Immerhin kann der Strom auch dort hergestellt werden, wo er benötigt wird – oder zumindest relativ nah. In Kombination mit einem effizienteren Energieeinsatz und neuen Speichertechnologien wird sicher schon in wenigen Jahren die Solarenergie einen wesentlichen Teil zur Stromversorgung beitragen – unabhängig davon welche Technik eingesetzt wird.

  2. quecksilber sagt:

    Ein (sicher überwindbares) Problem ist derzeit die Infrastruktur der Netze. Hochspannungsleitungen, Schaltwerke, Verteiler etc. sind darauf angelegt Strom aus wenigen zentralen Anlagen zu verteilen. Dass kann und muss sich natürlich ändern.

    Skurril finde ich, dass die Braunkohle-Lobby sich offenbar so bedrängt fühlt, dass sie skandieren: „Es ist klug, nicht alle Eier in einen Korb zu legen. Wir brauchen den Energiemix.“ (Werbung bei Spiegel Online, http://www.braunkohle-forum.de)

  3. Andy sagt:

    das könnte ein Problem werden, eine weitere Option ist das Kombikraftwerk, http://www.kombikraftwerk.de

  4. Yoga Vidya sagt:

    Vermutlich sind thermische Solaranlagen am effektivsten.

  5. daburna sagt:

    Ein gutes Argument, um das Geld, das in den Neubau von Kohlekraftwerken fließt, in regenerative Energie-Projekte umzuleiten. Aber das wollen die Herren und Damen bei RWE etc. ja nicht hören.

  6. quecksilber sagt:

    Zum Kostenvergleich fragt SpOn heute: Ist die Kohlekraft langfristig eine Sackgasse? Wenn CO2-Abscheidung oder rare Klima-Zertifikate Pflicht werden, sind verschiedene regenerative Energiesysteme günstiger als Kohle-Strom. Schon heute (ohne Klimaschutz-Kosten für Kohlekraft!), ist Windenergie häufig günstiger als der Preis an der Strombörse für Atom- und Kohlestrom.

  7. daburna sagt:

    Wenn das mit den Kosten so ist, dann müßten man alleine aus ökonomischen Gründen schnell umsatteln. Dies würde dann ja auch den Gewinn der Konzerne steigern, denn eine Strompreissenkung würden diese nicht an die Verbraucher weitergeben.

  8. quecksilber sagt:

    Das Bauvorhaben in Herne wurde schon mit dem Hinweis auf teure CO2-Zertifikate gestoppt.

  9. daburna sagt:

    Sehr gut. Das müßten sich jetzt noch die anderen Konzerne überlegen und dann in grünen Strom investieren.

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