Wie modern ist Vattenfall?

In Deutschland sollen 20-30 große, neue Kohlekraftwerke errichtet werden. Jedes von ihnen wird nicht nur große Mengen Kohlendioxid ausstoßen, sondern auch Schadstoffe wie Feinstaub oder Quecksilber. Ich setze mich dafür ein, dass die Kraftwerke (so sie denn tatsächlich gebaut werden) strenge Grenzwerte bei der Quecksilberfilterung einhalten. Generell gilt in Deutschland ein Grenzwert von 30 Mikrogramm Quecksilber pro Kubikmeter Abgas. Die Betreiber müssen beim Neubau die „beste verfügbare Technik“ verwenden, wobei „verfügbar“ auch bedeutet, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt. Man könnte an sich schon davon ausgehen, dass neue Kraftwerke diesen Grenzwert nicht voll ausschöpfen, weil die „verfügbare“ Filtertechnik sich weiter entwickelt hat. Neue Genehmigungen sollten also nur unter diesem Wert erteilt werden.

Mein Kollege Lars Hylander, Professor an der Uppsalla Universität in Schweden, hat 2002 dreistufiges Filtersystem beschrieben, dass den Quecksilbergehalt im Abgas auf 3,5 Mikrogramm pro Kubikmeter reduzieren kann. Aber warum denn bescheiden sein? Vattenfall zum Beispiel verspricht „modernste Kraftwerkstechnik“ einzusetzen, die „höchsten Umweltstandards“ entspricht. Höchst modern klingt nicht so, als ob Geld ein Hindernis wäre. Mir soll es nur recht sein! Trotzdem hat Vattenfall für das Kraftwerk in Hamburg Moorburg den höchsten Maximal-Grenzwert von 30 Mikrogramm/m3 beantragt. Vattenfall weiß genau, dass es besser geht: die Studie zu den Filtersystemen hat Lars Hylander nicht alleine angefertigt, sondern gemeinsam mit zwei Mitarbeitern des schwedischen Staatskonzerns.

Eine Antwort zu Wie modern ist Vattenfall?

  1. daburna sagt:

    Was würde es denn kosten, so ein Filtersystem zu bauen?

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