RoHS-Überarbeitung: Wie schädlich ist Quecksilber?

RoHS heißt eine EU-Richtlinie zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten. Seit 2002 dürfen Blei, Cadmium, Quecksilber, sechswertiges Chrom und bromierte Flammschutzmittel in den meisten Elektrogeräten nur noch sehr eingeschränkt verwendet werden (für Bastler: das ist der Grund, warum es nur noch bleifreien Lötzinn gibt). Nun steht eine Überarbeitung an. Industrieverbände wollen RoHS am liebsten ganz abschaffen, Umwelt- und Gesundheitsverbände ausweiten (gemeinsame Position verschiedener Verbände, PDF).

Die EU-Kommission hat ein Gutachten erstellen lassen, dass die  Gefährlichkeit der bisher reglementierten Stoffe (PDF, 189 S.) beurteilt.  Dabei wurden verschiedene Kriterien berücksichtigt, etwa die Wirkung in bestimmten Umweltmedien (Wasser, Boden, Luft), über verschiedene Zeiträume und Reichweiten, auf Menschen und Natur. Ich erspare mir lange Tabellen, ein Ergebnis ist jedenfalls (S. 67 f.):

with regard to the different hazardous substances, it seems that Hg [=Quecksilber] has always the highest ecotoxicity potential, both for all the different environmental compartments, as for the different types of ecotoxicity (fresh water, sediment and terrestrial);

hinsichtlich der verschiedenen Schadstoffe scheint Quecksilber in jedem Fall das höchste Umweltschädlichkeits-Potential zu haben. Dies gilt für alle verschiedenen Umweltmedien, wie auch für verschiedene Typen der Umweltschädlichkeit (Frischwasser, Bodenablagerungen, weltweit)

Betrachtet man nur die Wirkung auf den Menschen, ist Quecksilber wiederum in drei Kategorien am gefährlichsten: im Süßwasser, im Meer und auf industriell genutzten Böden. In der Luft ist dagegen sechswertiges Chrom sehr viel gefährlicher als alles andere. Und auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ist Cadmium am schädlichsten für Menschen.

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