Nichts anbrennen lassen

In einem offenen Brief hat der Verein der Köche der Insel Rügen Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) aufgefordert, seine Haltung zu dem geplanten Kohlekraftwerk Lubmin zu überdenken. Durch den Bau wird „der Markenname Rügen als Ganzes zerstört“, fürchten die Köche. Dadurch seien „tausende Jobs in Hotel und Gastronomie“ gefährdet. Dann will ich mal hoffen, dass die Herdplattenmeister dem MP die Suppe ordentlich versalzen.

Unterdessen wurde eine offizielle Volksinitiative gegen den 1600-MW-Bau gestartet. Die Bürgerinitiativen in Lubmin, Greifswald, Rügen und Usedom wollen bis Ende April 15.000 Unterschriften sammeln.

Zudem hat das dänische Energieunternehmen DONG angekündigt, in Emden ein Kohlekraftwerk errichten zu wollen. Ist das vielleicht schon Plan B, falls es in Lubmin nicht klappt? Wie gewohnt stehen alle Vorhaben auf meiner Übersichtsseite Kohle. Übrigens auch, dass EnBW neben E.ON und Electrabel jetzt auch ein Kraftwerk in Stade plant …

Pixelio - Kohlekraftwerk Rostock

Was brennt denn da? Kochtopf oder Kohlekraftwerk? (Quelle: Pixelio.de)

7 Antworten zu Nichts anbrennen lassen

  1. herbert sagt:

    Als Rügenfan würde ich das Kraftwerk in Lubmin bedauern, aber schlimmer finde ich noch die Reste des früheren Atomkraftwerks

  2. quecksilber sagt:

    Ich hoffe nicht, das der Eindruck entsteht, dass ich Atomkraft befürworte. Im Gegenteil! Auf die Parallelen zwischen dem Bau des AKW Greifswald 1968 und dem Bau des Kohlekraftwerk Lubmin 2008 bin ich im ersten Artikel zu dem Thema eingegangen. Zitat aus dem Neuen Deutschland:

    1968 … wurde kein Mensch … nach seiner Meinung gefragt. … 39 Jahre später ist die Situation ähnlich, aber alle können ihre Meinung sagen. Am 21. April 2007 gab es eine Bürgerabstimmung, an der sich 43 Prozent der Lubminer beteiligten. 79 Prozent davon sagten Nein zum Kohlekraftwerk. Sie wollen sauberes Wasser, gesunde Luft und keine Abholzung von Kiefern …

  3. daburna sagt:

    Die Reste des AKWs sind schon irgendwie bedrückend und erinnern mich als Wessi immer an Tschernobyl. Allerdings sind die Anlagen schon weit zurückgebaut und werden das auch weiterhin. Ob die Schornsteine fallen, weiß ich nicht, verwendet werden sie sicher nicht mehr. Schlimmer und kaum angesprochen ist das Zwischenlager. Finden in Gorleben Proteste mit tausenden Teilnehmenden statt, regt sich hier keier auf, wenn neue Behälter eingelagert werden.

  4. quecksilber sagt:

    Vielleicht könnte man einen Freizeitpark draus machen? Vorbild „Kernwasser-Wunderland“ in der Bauruine des Schnellen Brüter in Kalkar. ;-) Der war allerdings nie in Betrieb, ist also unverstrahlt. Wurde aus Greifswald nicht vor ein paar Jahren mal Müll nach Ahaus gebracht? Oder war das aus Rheinsberg? Grundsätzlich ist es schon ganz sinnvoll den Müll erstmal dort zu lassen. Man weiß ja auch andernorts nichts damit anzufangen. Seitdem die „Wiederaufarbeitung“ verboten ist, hat jedes AKW sein Zwischenlager.

  5. daburna sagt:

    Aus Rheinsberg kam letztes Jahr der größte Castortransport bisher in Deutschland nach Lubmin (Zwischenlager Nord). Transportiert wurde der Reaktordruckbehälter.

    Offtopic: Ich hab gerade einen langen Artikel in der c´t über vermeintlich grüne IT. Interessiert dich sowas? Scannen kann ich nicht, aber analoge Post wäre möglich.

  6. quecksilber sagt:

    Okay, dann habe ich das durcheinander gebracht.

    Gibts die c’t noch am Kiosk? Dann würde ich sie einfach kaufen. Spiegel Online hat auch grade halbwegs kritisch über einen „1000-Watt-PC“ berichtet.

  7. daburna sagt:

    Ähm…die kam letzte Woche Montag raus. Also sollte es die noch geben. Heft Nr. 5. Titel Windows flottmachen. Und dann weiter unten: Etikettenschwindel Green IT.

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