Quecksilber in Kosmetik

Über das RASFF habe ich schon mehrfach berichtet, ein EU-weites Schnellwarnsystem für Futter und Lebensmittel. Jede Woche werden in der EU bei Grenz- oder Marktkontrollen Fische mit erhöhtem Quecksilbergehalt gefunden. Das Schnellwarnsystem soll verhindern, dass die Waren einfach ins nächste Land gebracht wird. Ein solches System gibt es auch für Nicht-Lebensmittel, hier heißt es RAPEX (Suchbegriff: mercury). Quecksilber kommt gelegentlich in exotischen Hautcremes vor. Einige Beispiele:

  • 42 Gramm Quecksilber pro Kilogramm in Anti-Sommersprossen-Creme aus den USA (gefunden in der 29. Woche 2007 in Dänemark)
  • 6,6 und 7,1 g Hg/kg in Gesichtscreme unbekannter Herkunft (Deutschland, 48/206)
  • 5,0% Quecksilber in einer Haut-Aufheller-Creme aus den USA (Deutschland 31/2006)
  • „stark positiver“ Befund auf Quecksilber in Anti-Sommersprossen-Creme aus dem Libanon (Frankreich 24/2006)

Hautcremes werden nicht einmalig angewandt, sondern oft täglich. Es bestehe die „Gefahr einer chronischen Quecksilbervergiftung, wenn das Produkt über eine längere Zeit benutzt wird.“ Diese Cremes wurden alle vom Markt genommen. Es sind wohl eher Einzelfälle, von exotischen Artikeln unbekannter Hersteller (wer verwendet hierzulande schon Aufheller?). Andererseits werden die allermeisten Pflegeprodukte nicht getestet – und extrem hohe Gehälter von Quecksilber und anderen Giftstoffen bleiben unentdeckt. Zudem gibt es viele gesundheitsgefährdende Stoffe in Kosmetik, die (noch) nicht verboten sind.

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One Response to Quecksilber in Kosmetik

  1. […] Derartige Giftcremes, mit bis zu 5 Prozent Quecksilber, gelangen auch auf den europäischen Markt. Die wenigsten werden bei Kontrollen gefunden und aus dem Verkehr gezogen. […]

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