Winzer gegen Kohlekraftwerk Mainz

Hochheim ist ein Städtchen in Südhessen, nahe Mainz. Sehr nahe Mainz. So nahe (und zwar in Windrichtung), dass die Bewohner und Lokalpolitiker fürchten den ganzen Dreck abzubekommen, den das geplante Kohlekraftwerk Mainz einmal aus den Schornsteinen blasen soll. Der wichtigste Wirtschaftsfaktor in Hochheim ist der Weinbau. Das Lexikon meint gar, dass ein englischer Begriff für deutschen Wein, Hock, von Hochheim abgeleitet ist. A good Hock keeps off the doc! reimt der weinselige Angelsachse – ein guter Hochheimer Wein hält den Doktor fern. Und da Kunden auch für Winzer im wahrsten Sinne Könige sind, haben die schlauen Hochheimer einen Berg nach Königin Viktoria benannt. Ihre Hoheit hatte Hochheim im 19. Jahrhundert besucht.

Aber ob der Hock noch so „gesundheitsfördernd“ ist, wenn hier regelmäßig Schadstoffe niederregnen? Und wie verändert sich das Mikroklima, etwa die Niederschlagsmenge, durch das Kraftwerk? Die Weinbauern haben dazu ein Gutachten in Auftrag gegeben, wollen aber auf jeden Fall innerhalb der Frist (bis zum 15.2.) Widerspruch einlegen, berichtet die Allgemeine Zeitung.

Ein Winzer schreibt in seinem Blog:

„Nicht zu glauben, dass die Verantwortlichen trotz der aktuellen Klimalage und trotz der Stimmung in der Bevölkerung an dem Vorhaben festhalten.“

Ob Winzer oder nicht, vom Klimawandel und der globalen Quecksilberbelastung sind wir alle betroffen, daher kann jeder aus Nah und Fern Einspruch gegen den Neubau einlegen. Viele Argumente und Vorlagen gibt es unter www.einspruch-kohlekraftwerk.de. Die Frist endet am 15.2.!

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