„Gegen Kohle mache ich alles“

Ich habe die Übersichtsseite für Kohle mit ein paar Links aktualisiert. Hier Infos zu einzelnen Standorten im Schnelldurchlauf:

In Mainz läuft bis zum 15. Februar das Einwendungsverfahren gegen das geplante Kraftwerk. Die Gegner haben eine sehr hilfreiche Seite hierzu erstellt: www.Einspruch-Kohlekraftwerk.de. Mit Textbausteinen kann man ganz leicht ein individuelles Einwendungsschreiben erstellen. Wie in Mainz, hat sich jetzt auch in der Nachbarstadt Wiesbaden eine Ärzteinitiative gegründet.

In Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) haben sich 90 Wissenschaftler gegen den Neubau eines Kohlekraftwerks ausgesprochen.  Die junge Welt widmet dem Kraftwerk heute einen langen Artikel: „Noch ist nichts verloren“ und geht auch auf die zu erwartenden Schadstoffe ein:

Steinkohle [enthält] eine Reihe giftiger Schwermetalle wie Cadmiun, Blei und Quecksilber. Urzeitliche Pflanzen haben diese Gifte einst aus der Umwelt gefiltert und angereichert. Nachdem sie abgestorben sind und im Laufe der Jahrmillionen zu Steinkohle zusammengepreßt wurden, finden sie sich nun dort in konzentrierter Form.

Für Quecksilber gilt zum Beispiel, daß im Tagesdurchschnitt ein Kubikmeter Kraftwerksabgase nicht mehr als 30 Mikrogramm des giftigen Metalls enthalten darf, und DONG plant offenbar, diesen Grenzwert voll auszuschöpfen. Aus den Schloten der beiden Blöcke, so Michael Deutschbein, der von Hamburg aus im Auftrag für DONG für den Kraftwerkbau wirbt, sollen pro Stunde 4,28 Millionen Kubikmeter Abgase quellen. Nach Möglichkeit soll die Anlage 7500 von 8760 Stunden im Jahr laufen. Da kommt dann trotz des scheinbar niedrigen Grenzwertes schon rund eine Tonne an Quecksilber zusammen, die am Greifswalder Bodden künftig Jahr für Jahr in die Luft geblasen würde, um über der Ostsee, dem angrenzenden Naturschutzgebiet und den Stränden der Tourismusregion niederzugehen.

In Wilhelmshaven (Niedersachsen) läuft offenbar das Anhörungsverfahren. Der Antragsteller, Electrabel, hat alle Unterlagen im Internet veröffentlicht. Neben der BI Zeche Rüstersiel hat sich dort jetzt auch eine Ärzteinitiative gegen die geplanten Kraftwerke gebildet.

Neu auf der Liste ist das Kraftwerk in Nordenham (Nds.), geplant vom schweizerischen Konzern BKW Energie AG. Kaum wurden die Pläne bekannt, hat sich die BI Blexen gegründet.

BKW will auch in Dörpen (Nds.) ein Kraftwerk bauen. Bei den Landtagswahlen musste der Direktkandidat der CDU in der Samtgemeinde Dörpen 24 Prozentpunkte Verlust hinnehmen, vermeldet die Bürgerinitiative Dörpen. Die BI hatte zur „Protestwahl“ aufgerufen und mehr als 10.000 Unterschriften gesammelt.
Gewählt wurde auch in Hessen. SPD und Grüne wollten den Neubau Großkrotzenburg (Staudinger 6) verhindern, die CDU steht dagegen zur Kohlekraft.

In Krefeld-Uerdingen (NRW) ist wieder Bewegung in die Diskussion gekommen. Nachdem es schon so aussah, als sei der Kraftwerksneubau vom Stadtrat gestoppt worden, hat sich jetzt der Oberbürgermeister (CDU) gegen seine eigene Partei gestellt.

3 Antworten zu „Gegen Kohle mache ich alles“

  1. daburna sagt:

    Ah wie schön, knapp die Hälfte meiner Professoren hat unterschrieben und das sogar auch allen Bereichen – Geographie, BWL und Politikwissenschaften. Nur die Herren und Damen, die sich speziell auf den Bereich Tourismus spezialisiert haben, fehlen auf der Liste. Schade!

  2. quecksilber sagt:

    Das ist doch toll. Persönlich denke ich zwar, dass solche „Wissenschaftler“ auch nur Menschen sind und eine Meinung vertreten, aber wenn sie ihre großen Namen und Titel für etwas sinnvolles einsetzen soll’s mich natürlich nicht stören.

  3. quecksilber sagt:

    Ich habe mit dem Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg telefoniert. Einwendungen gegen das Kraftwerk Wilhelmshaven sind noch bis zum 11.2. möglich!

%d Bloggern gefällt das: