Umweltbundesamt zu Müllimporten

jetzt.de, das Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung, schreibt über Müllimporte nach Deutschland:

Insgesamt kamen im Jahr 2006 etwa 18 Millionen Tonnen Müll nach Deutschland, davon 5,6 Millionen Tonnen giftiger Sondermüll. Zum Vergleich: 2004 wurden in Deutschland 340 Millionen Tonnen Müll produziert. Der Großteil der Importe stammt aus EU-Ländern, hauptsächlich aus den Niederlanden.

Gründe: in Deutschland stehen weitgehend moderne Anlagen mit relativ hohen Umweltstandards. Die Kapazitäten der 71 Verbrennungsanlagen sind nicht ausgelastet. Außerdem sind derzeit etwa 80 neue Anlagen geplant oder im Bau. Seit 2005 dürfen unbehandelte Abfälle nicht mehr auf Deponien entsorgt werden. Seitdem gehen die Importe zurück.

Seither blüht das Verbrennungsgeschäft. Die Reste zum Beispiel des Hausmülls werden zu Straßenbelag verarbeitet. Chemikalien werden häufig unterirdisch gelagert. „Deutschland ist auf problematische Stoffe spezialisiert“, sagt Joachim Wuttke, Experte für Abfallwirtschaft beim Umweltbundesamt, bei dem die Mülltransporte gemeldet werden müssen. Hierzulande können gefährliche Stoffe in alten Salzbergwerken gelagert werden, die es sonst in der EU nicht gibt. Deshalb gelangen beispielsweise auch Lösemittel aus Israel, Chemikalien aus Jordanien und Quecksilber aus Singapur in geringen Mengen nach Deutschland. Jeder Transport muss zuvor vom zuständigen Landesumweltministerium genehmigt werden. „Es lohnt sich nicht, für jedes Land, für jeden Stoff eine eigene Anlage zu bauen“, sagt Wuttke. Insofern sei es sinnvoll, die Kapazitäten anderer Länder zu nutzen. Den Hausmüllimport aus Italien hält er jedoch für bedenklich.

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