Symbolik (6) – Gerhard Richter

Quecksilber ist mehr als ein schnödes Element mit der Ordnungszahl 80. Das flüssige Metall umgibt in mancher Hinsicht eine gradezu mystische Aura. Es wird für vielerlei Sinnbilder verwendet, häufig dann, wenn ein Vergleich besonders literarisch sein soll.

Gerhard Richter ist einer der bedeutendsten deutschen Maler der Gegenwart. Zuletzt ist er in die Schlagzeilen geraten, als sein Bild „Düsenjäger“ im November für 11 Millionen US-Dollar versteigert wurde – was wohl der höchste Preis für ein Kunstwerk eines lebenden deutschen Künstlers ist, der je gezahlt wurde. Erfrischenderweise meint der 74-jährige selber, dass es bei diesem Hype „nur noch ums Geld, nicht mehr um die Kunst als solche“ gehe. Jetzt werden 60 Bilder von Richter im Museum Frieder Burda in Baden-Baden ausgestellt. Die Kölnische Rundschau berichtet über die Zusammenstellung, die Richter selbst ausgewählt hat:

Es regiert die bunte Mischung. Sein Werk wird nur zusammengehalten von Richters forschender und experimentierender Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit. „Der Versuch, Gerhard Richters Werk in den Griff zu bekommen, gleicht dem Bemühen, aus einem zerbrochenen Becher ausgelaufenes Quecksilber einzufangen“, meint etwa US-Kritiker Robert Storr. Mit seinen bekannten Unschärfebildern – wie der berühmte Akt „Ema“ (1966) – sucht Richter die Realität vor allem in Fotografien und ihrem präzisen und täuschenden Übertrag auf die Leinwand.

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