Einmal gePOPt, nie mehr gestoppt

Spanische Forscher haben nach sechs besonders gefährlichen Chemikalien gesucht und sind fündig geworden – im Körper von 387 Personen. Im Fettgewebe der erwachsenen Probanden fand sich jeweils mindestens eine der gesuchten langlebigen organischen Verbindungen (engl. persistent organic pollutants, POPs). Viele dieser Stoffe (DDT, HCB, Lindan und verschiedene PCB) sind mittlerweile verboten. Aus der Umwelt verschwinden sie deswegen noch lange nicht. Sie bleiben sie nicht nur bestehen, auch wenn die Produktion längst eingestellt ist, sondern breiten sich auch noch aus. Man findet sie in Meeren, Gebirgen, dem ewigen Eis der Antarktis, in 387 Spaniern und sicher auch in 82 Millionen Deutschen und 1,3 Milliarden Chinesen. Der Fisch-Blogger schreibt darüber:

Die Studie wirft wieder einmal Licht auf ein gravierendes Problem, das schon seit Jahrzehnten bekannt ist, aber allen Bemühungen einer Lösung widersteht.

[…] Diese Kontaminanten [reichern sich] in der Nahrungskette an, und da sie in Fett löslicher sind als in Wasser, scheiden wir derartige Verbindungen nur sehr langsam wieder aus. Deswegen und weil wir Menschen (abgesehen von Vegetariern) in der Nahrungskette sehr weit oben stehen, sammeln wir diese langlebigen Substanzen an. Entscheidend für die Menge an aufgenommenen Stoffen sind neben dem Alter auch Geschlecht und Ernährung: Frauen sind generell stärker betroffen, und wer tierische oder fettreiche Nahrung isst, nimmt mehr POPs auf. […]

Viele dieser Verbindungen kommen nur in Mengen vor, die wesentlich geringer sind als diejenigen, bei denen nachgewiesene negative Effekte auftreten. Trotzdem besteht Grund zur Sorge, denn niemand weiß, welche Wirkungen diese geringen Mengen über sehr lange Zeiträume haben.

Mein „Lieblings-Schwermetall“ verhält sich übrigend sehr ähnlich wie die POPs. Es verschwindet nicht, es breitet sich aus, es ist in (fast) jedem Menschen der Erde nachweisbar und sorgt schon in geringen Mengen für gesundheitliche Beeinträchtigungen.

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