EuroChlor gegen Klimaschutz

Ohne Genehmigung läuft gar nichts. Wer Klima-Gase ausstößt, braucht in Zukunft in der EU ein Zertifikat, dass ihm die entsprechende Menge zusteht. Wer weniger Zertifikate benötigt kann die überschüssigen verkaufen. Wer mehr braucht muss dazukaufen. Bisher hat jedes Unternehmen die Menge Zertifikate geschenkt bekommen, die es benötigt. „Das ergibt ja keinen Sinn“ mag man sich da denken. Und richtig: es ergibt auch keinen Sinn. Wenn alle genug Zertifikate haben und diese zudem noch verschenkt werden, gibt es keinen Anreiz irgendwo zu sparen. Der Preis für ein Zertifikat über eine Tonne CO2 liegt nahe Null, Umweltverschmutzung ist kostenlos. Das soll sich jetzt ändern. Die EU-Kommission fordert von den Staaten, dass sie einen Teil der Zertifikate versteigern. Das gefällt natürlich denen nicht, die vorher beschenkt wurden. Zwölf Industrieverbände fordern jetzt in einem offenen Brief an alle 27 EU-Kommissare, dass sie weiterhin kostenlose Zertifikaten erhalten.

Einer der größten Stromverschwender ist die Chlorindustrie. Die Hälfte der europäischen Chlorwerke arbeitet mit einer Technik aus dem 19. Jahrhundert, bei der Quecksilber freigesetzt und bis zu einem Drittel mehr Energie benötigt wird als bei neueren Verfahren. Wenn diese Werke schnell umgerüstet würden, könnte pro Tonne Chlor 700-1000 Kilowattstunden (kWh) Strom gespart werden. Und was macht der Dachverband EuroChlor? Rät er den Mitgliedern schnell umzustellen um Energiekosten zu sparen, die Umwelt zu schonen und weniger Klima-Zertifikate zu benötigen? Natürlich nicht. EuroChlor ist einer derjenigen Verbände die meinen: sparen kann man ja, aber bitte nicht bei uns.

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