„Auf den Sondermüll oder ins Meer“

Die Meere sind verschmutzt, darüber habe ich schon mehrfach berichtet. Durch Kohleverbrennung, Chlorproduktion, falsch entsorgten Sondermüll (Energiesparlampen, Thermometer) und zum Teil auch durch natürliche Ereignisse wie Waldbrände und Vulkanausbrüche gelangt Quecksilber in die Luft, in Flüsse und Seen und schließlich ins Meer. Dort wird metallisches Quecksilber von Mikroorganismen in organisches Quecksilber (Methylquecksilber) umgewandelt. Wie dies genau abläuft, ist noch nicht abschließend erforscht. Offenbar ist es wichtig wo der Eintrag stattfindet und welche anderen Stoffe sich im Wasser befinden. Vor allem Sulfat-reduzierende Bakterien sind kleine „Methylquecksilber-Fabriken“. Eine braune Schlammbrühe mit gelösten organischen Bestandteilen (Dissolved Organic Carbon) befördert offenbar die Umwandlung von metallischem Quecksilber in das hochgiftige Methylquecksilber.

Das Unheil nimmt seinen Lauf. Kleine Bakterien werden von größeren Tierchen aufgenommen und das Gift reichert sich in der Nahrungskette immer weiter an. Große Raubfische am Ende der Nahrungskette haben schließlich einen so hohen Anteil Methylquecksilber, dass es von deutschen, europäischen, amerikanischen und anderen Behörden offizielle Warnungen gibt, nicht zu viel davon zu essen.

Das Shark Project, ein Verein zum Schutz der Haie, meint: „Haie gehören ins Meer oder auf den Sondermüll“ – aber nicht auf den Teller. Für den „SharkGuardian Award 2008“ ist Achim Steiner nominiert, der Vorsitzender des UN-Umweltprogramms, „für den gewaltigen Einsatz zur Senkung der Belastungen sowohl der Menschheit als auch der Umwelt durch Quecksilber“. In der Begründung heißt es, dass „der effizienteste Haischutz, der Hinweis auf den Gehalt extrem hoher Methyl-Quecksilber-Mengen im Haifleisch [ist]. Wenn die Menschen verstehen, dass der Konsum von Haiprodukten katastrophale Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Erbgut haben, geht die Nachfrage nach Haiprodukten zurück.“ An der Wahl des Hai-Freundes und Hai-Feindes 2008 kann jeder bis zum 17. Januar teilnehmen.

Eine Antwort zu „Auf den Sondermüll oder ins Meer“

  1. In Wilhelmshaven sind die Grundlagen für inzwischen 5 Kohlekraftwerksblöcke mit zusammen 4000 MW gelegt. Die Klimaengel Angela und Gabriel sowie die Landesregierung und die „Wilhelmhavener Kohle Allianz“ machen es möglich unter einstimmiger Beteiligung von SPD, CDU und FDP im Stadtrat.
    Dann ist mit der Entleerung von 3,8 t Quecksilber jährlich aus den Schornsteinen zu rechnen. Direkt am Wattenmeer.

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