Goldgrube

Auf der Suche nach Neuigkeiten über Quecksilber in Blogs und Medien stoße ich immer wieder auf die gleichen Berichte. Am häufigsten geht es ums Wetter, wenn „das Quecksilber“ fällt oder steigt, öfters um Zahnarztbesuche oder Energiesparlampen. Das meiste davon ist nicht weiter erwähnenswert. Spannend sind dagegen manchmal private Reiseberichte, wenn jemand im Urlaub eine Goldmine besucht hat. Gold verbindet sich sehr leicht mit Quecksilber und lässt sich einfach wieder lösen, indem man es erhitzt. Das Quecksilber verdampft und zurück bleibt das reine Edelmetall. Christina & Oliver haben dieses Verfahren in Peru kennen gelernt:

Hier wird noch wie bei uns im Mittelalter der Stein im Stollen gehauen, getragen, gemahlen und am Schluss das Gold mit Quecksilber gebunden. Fast wie vor 2000 Jahren.

Manuela & Sid haben die Folgen in Venezuela gesehen:

Die Goldmine war ein erbärmlichen Anblick nicht vergessen zu erwähnen von den gesundheitlichen Gefahren diese armen Männer erdulden müssen, dieser Bereich ist von Quecksilber kontaminiert.

In Ecuador sieht es auch nicht besser aus, weswegen Michi & Stefan meinen: „Fuer mich gibt es nur noch Recyclegold…“. Die Neue Osnabrücker Zeitung hat an Silvester ein Interview mit dem Schamanen eines Amazonas-Volkes gedruckt. Die Sprache hört sich klischeehaft wie aus einem Karl May-Roman an, aber die Inhalte sind sehr interessant. Die Yanomami haben Umweltprobleme durch „den weißen Mann“. Goldgräber haben die Flüsse mit Quecksilber vergiftet. Kathrin berichtet über eine „Todesmine“ in Peru, wo Quecksilber gewonnen wurde:

Sie wurde von den Spaniern bereits 1563 gebaut, da man in den Bergen hier Quecksilber entdeckt hatte, was fuer die Gold- und Silbergewinnung in andern Teilen Perus sehr wichtig war. Leider ist Quecksilber hochgiftig, und die Minenarbeiter starben weg wie die Fliegen- im Jahr 1764 waren es ueber 200 in einem Jahr, eine der hoechsten Todesraten in suedamerikanischen Minen. Die Spanier zwangen die einheimische, indianische Bevoelkerung in die Minen, mussten aber irgendwann kapitulieren, als kaum mehr Maenner verfuegbar waren.

Im Wilden Westen und in Australien wurden schon früher Anlagen verwendet, die zumindest einen Teil des giftigen Quecksilbers zurück hielten, anstatt alles in die Umwelt entweichen zu lassen. Und am Rhein wird Gold heute ganz ohne Chemikalien rein mechanisch gewonnen.

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