Quecksilberchlorid

Quecksilberchlorid ist die Verbindung von Quecksilber (Hg) und Chlor (Cl). Es kommt in zwei verschiedenen Formen vor: HgCl2 und Hg2Cl2.

Quecksiber(I)-chlorid (mit zwei Quecksilberteilche) heißt auch Kalomel und wurde vielfältig in der Medizin eingesetzt. Gegen Syphilis, als Abführmittel, gegen Geschwüre und viele andere Leiden. Auch wenn die Zeit der quecksilbergetränkten Leinen-Kondome lange vorbei ist, wurde Kalomel vor nicht einmal 20 Jahren noch als Verhütungsmittel eingesetzt. Es tötet sehr wirksam Spermien ab.

Quecksilber(II)-chlorid (mit einem Quecksilberteilchen) heißt auch Sublimat. Es wurde als Fungizid (gegen Schimmelpilze) eingesetzt, zum Beispiel um Holz zu imprägnieren, Saatgut zu beizen oder als Konservierungsmittel für Pflanzenpräparate. Im Irak starben 1971/72 mehrere hundert bis tausend Menschen, weil sie gebeiztes Saatgut verzehrt haben. Wenn dieser Bericht eines Mitarbeiters der Weltgesundheitsorganisation stimmt, handelte es sich bei dem Beizmittel um Methylquecksilber. Andere Berichte sprechen von Quecksilberoxid. Jedenfalls ist die Quecksilber-Beize in Deutschland seit den frühen 1980er Jahren verboten.

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