Bayer schützt die Umwelt – vielleicht 2020

Bayer betreibt in Krefeld-Uerdingen eine von acht Anlagen in Deutschland, in denen Chlor mit Hilfe von Quecksilber gewonnen wird. Dieses Verfahren ist energieintensiver, teuerer und umweltschädlicher als andere Methoden. Außerdem werden von der Anlage pro Jahr über 100 kg Quecksilber freigesetzt. Die Genehmigung zur Umstellung auf das umweltfreundlichere Membranverfahren hat Bayer schon 2004 erhalten. Die Genehmigung ist jedoch unbefristet und so hat Bayer bis heute nicht erklärt, wann die Umbauten denn vorgenommen werden. Von dem Konzern selber ist telefonisch nichts zu erfahren, die zuständige Behörde konnte es mir nicht sagen, die ansonsten gut informierte Coordination gegen Bayer-Gefahren wusste es auch nicht. Und so entweicht weiterhin jeden Tag Quecksilber, wird weiterhin Energie verschwendet. Gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger hat Bayer sein „Klima-Formel“ bis 2020 preis gegeben:

Für die Kunststoff-Sparte Bayer Material Science (BMS) gab Vorstandschef Werner Wenning gestern sogar ein Einsparziel von 25 Prozent aus … BMS soll den Ausstoß an Treibhausgasen um ein Viertel pro Tonne Verkaufsprodukt senken. Und das wird einiges ausmachen, weil jedes Jahr über 4 Millionen Tonnen Kunststoffe hergestellt werden. Zudem ist die Kunststoff-Produktion „unser mit Abstand energieintensivster Bereich“, erläuterte Wenning: Allein 40 Prozent seines Stroms braucht Bayer zum Beispiel für die Herstellung des Vorproduktes Chlor.

Mal nachrechnen: um eine Tonne Chlor mit dem Quecksilber-Verfahren herzustellen, benötigt man 3200 bis 3600 Kilowattstunden Strom. Mit dem Membranverfahren, das ohne Quecksilber auskommt, sind es nur 2500-2700 kWh. Die notwendigen Umbauten könnte Bayer innerhalb von zwei Jahren vornehmen und etwa 30 Prozent Energie sparen! Statt in den Umweltschutz zu investieren, soll in Krefeld aber erst mal ein neues Kohlekraftwerk gebaut werden. Immerhin, diese Pläne wurden im Rat der Stadt Krefeld jetzt von Grünen und CDU vorläufig verhindert. Glückwünsche an die BI Saubere Luft und Kein Steinkohlekraftwerk in Krefeld!

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