Essen aus China

Das Chinarestaurant-Syndrom (trockener Mund, roter Kopf, Kopfschmerzen) stammt wahrscheinlich von zuviel Geschmacksverstärkern im Essen. Andere Sorgen als diese kurzzeitigen Symptome in westlichen Billiggaststätten mit Essen „chinesischer Art“ haben die Menschen in China. Der Spiegel empfahl kürzlich in einer Reportage über Essen aus China: „Gehen Sie niemals in ein Restaurant„. Antibiotika im Fleisch, Insektenspray als Konservierungsmittel, Quecksilber im Trinkwasser – ein „Lebensmittel-Horror“, den der chinesische Journalist Zhou Qing aufgedeckt hat. Entscheidend für die Lebensmittelindustrie sei allein die Produktionskosten zu senken. Im Vergleich dazu „erscheinen selbst die deutschen Gammelfleisch-Fabrikanten wie eine Bio-Produktionsgenossenschaft“, meint der Spiegel. Auch die staatliche Presse berichte immer häufiger über Lebensmittelskandale. Am meisten leiden Kinder. Durch Hormone im Fleisch werden Mädchen vier Jahre früher Geschlechtsreif, viele Jungen sind hingegen unfruchtbar. Vergiftete Babynahrung sorgt für Missbildungen und schwere Erkrankungen. Ein Drittel der Krebserkrankungen, seien laut Zhou Qing auf vergiftete Nahrung zurückzuführen. Der Autor wurde für seinen Bericht mit dem Lettre Ulysses Award ausgezeichnet.

Der Kurier aus Österreich berichtet über „Krebserregende Meeresfrüchte“ in China. Ein Aal- und Garnelenlandwirt gibt offen zu: „Unsere Gewässer sind dreckig. Es gibt einfach zu viele Aquakultur-Betriebe.“ Professor Wang Wu von der Universität Shanghai sagt: „Seit 50 Jahren ist unser Wirtschaftswachstum blind für Umweltangelegenheiten. Die einzige Verfolgung galt dem Geld, und nun haben wir verschmutzte Gewässer und gefährliche Meeresfrüchte.“ Um die Fische in den verschmutzten Gewässern am Leben zu halten, mischen viele Bauern Tierarzneimittel in das Futter der Tiere. Rückstände von dem Dreck und den Arzneien landen auf dem Teller und gefährden schließlich die Gesundheit der Menschen. „Es gibt Schwermetalle, Quecksilber und Flammschutzmittel in Fischproben, die wir getestet haben“, zitiert der Kurier Biologie-Professor Ming Hung Wong aus Hong Kong.

Viele der Fische und Meeresfrüchte sind für den Export bestimmt und landen in Japan, der EU oder den USA. Die natürlichen Fischbestände in der Ostsee, im Mittelmeer und im Atlantik sind stark überfischt. Und auch in Japan und den USA ist der Hunger auf Meerestiere größer, als die eigenen Bestände zulassen. Der Kurier meint: „Eines Tages wird es niemand mehr wagen, Fisch aus China zu essen.“ Und was dann? Greenpeace und der WWF empfehlen in ihren Verbraucherratgebern schon jetzt Fisch aus Bio-Aquakulturen.

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