Lubmin: 1100 Kilogramm Quecksilber

Das geplante Kohlekraftwerk Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) wird bis zu 1.100 Kilogramm Quecksilber im Jahr ausstoßen. Die Quecksilber-Einträge Deutschlands in die Ostsee würden mit dem Bau der Anlage um das 17-fache zunehmen. Dies geht aus einem Gutachten hervor, dass das Institut für Ökologie und Politik (ÖKOPOL) im Auftrag des WWF angefertigt hat. WWF-Expertin Cathrin Münster bezeichnete die Anlage als „Gefahr für Mensch und Natur“, der Bau würde „mehrere internationale Umweltabkommen“ verletzen.

Gutachter Christian Tebert vom ÖKOPOL sagte: „Das Kraftwerk entspricht in wesentlichen Punkten nicht dem Stand der Technik.“ Das dänische Unternehmen DONG-Energy, das die Anlage errichten will, plane nicht, die besten Filter oder nur besonders hochwertige Kohle einzusetzen. Ohne diese Maßnahmen steigen die Quecksilberemissionen auf über eine Tonne im Jahr. Die Hälfte dieser Menge würde direkt die Ostsee belasten. Ohne das Kraftwerk leitet Deutschland heute 30 Kilogramm Quecksilber über die Luft in das Meer ein. Die Bundesregierung habe sich erst vor kurzem im Rahmen des Ostseeabkommens HELCOM verpflichtet, den Quecksilber-Ausstoß zu verringern, sagte WWF-Sprecherin Münster. Wenn Deutschland in Zukunft ein Vielfaches des Umweltgiftes in die Ostsee einleitet, sei dies „ein handfester Skandal“.

Weiterhin würde durch das Steinkohlekraftwerk große Mengen Cadmium, Dioxin, Staub und Stickstoff freigesetzt. Dies gefährde Wälder und Graslandschaften und die Luft in Lubmin würde dann nicht mehr den Ansprüchen eines Seebades genügen. „Auf Dauer werden sich Quecksilber und andere Umweltgifte über den Fisch in der Nahrungskette anreichern. Dann sind die Menschen unmittelbar betroffen“, warnt Münster. Der WWF fordert, den Bau des Kraftwerks zu stoppen.

Pressemitteilung des WWF
das Gutachten als PDF-Datei
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2 Antworten zu Lubmin: 1100 Kilogramm Quecksilber

  1. daburna sagt:

    Da ist echt mal die Frage, wieso es unsere Politik nicht schafft, schärfere Auflagen zu erteilen. Muß erst wieder alles vergiftet sein, bis jemand reagiert? Wir rühmen uns in vielen Bereichen des Umweltschutzes Vorreiter zu sein, aber dann wollen wir hier Dreckschleuder und Klimakiller aufstellen. Unfassbar!

  2. daburna sagt:

    Pünktlich zu Weihnachten wünschte Dong Energy allen ein Frohes Fest und informierte uns in einer neuen Postwurfsendung über die Kraftwerkspläne. Dort wird auch über Luftverschmutzung geredet, doch Quecksilber nicht erwähnt. Ansonsten hat man sich aber der Kritik angenommen und z.B. mit einer Reduzierung der Bauhöhe reagiert. Mehr Wisseneswertes von Dong auf der Website http://www.kraftwerkegreifswald.de

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