Quecksilberuhren

George GrahamIm frühen 18. Jahrhundert hatte der englische Uhrmacher George Graham (Bild: Wikipedia) eine bahnbrechende Idee. Bis dahen wurden Pendeluhren stark von der Temperatur beeinflusst. Wenn es wärmer wurde, dehnte sich das Pendel aus und änderte damit die Frequenz, also die Dauer einer Schwingung. Bei hohen Temperaturen gingen die Uhren nach. Graham hängte zum Ausgleich Glasröhrchen mit Quecksilberfüllung an die Uhr. Während sich das Pendel nach unten ausdehnt, steigt das Quecksilber im Röhrchen nach oben. Bei genauer Berechnung gleichen sich beide Effekte aus, so dass die Uhr wieder genau geht. Eine andere Idee hatte Grahams Konkurrent John Harrison. Zum Ausgleich von Temperaturschwankungen setzte er auf unterschiedliche Metalle im Pendel, die sich unterschiedlich ausdehnen. Das erste sogenannte „Rostpendel“ bestand aus Stahl und Messing.

Dreihundert Jahre hat sich die Zeitmessung noch sehr viel weiter entwickelt. Ein weltweites Netz von Cäsium-Atomuhren misst seit fünfzig Jahren die Zeit mit einer unvorstellbaren Genauigkeit. Nun wird in den USA eine Nachfolger der „Cäsium-Fontainen“ getestet. In Colorado misst seit 2001 eine Uhr die Schwingungen von Quecksilber-Atomen. Die Versuche verliefen bisher äußerst erfolgreich. Die Abweichung beträgt nur eine Sekunde in 400 Millionen Jahren. Damit ist sie fünfmal zuverlässiger als die genauesten Cäsium-Uhren.

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