Kohle, Kohle, Kohle

Kohle enthält Quecksilber. Und auch wenn die Abgase inzwischen gefiltert werden, sind sie doch immer noch eine Belastung für die Anwohner. Fast überall wo derzeit ein neues Kohlekraftwerk gebaut, geplant oder auch nur angedacht wird, bilden sich Bürgerinitiativen um ihre Gesundheit und das Weltklima zu schützen. Hier ein paar Updates aus dem Land:

Kohle 1: In Ensdorf im Saarland haben sich bei einer offiziellen Abstimmung 70 Prozent der Bürger gegen den Neubau eines Kohlekraftwerks ausgesprochen. RWE bedauert, Greenpeace jubelt und Bürgerinitiativen hoffen auf eine neue Massenbewegung.

Kohle 2: Auch Andernorts wächst der Widerstand. In Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich jetzt die Blogs RügenFerien und Rügen erleben am Protest gegen den Bau des Kohlekraftwerks Lubmin / Greifswald. Demnach bildet sich grade eine Bürgerinitiative auf der Insel. Kanzlerin Merkel hat sich dagegen beim CDU-Landesparteitag für den Neubau ausgesprochen.

Kohle 3: Sigmar Gabriel hat offenbar Probleme beim zählen. Der Umweltminister behauptet doch steif- und fest, dass  bis 2012 „nur“ neun neue Anlagen gebaut werden sollen: Duisburg , 2x Neurath, Karlsruhe, Herne, Boxberg, Mainz, Datteln und Hamburg. Was ist dann mit dem Kraftwerk Lubmin, für das Gabriels Chefin wirbt? Was mit der Anlage in Krefeld, für die sich Gabriel persönlich einsetzt? Greenpeace dokumentiert das hin und her auf der Homepage (Doch keine 25?, Gabriel lenkt ein, Klartext Herr Gabriel!). Eine Übersicht über die geplanten Neubauten steht auch auf meiner Hintergrundseite zu Kohle.

6 Antworten zu Kohle, Kohle, Kohle

  1. daburna sagt:

    Das ist aber echt mal ein Ding mit Herrn Gabriel! Eigentlich wollte er sogar höchstpersönlich nach Greifswald kommen und an einer Podiumsdikussion der SPD zu dem geplanten Kraftwerk in Lubmin teilnehmen. Er kam nicht, schickt dafür aber seinen überaus kompetenten Staatssekräter Herrn Müller. Von einem Nichtwissen von Lubmin kann also keine Rede sein.

  2. quecksilber sagt:

    Herr Gabriel wiederholt die Zahl einfach so lange, bis er selber daran glaubt. Wahrscheinlich nimmt er „bis 2012“ auch sehr genau. Wenn am 31.11.11 „nur“ neun Anlagen im kommerziellen Betrieb sind und 15 weiter noch im Bau oder in der Testphase, kann er behaupten Recht zu haben. Aber bis dahin gab es sowieso schon Bundestagswahlen. Ich habe noch einen Artikel zu Lubmin / DONG geschrieben, heute gab es Ärger von allen Seiten.

  3. daburna sagt:

    Ok, könnte sein. Lubmin soll schliesslich erst Frühsommer und Herbst 2012 fertig werden. Manchmal nehmen es die Politiker doch zu genau.

  4. HLT sagt:

    Kohlekraftwerk Lubmin
    Die Zukunft dieser Region, mit ihrer einzigartigen Kulturlandschaft, liegt in der weiteren nachhaltigen Entwicklung des Tourismus. Niemand käme ernsthaft auf die Idee, in unmittelbarer Nähe zum Timmendorfer Strand, auf Sylt oder am Tegernsee eines der größten Kohlekraftwerke Deutschlands zu errichten. Der alleinige, nachvollziehbare Grund für das weitere Festhalten an diesem Projekt besteht darin, dass sich die Investoren hohe Renditen für ihre Investitionen am Standort Lubmin ausrechnen. Dafür werden alle berechtigten Einwendungen von Wissenschaftlern, Umweltverbänden und der betroffenen Bevölkerung in den Boden gestampft. Die Bürger sehen sich in dieser Angelegenheit einmal mehr anonymen Mächten ausgesetzt, die von Menschen beherrscht werden, deren Gier nach Geld ihre Hirne zerfrisst. Es ist für uns unverständlich, wie man gegen den erklärten Willen der Gemeinden und ihrer Bürger (aber auch großer Bevölkerungsteile der bedeutsamen Touristenzentren Rügen und Usedom) an der Planung und Verwirklichung dieses Projektes festhalten kann, ohne an der demokratischen Verfasstheit unseres Gemeinwesens Zweifel aufkommen zu lassen. Helfen Sie mit, diesen Umweltfrevel
    zu stoppen!

  5. daburna sagt:

    Anonyme Mächte, da muss ich widersprechen. Gerade der Projektleiter und Vizepräsident von Dong Energy Herr Gedbjerg ist bei fast allen Veranstaltungen zu dem Thema persönlich anwesend und gibt den anonymen Mächten so ein Gesicht, daß sich auch auf Diskussionen einlässt.

  6. quecksilber sagt:

    Ich denke auch, so anonym sind die Mächte gar nicht. Ich habe dem Kraftwerk in Lubmin ja einen eigenen Artikel gewidmet, da werden die Befürworter genannt: der dänische Staatskonzern Dong, Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD).

%d Bloggern gefällt das: