Nahrungsergänzungsmittel

Einen kritischen Artikel über den Sinn und Unsinn von sogentannten Nahrungsergänzungsmitteln hat heute Die Welt veröffentlicht – Vitamine, Nährstoffe, Mineralien etc. in Pillen-, Pulver-, Kapselform. Sportler, Frauen und höhere Bildungsschichten generell sind die bevorzugte Zielgruppe und geben schätzungsweise eine Milliarde Euro im Jahr für die Mittelchen aus. Die Werbung ziehlt meist auf die „Angst der Verbraucher“, in vielen Fällen sind die Informationen auf der Verpackung irreführend oder unzulässig. Häufig ist der gesundheitliche Nutzen zweifelhaft, in einigen Fällen sind die Präparate sogar schädlich.

So stellte beispielsweise das Team um Studienleiter Goran Bjelakovic vom Universitätsklinikum Kopenhagen fest, dass Vitamine wie Betakarotin, Vitamin A und E schädigende Wirkung haben können. Vor allem, wenn sie, wie in Nahrungsergänzungsmitteln häufig, in größerer und in meist über den natürlichen Bedarf hinaus gehender Menge zugeführt werden, erläutert der Forscher im US-Medizinmagazin „Jama“. Zu viel Betakarotin erhöhe die Lungenkrebsrate und die Sterblichkeit deutlich. Selbst für Vitamin C lasse sich keine nachteilige Wirkung ausschließen. Hersteller und Vertreiber streiten dies ab. Sie verweisen darauf, dass die Vitamine freie Radikale abfangen und Krebs vorbeugen.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hält Nahrungsergänzungsmittel nur in wenigen Ausnahmefällen für sinnvoll, zum Beispiel bei schwerer Krankheit oder ärztlich festgestellter Unterversorgung. „Den Einzigen, denen die Präparate sicher nutzen, sind die Hersteller und der Handel“. Unsicher sind nicht nur die künstlichen Vitamine, sondern auch „rein planzliche“ Präparate. Algen sind mit Blei und Cadmium belastet, in Ayurveda-Produkten aus Indien entdeckte das ARD-Magazin Plusminus hohe Mengen Arsen und Quecksilber.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine Sonderseite über Nahrungsergänzungsmittel erstellt, die trotz des Namens auch für junge Leute interessant ist: www.FitImAlter.de.

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