Sind Festplatten Sonderabfall?

Ich kann ja sehen, mit welchen Suchbegriffen jemand auf dieser Seite landet. Der Titel der Überschrift führt hier her, aber die Informationen sind dann etwas verteilt. Deswegen hier noch mal eindeutig:sondermuell.gif

Aller Elektroschrott ist Sondermüll und muss als solcher entsorgt werden. Man erkennt es meistens an der durchgestrichenen Mülltonne auf der Packung. Dies gilt auch für Kleingeräte, wie iPods, Handys, Toaster, Föne, Rasierer, Fernseher, Energiesparlampen oder eben Festplatten und andere Computerteile. Bei Waschmaschinen, Kühlschränken und andere großen Geräten ist es selbstverständlich.

In einigen Gemeinden gibt es ein Schadstoff-Sammelmobil, bei dem man diese Dinge abgeben kann oder die es sogar bei Bedarf abholen. In anderen muss man sie zum Recyclinghof des städtischen Müllentsorgers bringen. Wenn es wirklich nur ein kleines Gerät ist, kann man vielleicht auch den Müllmann freundlich fragen, ob er es (für ein Lächeln und ein kleines Trinkgeld) mitnehmen kann. In Leipzig läuft ein Versuch mit einer „Gelben Tonne Plus„, in die man alle Kunststoffe, Metalle und Elektro-Kleingeräte entsorgen kann. Auch einige Händlern nehmen alte Elektrogeräte an, bei Batterien ist das sogar vorgeschrieben.

Weitere Dinge, die nicht im Hausmüll entsorgt werden dürfen sind: Altöl, Altreifen, Asbest, Chemikalien und Lösungsmittel, Batterien (Abgabe bei Verkaufsstellen) und Autobatterien, Quecksilber-Thermometer, -Barometer und -Blutdruckmesser (mit metallischer Flüssigkeit, nicht blau oder rot), flüssige Farbreste und Lacke, jede Art von Elektroschrott, behandeltes Holz, Medikamente (Abgabe bei Apotheken)

Außerdem gesammelt werden können: CDs, Baum- und Strauchschnitt (nicht verbrennen), Naturkork, Metalle, Holz, Altkleidung und natürlich Glas, Papier und Verpackungen.

Bei der Berliner Stadtreinigung gibt es eine gute Übersicht hierüber.

8 Antworten zu Sind Festplatten Sonderabfall?

  1. daburna sagt:

    Auch der Händler muss den Elektromüll zurücknehmen. Das ist meist einfacher als zum Recyclinghof zu fahren. Einen Elektromarkt gibt es ja in jeder größeren Stadt fast immer in der Nähe. So kann ich z.B. bei MediaMarkt alles abgeben. Allerdings werde ich dort mit Namen und Adresse erfasst, was ja vielleicht nicht gerade meinem persönlichen Datenschutzanliegen entspricht.

  2. quecksilber sagt:

    Die Händler sind gesetzlich leider nicht verpflichtet, die Geräte zurückzunehmen. §9 Abs. 7 Elektro-Gesetzes lautet: „Die Vertreiber können freiwillig Altgeräte zurücknehmen.“ Die städtischen Müllabfuhren dagegen sind verpflichtet Elektrogeräte anzunehmen wenn man sie bringt. Freiwillig können sie sie auch abholen (§9 Abs. 3).
    Die Geräte gehen dann zurück an die Hersteller, die auch die Kosten der Entsorgung zu tragen haben (und hierfür Rücklagen bilden). Sie können auch ein anderes (für den Verbraucher kostenloses) Rücknahmesystem entwickeln, beispielsweise die Händler beauftragen.

    Meine Erfahrung bei einem Media Markt war, dass sie den alten Drucker zwar angenommen hätten, aber nur wenn ich dort einen neuen gekauft hätte. Das mag aber in jeder Filiale anders geregelt sein. Die Liste, was alles gesammelt wird, ist ziemlich lang, es gibt alleine 10 Kategorien (u.a. Heißgetränkeautomaten :-)

    Viele Grüße,
    Florian

  3. daburna sagt:

    Ok, dann hab ich das wohl falsch in Erinnerung gehabt. War mal ein ellenlanger Artiekl in der c´t drin, aber wohl schon zu lange her.

    Naja die haben teilweise schon blöd geguckt bei MediaMarkt. Allerdings haben die echt alles zurückgenommen, obwohl ich nichts gekauft hab. Duschradio, Drucker, Kopfhöhrer, einfach alles.

    Das Problem, was allerdings besteht ist, daß keiner genau weiß, was wo in welchen Müll kommt und es den meisten einfach zu aufwendig ist, so zu trennen, wie es ökologisch und ökonomisch sinnvoll wäre. Gutes Beispiel dazu ist der TV-Apparat, der seit Ewigkeiten nicht mehr vom Sperrmüll abgeholt wird, aber immer noch mit an der Straße steht. Nachts kommen dann die Asis und schon ist die Bildröhre zersplittert.

    Ich mein, wieviele Prozent der Bevölkerung weiß von diesem Elektroschrottgesetz? Und wieviel Prozent bringt die Geräte wirklich zurück? Das Hirn des einfachen Menschen ist einfach überfordert und somit siegt leider die verdammungswürdige Faulheit.

  4. quecksilber sagt:

    Das ist wirklich das größte Problem. Die meisten Leute wissen zwar irgendwie, das bestimmte Dinge nicht auf den Müll gehören. Aber gilt das dann auch z.B. für Festplatten, iPods, Energiesparlampen oder simplen Toastern? Das Anti-Mülltonnen-Logo steht zwar (sehr klein) auf der Verpackung, aber die ist schon lange weg, wenn das Gerät den Geist aufgibt.

    Grundsätzlich MUSS fast alles, das mit Strom betrieben wird getrennt entsorgt werden. Dazu ist jeder Bürger verpflichtet. Die städtischen Müllentsorger haben die Pflicht, private Haushalte hierüber zu informieren (steht im Gesetz!). Außerdem sollen sie über mögliche Folgen für die Umwelt und die Gesundheit aufklären. Tun sie das überall aktiv?

    Das nächste Problem sind die Sammelstellen. Auch wenn man bescheid weiß, fahren wohl die wenigsten wegen einer kleinen Sache extra zum Recyclinghof. Die „Gelbe Tonne Plus“ in Leipzig finde ich da eine gute Idee. Da die Recyclingquoten vor allem von Kleingeräten anscheinend sehr niedrig sind, gibt es wohl auch Überlegungen die Sammlung Vorschriften zu verschärfen. Händler sollten auch freiwillig Verantwortung übernehmen und aktiv darauf hinweisen, dass die tollen Geräte, die sie verkaufen, auch vernünftig entsorgt werden müssen. Und wenigsten die Ladenketten sollten alle Art von Geräten annehmen, die sie verkaufen. Mehr als etwas Lagerraum müssen sie dafür gar nicht zur Verfügung stellen. Bei Batterien klappt das ja halbwegs, die kann man überall abgeben wo sie verkauft werden.

  5. daburna sagt:

    Jip diese Rücknahme durch den Handel würde es uns faulen Verbrauchern einfach wesentlich erleichtern. Ich mach das selber auch so, also bei den Händlern abgeben. Wo der Recyclinghof meiner Stadt ist, weiß ich nicht. Mein Vater hat früher allerdings immer alles recyclingfähige Material gesammelt und dann ein volles Auto zur Abfallwirtschafststation gebracht.

    Kleine Anekdote noch zur Mülltrennung. In meinem Jahr in Hamburg gab es nur die schwarze Tonne. Obwohl dort eigentlich auch der gelbe Sack für Verpackungen mit dem Grünen Punkt existiert, wurde in unserem und auch vielen anderen Mietshäsuern nicht getrennt.

    Vielleicht wird von den Leuten auch einfach zu viel verlangt. Nicht jeder weiß was wo reinkommt und da ist es dann einfacher alles irgendwo reinzudrücken, anstatt extra das Abfalllexikon zu lesen. Wobei dann Aktionen wie die gelbe Tonne plus oder eine extra Papiertonne für jeden Haushalt positive Wirkungen zeigen. Ist einfach ein schweres Thema.

  6. […] zack, gibt’s nicht und die Welt hat ein Problem weniger. Einweg-Elektrogeräte zum Beispiel. Elektroschrott ist Sondermüll und muss von den Kunden sicher entsorgt, also in der Regel zum Recyclinghof gebracht werden. In der […]

  7. daburna sagt:

    Passend zum Thema Elektromüll gerade bei SPon gefunden: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,516868,00.html

  8. […] müssen diese Geräte mit einer durchgestrichenen Mülltonne gekennzeichnet werden und zum Recycling eingesammelt werden. So kann man teilweise bei Händlern wie z.B. MediaMarkt Altegeräte zur Entsorgung […]

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