Wirtschaftskrimi

Eines der Chloralkali-Werke in Deutschland, das noch mit Quecksilbertechnik arbeitet, steht in Frankfurt. Es gehörte früher der Hoechst AG, bevor diese übernommen und zerschlagen wurde. Dem heutigen Eigentümer, der LII Europe GmbH ging es nicht anders, auch hier gab es mehrere Eigentümerwechsel. Dies hat dazu geführt, dass die schon seit 2002 geplante Umstellung auf das energiesparende und quecksilberfreie Membranverfahren immer wieder verschoben wurde.

Im Februar 2005 wurde LII Europe von dem Privatmann Maurice Dwek an die „Aubach Capital Ltd.“ verkauft. Deren Inhaber, Herr Rhodri Phillips, und Geschäftsführer Derek Ashley, hatten das Geld für die Übernahme aus einer Anschubfinanzierung für ein Bauunternehmen bekommen. Mit dem 11 Millionen Euro-Kredit haben sie LII gekauft und den Rest für private Zwecke verwendet, berichtete das Handelsblatt im August. Herr Phillips dubiose Geschäftspraktiken haben ihm mehrere Anzeigen und sogar Untersuchungshaft eingebracht. Dabei haben ihm Firmensitze in Großbritannien, Mauritius und den Virgin Islands nicht geholfen das deutsche Insolvenzrecht zu umgehen.

Was hat das mit Quecksilber zu tun? LII plant seit langem die Umstellung auf Membrantechnik. Bei derart verworrenen Eigentumsverhältnissen und kriminellen Eigentümern ist es schwierig, einen Kredit zu bekommen. Der Wille ist vorhanden, aber das Geld für die Investition fehlt. Nun ist das gelangt das Unternehmen langsam wieder in ruhigeres Fahrwasser und hofft, dass die Arbeiten im nächsten Jahr beginnen können.

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