RoHS wirkt

Die „Richtlinie zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten“ (RoHS – Restriction of the use of certain hazardous substances in electrical and electronic equipment) ist ein EU-Gesetz, das den Einsatz bestimmter giftiger Substanzen in Elektro- und Elektronikgeräten verbietet. Hierzu zählen Schwermetalle (Blei, Quecksilber, Cadmium), sechswertiges Chrom und bestimmte Brom-Verbindungen. Diese Stoffe werden in der Umwelt kaum abgebaut, sondern reichern sich an. Was heute davon freigesetzt wird, breitet sich zum Teil weltweit aus und wird noch vielen Generationen Probleme bereiten. Die Elektro-Hersteller müssen zum Teil erhebliche Änderungen in der Produktion vornehmen, um die RoHS-Vorschriften zu erfüllen.

Greenpeace hat nun 18 Laptops verschiedener Hersteller untersucht. Das Ergebnis ist zumindest bei den Metallen erfreulich. Nirgendwo fanden die Tester Blei, Quecksilber, Cadmium oder Chrom(VI)-Verbindungen. Na also, es geht doch! Größere Probleme bzw. geringer Bereitschaft zeigen die Computerhersteller dagegen bei der Vermeidung von Brom und bromierten Flammschutzmitteln, sowie Giftstoffen die nicht von RoHS erfasst sind. Nur Sony und Toshiba verwenden inzwischen bromfreie Hauptplatinen und stehen damit dem Ziel eines „grünen“ Computers am nächsten.

Alle Hersteller setzen noch PVC und Phtalate-Esther (Weichmacher) ein. Die schlechtesten Werte hatten Acer und HP. PVC ist an sich ungiftig, aber seine Entsorgung verursacht Probleme, da PVC Chlorverbindungen freiwerden lässt und seine Verwendung oft den Einsatz toxischer Phathalat-Esther erfordert. Aus Brom- und Chlorverbindungen können bei der Verbrennung giftige Dioxine und Furane entstehen.

Alle Testgeräte waren RoHS-konform, unabhängig davon, ob sie innerhalb oder außerhalb der EU gekauft wurden. Greenpeace sieht darin einen weitreichenden Erfolg von RoHS, dass sich tatsächlich globale Produktionsprozesse verändern. Allerdings sind viele Giftstoffe von dem Gesetz nicht erfasst. Diese Lücke müsse geschlossen werden, so die Forderung. (via: heise.de)

Nachtrag
Die Wiener Zeitung schreibt offenbar ganz ohne Ironie:

Man nehme Blei, Quecksilber und Cadmium, mische mit reichlich Bromiden, gebe tüchtig Chloridverbindungen und anderes Zeug dazu und stelle das fertige Gerät auf Schreibtische in Büros. Ungefähr nach dieser Formel entstanden lange Zeit Laptops. Seit einigen Jahren werden national und international Gesetze gegen Gift in der Elektronik erlassen. Jetzt bestätigt sogar Greenpeace, dass die Geräte langsam, aber sicher grüner werden.

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One Response to RoHS wirkt

  1. […] sechswertiges Chrom und bromierte Flammschutzmittel in den meisten Elektrogeräten nur noch sehr eingeschränkt verwendet werden (für Bastler: das ist der Grund, warum es nur noch bleifreien Lötzinn gibt). Nun steht […]

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