Mail aus Argentinien

Die österreichischen Thermometer ziehen ihre Kreise … Jetzt habe ich eine Mail aus Argentinien bekommen. Jorge vom „Centro de Protección a la Naturaleza“ aus Santa Fe hat mir von einem Vorfall vor vier Jahren berichtet. Damals gab es in Santa Fe eine große Hochwasserkatastrophe von der ein Drittel der Stadt betroffen war und mehrere Menschen ums Leben kamen. Es kamen Spenden aus aller Welt, unter anderem hat das Deutsche Rote Kreuz Thermometer gebracht. Eine noble Geste! Noble Geste? Es waren 5.000 Thermometer mit Quecksilber, die sie wahrscheinlich los werden wollten. Sondermüll, der sonst teuer entsorgt werden müsste.

Manchmal ist es bei derartigen Katastrophen wichtig überhaupt irgendwelche Fieberthermometer zu haben, um Seuchen zu vermeiden oder eindämmen zu können. Aber 5000? Und alle mit Quecksilber? Das Problem geht auch noch viel weiter. Während in der EU ab 2009 Quecksilberthermometer verboten sind, ist der Export weiterhin erlaubt. Ein Exportverbot tritt frühestens 2010 in Kraft und noch streiten die Umweltminister der Staaten, die EU-Kommission und das Europa-Parlament darum, welche Quecksilber-Verbindungen und quecksilberhaltige Waren davon erfasst sind.

Mir macht diese Mail, genauso wie das Ende der Quecksilberthermometer in Indien noch einmal klar, dass solche Themen kein „Luxus“ sind, der nur die Industrieländer betrifft. Im Gegenteil: hier werden die Thermometer hergestellt (oder aussortiert), die in anderen Regionen Probleme verursachen.

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