Wo hin mit den Thermometern?

Die Quecksilberthermometer die in Österreich gesammelt werden, sollten ursprünglich in eine alte Mine nach Hessen gebracht werden. Die Saubermacher AG aus Graz ist für die fachgerechte Entsorgung zuständig. Sie schreiben:

Die österreichischen Apotheken nehmen kostenlos alte Quecksilber-Fieberthermometer zurück und bieten ein hochwertiges Digital- Fieberthermometer um nur 1,– Euro an. Es wird in der Apotheke in einem eigenen Behälter aufbewahrt und nach Ablauf der Aktion fachgerecht von der Firma Saubermacher entsorgt.

Fachgerechte Entsorgung heißt in diesem Fall, dass die Fieberthermometer in ein Sicherheitsgebinde gepackt werden. Auf diese Weise werden die Fieberthermometer auf den umweltschonenden Transport mittels Bahn nach Hessen, Deutschland, vorbereitet. In Hessen werden diese Sicherheitsgebinde in eine 800 m tiefe, nachsorgefreie Untertagedeponie gebracht, ein stillgelegter Bergbaubetrieb, dessen offene Hohlräume mit diesen Behältern aufgefüllt werden. Die Hohlräume sind wasserfrei und trocken. Aufgrund der konstanten Temperatur können die Behälter mit den Fieberthermometern jederzeit wieder zutage gebracht werden.

Mittlerweile wurden zehn Mal so viele Thermometer eingesammelt wie geplant. „In Apothekerkreisen“, heißt es in einer Agenturmeldung, „fragte man sich auch, was mit dem wertvollen Quecksilber im Endeffekt eigentlich geschehe.“ So wertvoll ist Quecksilber gar nicht (etwa 20 $ pro kg) und es gibt eigentlich zu viel davon. In europäischen Chlorwerken lagern noch 12.000 Tonnen, das reicht für mindestens 2.400 Milliarden Energiesparlampen oder 120 Milliarden Zahnfüllungen. Die Frage ist dennoch berechtigt. In den 500.000 Thermometern sind 100 bis 200 Kilogramm Quecksilber enthalten (150-500 Milligramm pro Stück). Auch wenn es sich lohnen würde die Thermometer aufzubrechen und das Quecksilber zu verkaufen – was sollte dann damit passieren? Bei der Goldgewinnung in Brasilien oder in russischen Chlorwerken will es hoffentlich niemand einsetzen. In Schweden wird eine Verfahren entwickelt, um Quecksilber wieder in die natürliche Verbindung mit Schwefel (Zinnober, HgS) zu bringen. In diesem Zustand kann es sicher über Jahrtausende gelagert werden.

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One Response to Wo hin mit den Thermometern?

  1. […] von quecksilberhaltigen Fieberthermometern in Apotheken in Österreich habe ich schon mehrfach berichtet. Heute geht sie zu Ende. Am Ende hat niemand mehr genau nachgezählt, aber es wurden wohl ungefähr […]

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