Update Österreich – wo hin mit den Thermometern?

Die Sammlung von Quecksilber-Thermometer (Österreich macht’s vor, Thermometer vergriffen) in österreichischen Apotheken nimmt langsam bizarre Ausmaße an. Als erstes gingen die Digitalthermometer aus, die für einen Euro getauscht werden sollten. Die Kunden bekommen nun Gutscheine ausgehändigt oder werden in eine Warteliste eintragen. Zunächst hieß es, dass neue Thermometer produziert und im Dezember ausgeliefert würden. Nun soll der Lieferant in „ganz Europa“ nach Nachschub suchen. Jetzt gibt es Probleme mit der Sammlung. Einige Apotheker wissen mittlerweile nicht mehr wo hin mit den abgegebenen Messgeräten. „Wir haben eine einzige Kunststoffbox dafür bekommen. Da gehen gezählte 70 Thermometer hinein. Aber rund 500 haben wir schon“, sagte ein Apotheker. Die Organisatoren rechneten bundesweit mit 50.000 Fieberthermometern, jetzt sind es schon eine halbe Million. (Kleine Zeitung, Die Presse)

Ob sich da wohl ein paar ganz Schlaue noch kurz vor der Aktion mit Quecksilberthermometern eingedeckt haben, um günstig an Digitalthermometer zu kommen? Wohl kaum. 1. ist der Preisunterschied ziemlich gering. 2. wussten die Apotheker als erste von der Aktion. Wenn jemand im September eine größere Menge Tauschware kaufen wollte (sofern es die überhaupt noch gab), hätte jeder Apotheker gewusst was läuft. 3. bekommt man zwar im Internet Quecksilber-Thermometer, aber die Umtauschaktion scheint im ganzen Land gut zu laufen. Es sind also nicht einige wenige, die die Apotheken überrennen, sondern wirklich viele Menschen die ihren Medizinschrank aufräumen. 4. wird man in den nächsten Jahren mit Digital-Thermometern in Österreich wohl wenig Geld verdienen können. Jetzt sind ja alle versorgt.

Das es so ein großes Interesse am Umtausch gibt ist an sich ein gutes Zeichen. Viele Menschen wissen (spätestens jetzt), dass die Thermometer gefährlich sind und sind bereit sie abzugeben, haben sie aber glücklicherweise noch nicht im Hausmüll entsorgt. Was gefehlt hat ist eine Entsorgungsmöglichkeit und ein kleiner Anreiz. Einfache Aktion – überwältigende Reaktion.

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