Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk Rheinberg

In Rheinberg im nordwestlichen Ruhrgebiet soll ein „Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk“ gebaut werden. Über den Antrag beraten heute die Fraktionen im Stadtrat. Ersatzbrennstoff, damit ist Abfall gemeint. Im Haushalts- oder Gewerbemüll finden sich aus unbekannten Quellen immer wieder giftige Substanzen, die gefiltert werden müssen. Besondere Herausforderungen stellt dabei Quecksilber. Häufig ist es gar nicht vorhanden, manchmal befindet sich aber unerwartet eine illegal entsorgt größere Menge im Müll wieder. Normale Filter sind für solche Störfälle nicht angelegt. Und um den Quecksilberfilter in Rheinberg streiten sich die Bürgerinitiative BISS, der Betreiber Solvay und die Fraktionen im Stadtrat.

Solvay will ein „trockenes Reinigungskonzept“ mit Aktivkohlefilter, von dem die BISS meint, dass „Spitzenbelastungen von Schwermetallen, insbesondere Quecksilber, nicht sicher verhindert werden können“, berichtet die Rheinische Post. Die BISS will, dass zusätzlich eine „nasse Rauchgasreinigung“ nachgeschaltet wird. „Durch deren hohe Kapazität wird gewährleistet, dass es auch bei massiven Grenzwertüberschreitungen im Brennstoff nicht zu einer hohen Belastung der Nachbarschaft durch Emissionen kommt,“ meint ein Sprecher. Die Westdeutsche Allgemeine berichtet, dass der Beschluss zur Nassreinigung schon gefasst war, Solvay aber nun mit einem neuen Konzept und Gutachten die Stadträte umstimmen will.

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2 Responses to Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk Rheinberg

  1. daburna sagt:

    Super, was sich die immer für Euphemismen ausdenken! Der Minister Herr Glos will ja auch ernsthaft den „Grünen Punkt“ und die Mülltrennung abschaffen, um alles thermisch zu verwerten…und wieder einen Schritt zurück.

  2. […] Rheinberg (2) Es war schon beschlossene Sache. Ein “nasser Filter” sollte mögliches Quecksilber aus dem […]

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