Chemische Fabrik Marktredwitz

Vor kurzem ging eine erfreuliche Meldung um die Welt: wenn der Quecksilbergehalt in der Luft sinkt, würde innerhalb weniger Jahre auch die Belastung von Seen und Fischen sinken (Eintrag vom 18.9.). In Markdrewitz sieht die Realtität leider anders aus. 1788 wurde hier die erste Chemiefabrik in Deutschland gegründet. 1985 gab es einen der größten Umweltskandale Deutschlands. Nach 197 Jahren war die Umgebung der Chemiefabrik so verschmutzt, dass die Anlage komplett geschlossen und Betriebsgelände und Umgebung grundlegend saniert werden musste. Die Frankenpost berichtet jetzt, dass noch immer Gewässer und Fische mit Quecksilber belastet sind.

Die metertief verseuchten Böden in der Stadtmitte, wo einst bis zu 2000 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Erdreich gemessen wurden, sind längst entsorgt. Heute steht an der Stelle der Chemischen Fabrik das Kösseine-Einkaufs-Centrum, daneben fließt gemächlich die Kösseine. Der kontaminierte Schlamm aus dem Flussbett wurde damals ebenfalls entsorgt. Dennoch weisen Regenbogen- oder Bachforellen ebenso wie Barsche noch heute zum Teil überhöhte Quecksilberwerte auf.

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