Montreal-Protokoll Presseschau

Mir gefällt das Montreal Protokoll so gut, dass ich gleich noch etwas darüber schreibe :)

Die Zeit erinnert an die bedeutenden politischen Maßnahmen, die das M-P enhält (etwa das Vorsorgeprinzip) und zieht einen Vergleich mit der aktuellen Klimadiskussion:

Auch die Rettung der Ozonschicht wurde gegen heftige Widerstände in Politik und Wirtschaft durchgesetzt. Unter den Skeptikern von damals finden sich etliche der Skeptiker von heute wieder, wie der umstrittene, inzwischen 83-jährige amerikanische Umweltforscher Fred Singer oder die Mitarbeiter des Cato Institute in Washington. Die Argumente sind bekannt: Nichts sei bewiesen, manch anderes Problem drängender und überhaupt alles eine internationale Verschwörung, um den armen Ländern den Zugang zu moderner Technik zu verweigern und sie so in Abhängigkeit zu halten.

Noch im Mai 1987, wenige Wochen vor der Unterzeichnung des Montreal-Abkommens, machte der Innenminister im Kabinett von US-Präsident Ronald Reagan, Donald Hodel, den Vorschlag, statt staatlicher Regulierung der Ozonkiller-Substanzen lieber ein alternatives Programm zum »persönlichen Schutz« aufzulegen. Es sollte größere Hüte, Sonnenbrillen und Sonnencreme propagieren.

Die Deutsche Welle blickt auf die heutige Situation. Noch immer wächst das Ozonloch. Der Trend wird sich vorausslichtlich erst 2025 umkehren, 2060 könnte das Loch geschlossen sein. Der Deutschlandfunk berichtet über eine Veranstaltung an der Uni Bremen zum „Klimawandel und die Folgen für die Ozonschicht“. In der taz steht ein Interview mit dem Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen. Ein Auszug:

Herr Crutzen, wie fühlt man sich als Retter der Welt?
Ich fühle mich gar nicht als Retter.
Wie sähe die Welt heute aus, wenn Sie und Ihre Kollegen das Ozonproblem damals nicht entdeckt hätten?
Wenn man das Problem nicht erkannt hätte, hätte das katastrophale Änderungen bewirkt. Auch auf der Nordhalbkugel gäbe es dann ein riesiges Ozonloch. […] Die Intensität der UV-Strahlen wäre um 20 Prozent höher, die Hautkrebsrate um 30 Prozent.
Was lernt man daraus für die Gefahren, die von menschlichem Handeln ausgehen?
Überraschungen sind nie auszuschließen. Man denkt natürlich an unser aktuelles Klimaproblem. Das Ozonloch war eine ungeheure Überraschung, nicht vorhersagbar. Die Forscher haben dieses Problem einfach nicht gesehen. Wer schließt denn jetzt aus, dass es im Klimabereich nicht ähnliche Überraschungen geben wird: Instabilitäten, die man vorher nicht berücksichtigt. Es wird Sachen geben, an die wir jetzt noch gar nicht denken.

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: