OSPAR-Bericht zur Chlorindustrie erschienen

Die OSPAR ist eine Internationale Organisation, die sich mit allem Dreck beschäftigt, der in der Nordsee und dem Nordatlantik landet. Quecksilber gehört seit langem dazu. 1990 wurde die Chlor-Alkali-Industrie aufgefordert alle Anlagen, die mit Quecksilber arbeiten, bis 2010 umzurüsten oder zu schließen. Es sieht nicht danach aus als würde diese Forderung erfüllt. Noch immer wird die Hälfte des Chlors in Europa mit Quecksilbertechnik hergestellt. Der Industrieverband EuroChlor hat zugesagt, dass die komplette Umstellung bis 2020 erfolgt.

Der aktuelle Fortschrittsbericht mit Zahlen von 2005 ist grade erschienen. Einige Fakten aus Deutschland:

  • Bayer in Krefeld-Uerdingen hat seine Produktionskapazität mit Quecksilber noch einmal kräftig ausgebaut, von 110 Kilotonnen auf 130 kt. Bayer behauptet, dass sie inzwischen (2007) nicht mehr mit Quecksilber arbeiten würden. Wer’s glaubt …
  • Degussa in Niederkassel-Lülsdorf emittiert nicht mehr 151 kg Quecksilber (wie 2004) sondern 170 kg. Die meisten anderen Betreiber konnten ihre Emissionen dagegen senken.
  • Die Quecksilber-Emissionen in die Luft von LII (Frankfurt-Höchst) liegen bei 1,301 Gramm Quecksilber pro Tonne Produktionskapazität. Das ist deutlich über dem zugelassenen Grenzwert von 1,0 g/t aus Art. 5.4.4. TA Luft: „Bei Altanlagen der Alkalichloridelektrolyse nach dem Amalgamverfahren dürfen die Emissionen an Quecksilber in der Zellensaalabluft im Jahresmittel das Massenverhältnis 1,0 g je Mg genehmigter Chlorproduktion nicht überschreiten.“ Seit die TA Luft 2002 in Kraft getreten ist, hat LII es noch nie geschafft, diesen Grenzwert einzuhalten! Die Übergangsfrist läuft am 30. Oktober 2007 ab.
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One Response to OSPAR-Bericht zur Chlorindustrie erschienen

  1. […] handelt geht aus den Berichten nicht hervor. LII schafft es seit Jahren nicht, die geltenden Grenzwerte für Quecksilberemissionen […]

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