Syphilis

Syphilis-Erreger Treponema pallidum

Die Syphilis ist eine üble Geschlechtskrankheit. Identifizieren wollte sich nie jemand mit ihr. Lange ging man davon aus, dass Kolumbus‘ Mannen die Seuche aus Amerika mitgebracht haben. Auf dem alten Kontinent hieß sie aber auch neapolitanische, italienische, französische, spanische, kastilische, englische, schottische oder polnische Krankheit. In den USA wurden noch bis in die 1970er Jahre Langzeitversuche mit Schwarzen durchgeführt, die als „sexuell hyperaktiv“ galten. Heute sieht man Syphilis in den westlichen Industriestaaten als „Schwulenkrankheit“ an. Tatsächlich sind 70-80% der über 3000 Betroffenen in Deutschland homosexuelle Männer. Das „schwule Jugendmagazin“ dbna hat daher grade einen interessanten Bericht über Syphilis veröffentlicht.

Seit 60 Jahren kann Syphilis mit Penicillin behandelt und sogar geheilt werden. Früher gab es rabiatere Behandlungsmethoden, weswegen ich mich überhaupt damit beschäftige. Denn bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Patienten am ganzen Körper mit Quecksilber eingerieben. Die Folge dieser Behandlung führte wahrscheinlich zu deutlich schnellerem Verfall als die Syphilis selber. Die Haare fielen aus, dann die Zähne, bis schließlich das Nervensystem und alle Körperfunktionen aussetzten. Nicht wenige Patienten dürften von ihren Ärzten umgebracht worden sein, bevor die Krankheit sie dahin raffte.

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3 Responses to Syphilis

  1. […] zwei Quecksilberteilche) heißt auch Kalomel und wurde vielfältig in der Medizin eingesetzt. Gegen Syphilis, als Abführmittel, gegen Geschwüre und viele andere Leiden. Auch wenn die Zeit der […]

  2. […] kaum durch die Haut. Wenn der Körper mehrfach großflächig eingeschmiert wird, wie früher bei Syphilis-Patienten, zeigt es aber auch auf diesem Weg seine […]

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