Die zehn schmutzigsten Orte der Welt

Das Blacksmith Institute hat gemeinsam mit dem Green Cross Schweiz eine Liste der zehn schmutzigsten Orte der Welt veröffentlicht (PDF, 1MB, engl.). Dabei wurde das Ausmass und die Giftigkeit der Verschmutzung, sowie die Anzahl der gefährdeten Menschen berücksichtigt. Sieben von zehn Orten liegen in Asien, sowie jeweils einer in Europa (Tschernobyl, Ukraine), Afrika (Kabwe in Sambia) und Südamerika (La Oroya in Peru).

  • Tschernobyl ist bekanntermaßen durch den Atomunfalls 1986 radioaktiv verseucht. Einige Millionen Menschen wurden gesundheitlich oder materiell geschädigt.
  • In Kabwe, der zweitgrößten Stadt Sambias, wurde bis 1994 Blei abgebaut. Eine viertel Million Menschen sind von Blei und Cadmium geschädigt.
  • Auch in La Orya in Peru wurden und werden immer noch Schwermetalle abgebaut und verarbeitet. 35.000 Menschen und die Umwelt sind mit Blei, Kupfer, Zink und Schwefel belastet.

In Asien sind jeweils zwei der zehn schmutzigsten Orte der Welt in China, Indien und Russland, einer ist in Aserbaidschan.

  • Vor der Küste bei Sumqayıt, der größten Industriestadt in Aserbaidschan, liegen große Erdölvorkommen. Aber nicht nur die Petrochemie, vor allem die Chlorproduktion mit Quecksilber macht das Leben in Sumqayıt so gefährlich. Die Weltbank hat inzwischen ein Projekt gestartet um die Gegend um ein Chlorwerk von 1.500 Tonnen Quecksilber zu reinigen.
  • In der 3-Millionen-Stadt Linfen in China verschmutzen zahlreiche Kohlekraftwerke, metallverarbeitende Betriebe, andere Industrieanlagen und PKW Luft und Wasser.
  • Tianying ist das Zentrum der Bleiproduktion in China. Mangelhafte Technik und illegale Methoden verschmutzen die Umwelt und gefährden 140.000 Menschen.
  • In Sukinda in Indien sind 2,6 Millionen Menschen von den Folgen des Chrom-Abbaus und der Chrom-Verarbeitung bedroht.
  • In Vapi in Indien sind es wiederum Chemiewerke, die die Umwelt verschmutzen. Unter anderem setzen Chlorwerke große Mengen Quecksilber frei. Der Quecksilbergehalt im Grundwasser liegt 100 Mal über dem Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation. Die 70.000 Bewohner haben dennoch keine Wahl als dieses Wasser ungereinigt zu trinken. Sie leiden unter Krebs, Hautkrankheiten, Früh- oder Totgeburte oder Missbildungen.
  • In Dserschinsk wurden zu Sowjetzeiten Chemiewaffen gebaut. Noch immer ist es ein bedeutender russischer Chemiestandort. Im Grundwasser sind erhebliche Mengen Arsen, Quecksilber, Blei und Dioxine. Die Lebenserwartung von 300.000 Menschen liegt bei nur 40-50 Jahren.
  • In Norilsk in Russland sind 134.000 Menschen vom Nickel-Abbau betroffen, der noch immer andauert.

Eine Karte mit den Orten findet sich bei Google Maps. Die erweiterte Liste enthält 30 Orte, wiederum zumeist in Asien. Vier dieser Orte sind vor allem mit Quecksilber belastet:

  • Der Matanza-Riauchuelo ist der dreckigste Fluss in Argentinien. Mehr als 3500 Industrieanlagen leiten organische Abfälle, Blei, Quecksilber, Chrom und anderes Gift in ihn. 4,5 Millionen Menschen sind dadurch gefährdet.
  • Wanshan gilt als die chinesische „Quecksilberhauptstadt“. 13 große Minen verschmutzten bis 2001 Luft, Wasser und Böden. Die Menschen leiden unter einem generell schwachem Immunsystem was sich an hohen Krankheitsraten zeigt: Krebs Tuberkulose, Malaria, Hautkrankheiten, Verdauungsstörungen und Gewichtsverlust bei 100.000 Menschen sind die Folge.
  • In Huancavelica (Peru) wurde 150 Jahre lang Quecksilber abgebaut. Die Lebenserwartung liegt bei nur 56 Jahren – in der Nachbarstadt sind es 78.
  • In Bratsk (Russland) hat seit den 70er Jahren ein Chlorwerk jeden Monat 2,5 Tonnen Quecksilber in den Angara-Fluss eingeleitet. 2,8 Millionen Menschen sind betroffen. Die Lebenserwartung liegt bei 44 Jahren.
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3 Responses to Die zehn schmutzigsten Orte der Welt

  1. […] etwa gegen ungefilterte Kohlekraftwerke in Linfin oder Quecksilberabbau in Wanshan, die zu den 30 am stärksten verschmutzten Orten der Welt […]

  2. […] Vor einem Monat habe ich über die 10 am stärksten verschmutzten Orte der Welt berichtet. Einer davon befindet sich in Amerika, nämlich La Oroya in Peru. Ein […]

  3. […] Tag um 2000 Tonnen und bedeckt mittlerweile eine Fläche von 30 Hektar. Der Ort gehört zu den 30 schmutzigsten Plätzen der Welt. Die Gesundheit von hundertausenden Menschen ist beeinträchtigt. Auf der Deponie landet nicht nur […]

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