Waldbrände

Quecksilber ist überall. In der Luft (normalerweise 2-5 Nanogramm pro Kubikmeter), im Wasser, im Boden, in fossilen Brennstoffen (Kohle, Gas, Öl), in der Arktis, in Fischen, Pflanzen, Gemüse, Bäumen … Bestimmte Pflanzen (z.B. Pilze) nehmen besonders viel Quecksilber aus dem Boden auf und sind sogar geeignet, kontaminierte Böden zu reinigen und Schwermetalle zu beseitigen (natürlich müssen die Pflanzen dann speziell entsorgt werden).

Quecksilber verdampft durch ein paar warme Sonnenstrahlen, setzt sich wieder ab, verdampft wieder, bindet sich mit anderen Metallen, löst sich auch hier wieder, gelangt in die Nahrungskette … Ein langer Kreislauf. Freigesetztes Quecksilber kann nur punktuell zurückgeholt werden. Es verschwindet nicht, nicht in Jahrhunderten, nicht in Jahrtausenden. Deswegen ist es so wichtig, den Ausstoß von Quecksilber zu minimieren. Dort, wo Quecksilber bewusst eingesetzt wird (Chlorherstellung, Messinstrumente, Lampen, beim Goldschürfen) und dort, wo man es herausfiltern kann (Kohle- und Gasverbrennung).

Forscher vom Max Planck Institut haben vor kurzem herausgefunden, dass die Waldbrände auf der Südhalbkugel große Mengen Quecksilber freisetzen. Alle Medien haben fleißig darüber berichtet. Diese Brände werden oft bewusst gelegt, um Ackerflächen zu gewinnen –  häufig nicht für die eigene Nahrungsproduktion sondern für den Export von Tierfutter und „Bio-Energie“ in Industrieländer. Was für Brände in Brasilien und Indonesien gilt, trifft aber sicher auch auf Europa und die USA zu. Kalifornien kämpft fast jedes Jahr mit unbeherrschbaren Feuern, in diesem Sommer hat es Griechenland besonders schwer getroffen, in früheren Jahren auch schon Spanien und Portugal. Auch hier war nicht in jedem Fall die Natur der Auslöser, sondern Baulöwen die Platz für Urlaubsresorts gewinnen wollten.

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