Selen und Quecksilber

Die Vitalstoff-Akademie beschäftigt sich mit „Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe und andere Nichtnährstoffe“. Zum Beispiel mit Selen:

Bei chronischen Quecksilber– oder Bleivergiftungen unterstützt Selen die Entgiftung. Zudem ist es wichtig für die Bildung von Spermien und hat damit große Bedeutung für die Zeugungsfähigkeit. Das Spurenelement stimuliert das Immunsystem, und bei Tumorpatienten zeigt sich oft ein Selenmangel. Seefisch, Bierhefe und Sojabohnen enthalten nennenswerte Selenmengen. Da aber gerade Seefisch oftmals mit Umweltgiften belastet ist, kann die Gefahr höher als der Nutzen für die Selenversorgung sein.

Also dann doch besser Tofu als Schwertfisch essen (zu viel Bier ist ja auch nicht gesund). Wie sieht es eigentlich aus, mit der allgemeinen Quecksilberbelastung? Das Umweltbundesamt hat im Umwelt-Survey 1998 herausgefunden:

Die Hg-Belastung [Hg ist die chemische Abkürzung für Quecksilber] im Blut wird vor allem durch den kurzfristigen und langfristigen Fischkonsum, weniger durch die Zahl der Zähne mit Amalgam erklärt. Die Hg-Belastung im Urin kann dagegen überwiegend auf die Zahl der Zähne mit Amalgamfüllungen, den Kaugummikonsum bei Amalgamträgern und die Kreatininkonzentration, dagegen kaum auf den Fischkonsum zurückgeführt werden.

Die durchschnittliche Hg-Belastung liegt bei 0,58 Mikrogramm Quecksilber pro Liter Blut und 0,43 Mikrogramm pro Liter Morgenurin. Die oberen 2 Prozent hatten mehr als 3,3 im Blut und 5,1 im Urin. Im Vergleich zum Survey 1992 hat damit die Belastung im Blut zugenommen, im Urin aber abgenommen.

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3 Responses to Selen und Quecksilber

  1. […] Umwelt Survey Ich habe erst kürzlich über den Umwelt Survey 1998 berichtet, der Daten über die Belastung der erwachsenen Bevölkerung mit Schwermetallen, […]

  2. Siegfried Wunderlich sagt:

    Hallo,
    gut Ihr Artikel. Aber warum sagen Sie nicht, wie man Quecksilber ausleiten kann?
    Ich hatte bei der letzten Blutmessung 6,4ug/l.
    Gruß
    Siegfried Wunderlich

  3. quecksilber sagt:

    Hallo Siegfried Wunderlich,

    eine Quecksilber-Ausleitung sollte auf jeden Fall durch einen erfahrenen Arzt betreut werden. Ihr Hausarzt wird Ihnen einen Facharzt empfehlen können, wenden Sie sich ansonsten an eine größere Klinik in Ihrer Region.

    6,4 Mikrogramm ist enorm hoch. Beim Umweltsurvey des Umweltbundesamtes wurden fast 5000 Menschen in Deutschland getestet. Die Quecksilberwerte im Blut fast aller Probanden (98%) lagen unterhalb von 3,3 Mikorgramm, also knapp halb so hoch wie bei Ihnen.

    Die Herkunft des Quecksilbers im Blut liegt statistisch gesehen weitgehend im Dunkel. Der häufige Verzehr bestimmter Fischarten ist häufig ein relevanter Faktor. Sie sollten versuchen mit Hilfe eines Facharztes die Quelle der Quecksilberbelastung auszumachen und diese zu beseitigen (in Frage kommen z.B. Amalgam-Zahnfüllungen, Fischverzehr, belastete Wohnräume oder der Arbeitsplatz, ggf. auch Industrieanlagen in der Umgebung). Bei sehr hoher Belastung kann mit einer Chelat-Therapie Quecksilber ausgeleitet werden. Diese Entscheidung muss jedoch ein Arzt treffen. Die Therapie hat leider starke Nebenwirkungen und sollte nicht leichtfertig angewandt werden.

    Ich wünsche Ihnen gute Besserung!
    Florian Noto

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